Donnerstag, 11. November 2010

Die spielbare Doppel-Null

"James Bond: Bloodstone" ist der Titel des neuesten Agentengames mit der Lizenz zum Töten. Da MGM pleite ist und das Geld für einen neuen Film leider nicht ausreichte, tat man sich kurzerhand mit Activision zusammen um einfach ein digitales Abenteuer zu zaubern.

In der Fachpresse wurde Bloodstone eher mit gemischten Gefühlen aufgenommen und ich finde, dass man dem Spiel dabei oft unrecht tat.


Zunächst zu den negativen Punkten: dem Spiel fehlt es an spielerischen Tiefgang, es ist oft zu einfach, die KI der Gegner ist gerade so noch vorhanden und nach nur relativ kurzer Spielzeit von etwa sechs Stunden flimmerte der Abspann über den Bildschirm.

Auf der Haben Seite verbucht Bloodstone aber einiges, das diese Schwächen wieder auf wiegt. Die Optik ist bis auf viele Gesichter und einige grobe Texturen sehr schön und stimmig geworden. Im Gegensatz zu vielen Kollegen im Third-Person-Action Genre recycelt man nicht immer wieder die gleichen Räume und Gänger. Fast immer wurden die einzelnen Räume und Gebiete samt Interieur individuell gestaltet. Dadurch fällt nicht so arg ins Gewicht, dass die Auswahl der verschiedenen Gegner weniger umfangreich ausgefallen ist.

Die Levelarchitektur hat mir fast immer sehr gut gefallen. Selbst bei den Katakomben im ersten größeren Level haben sich die Designer einiges einfallen lassen Da sich die Farbpalette nach jedem Level ändert - man reist von Griechenland nach Monaco, Sibirien, Türkei, Bankok und Burma - kommt optisch keine Langeweile auf. Die Animationen wissen meist zu gefallen. Man hat sich bspw Mühe gegeben die Art und Weise wie Daniel Craig sich bewegt, einzufangen.

Gegner werden mit allerhand Argumentationsverstärkern aus den Schuhen befördert oder mit Takedowns auf die Matte geschickt. Das sind Nahkampfattacken, die je nach Position zum Gegner und Levelabschnitten anders ausfallen. Ich habe keine Strichliste geführt, aber es waren sicherlich über zwanzig verschiedene. Wenn ich bedenke, dass ausgerechnet das neue "Star Wars: The Force Unleashed 2" nicht einmal eine Hand voll hatte und bei größeren Gegnern nur eine einzige darbot, sollte das hier mal lobend erwähnt werden. Leider machen die Takedowns und einige Zielhilfen "Bloodstone" etwas zu einfach.

Dafür kommt man gut durch die Levels, langweilt sich nicht so schnell und Frust kommt ebenfalls keiner auf. Fahrsequenzen und gelegentliche Bossfights lockern das Geschehen auf. Von mir aus hätten gerade von den Abschnitten, in denen man u.a. ein Motorboot und verschiedene Aston Martins verschrotten.... äh fahren darf, noch mehr drin sein dürfen. Diese Szenen sind von vorn bis hinten durchgeskriptet und es kracht an allen Ecken und Enden.

Die Story geht für ein Spiel in Ordnung, wird dafür aber gut präsentiert. Die original Synchronstimmen von Bond un M sind an Bord. Der Rest macht seine Arbeit auch gut; leider nicht immer lippensynchron.

Auch Leute, die jetzt Pipi im Auge haben, weil der pöhse Daniel Craig doch kein richtiger Bond wäre - wer war das schon seit Sean Connery - sollte bei "Bloodstone" mal einen Blick riskieren - sofern man auf Actiongames steht und verschmerzen kann, dass keine Blutfontänen spritzen.

Fazit: kurz, rasant, abwechslungsreich, filmreif inszeniert - mit ein paar verschmerzbaren Macken: ich hoffe auf einen zweiten Teil, der diese Probleme ausmerzt.

Erschienen für: Xbox360, PS3 und Rechenknecht

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