Freitag, 26. November 2010

Kommen zwei CIA Agenten in eine Kneipe...



2010 ist das Jahr der Agenten-Actioner-Schrägstrich-Comedys.
Nach den tollen "The Loosers", der Neuauflage des "A-Teams" und dem grandiosen "R.E.D.", kam kürzlich auch Nummer Vier im Bunde auf Bluray heraus: "Knight&Day"!
Ob sich Hollywoods Studios abgesprochen haben oder nicht, alle vier sind ausgesprochen gut geworden.


"The Loosers", die Comicverfilmung, war im Grunde eine alternative Version zum "A-Team" und konnte ebenso wie die 80er Jahre Serienverwertung mit einer überzeugenden Gruppendynamik und entsprechender Situationskomik aufwarten, auch wenn mir persönlich das "A-Team" etwas mehr zugesagt hat.
Auf der anderen Seite sind "R.E.D." und "Knight&Day", die statt dessen mehr auf die Einzelgänger im Agentengenre eingehen. Sidekicks dürfen allerdings auch hier nicht fehlen. Um es kurz zu machen: auch diese beiden Filme sind sehr unterhaltsam geworden, "R.E.D." fährt aber in allen Kategorien mehr Klasse auf.

Doch zunächst zum Inhalt:
die Mechanikerin June (Cameron Diaz) trifft auf dem Heimweg am Flughafen auf den Geheimagenten Roy (Tom Cruise). Ab hier ändert sich ihr bisher recht ruhiges Leben schlagartig. Roy gilt seit dem Diebstahl des Zephyr - eine unerschöpfliche Energiequelle - als Verräter und ist vor den eigenen Leuten auf der Flucht. Die wollen ihn lieber tot sehen statt gefangen nehmen. Dummerweise haben sie June bemerkt und daher soll auch sie dran glauben. So beginnt eine abenteuerliche Hatz rund um die Welt und... ach belassen wir es dabei. Der Plot ist nämlich wie bei den drei anderen Filmen weitestgehend vorhersehbar.

Allen gemein ist ein großzügiger Schuss Selbstironie, überdrehte Action, die Gegner sind die eigenen Verbündeten und kauzige Charaktere. Im letzten Punkt kann "Knight&Day" nicht ganz mit halten, aber dafür passen die restlichen Zutaten.



Wenn der Cast zweimal überrascht, dann kanns dieses Jahr nur "Knight&Day" gewesen sein. Ich habe sowohl gegen Tom Cruise als auch Cameron Diaz eine gut gepflegte Abneigung entwickelt, aber hier passt das Zusammenspiel unheimlich gut. Tom Cruise als lässiger Geheimagent, der wie ein Pädagogikstudent im 23ten Semester auf June einredet, während ihnen die Kugeln um die Ohren pfeifen: herrlich! Und solche Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film.

Geschickt umschifft Regisseur James Mangold unnötig kitschige Szenen und nimmt pointiert ActionFilm Klischees aufs Korn ohne in Klamauk abzudriften. Gegen Ende kommen zwar ein paar kleinere Längen, die zunächst den Eindruck erwecken, dass der Film seltsam ernst zu werden droht, aber zum Finale kriegt Mangold die Kurve wieder.

Insgesamt ein vierter, sehr unterhaltsamer Agenten-Actioner für dieses Jahr, der leider wie "The Loosers" und dem "A-Team" an den Kinokassen eher unter dem Radar flogen. Ja, realistisch ist auch hier nichts, aber wer so etwas erwartet, sollte "Das Piano" oder ein Aquarium anschaun.
Ich jedenfall ziehe überzogene, gut gemachte Action vor, wenn sich der Film selbst nicht allzu ernst nimmt.

"Knight&Day" wurde das, was "Mr.&Mrs. Smith" hätte werden sollen.

Kommentare:

  1. Mein absoluter Favorit ist immer noch R.E.D. ... genial :) Wobei Knight & Day auch nicht schlecht ist.

    Lieblingsstelle (zwar ein uralter Lethal Weapon-Gag, aber immerhin in einer abgewandelten Form):

    Also ok, ich zähle auf 3 und dann rennst du los... 1

    *losrenn*
    :D

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  2. "OK, welche Zahl wäre dir denn lieber?" ^^

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