Mittwoch, 17. November 2010

INTERFACE 2037 READY FOR INQUIRY

Auch wenn ich sonst nicht auf Bildqualität etc. eingehe eines vorab:

Als Grundlage für dieses Review liegt der Film auf BluRay vor (Anthology-Box aus UK mit deutschem Ton). Wer die Filme bisher nur auf DVD bzw. VHS hat(te), für den lohnt sich der Umstieg. Auch weil das Bonusmaterial nun auch neben denen der DVD-Box die der LaserDiscs enthält.

Betrachtet habe ich mir die Kinofassung und den Directors Cut. Die Kinofassung ist meiner Meinung nach besser, stimmiger. Desweiteren ist der DC kein echter DC sondern wurde aus Marketinggründen "erschaffen". Dies erwähnte Ridley Scott jedenfalls mal in einem Interview, und er muss es ja genau wissen :)

Aber das ändert ja nichts an der Story an sich ;)



What's the story mother?

Für diejenigen, die den Film nicht kennen eine kurze Inhaltsbeschreibung.
Zu Beginn wird knappe 6 Minuten lang wird kein Wort gesprochen, es wirken nur die Bilder (ähnlich lief es ja auch bei Kubrick's "2001 - Odyssee im Weltraum", dort wurde die ersten 20-25 Minuten kein Wort gesprochen). Der Schriftzug ALIEN baut sich langsam auf während im Hintergrund Planeten/Sterne sowie der Frachter NOSTROMO auf dem Heimweg zur Erde vorbeiziehen. Stille herrscht im Raumschiff, die Crew ist in den Kälteschlafkammern.

Plötzlich fährt der Bordcomputer (MU-TH-R 182 genannt Mother/Mutter) hoch und weckt die Crew auf. Diese ist noch der Meinung, man wäre kurz vor dem ersehnten Ziel Erde. Doch der Computer hat ein Notsignal aufgefangen und folgt somit seiner Programmierung/Befehlen zu dem Signal zu fliegen und zu helfen.

Die Crew ist davon wenig begeistert und nach etwas hin und her sieht man ein, das man keine andere Möglichkeit hat: Dem Notsignal nachgehen, helfen/retten und ab nach Hause. Ein einfacher Plan.

Man macht sich also auf den Weg zum Planetoiden LV-426 und landet dort mehr schlecht als recht. Dabei geht - wie soll es auch anders sein - einiges zu Bruch und man sitzt erstmal auf dem Felshaufen fest. Während Parker und Brett unter einigem Rumgemotze versuchen zu reparieren was zu reparieren ist, steigt ein Teil der Crew (Captain Dallas, Kane und Lambert) in die Raumanzüge und macht sich auf den Weg zum Ursprung der Signalquelle. Der Wissenschaftsoffzier Ash sowie der Dritte Captain Ripley verbleiben ebenfalls auf dem Schiff und versuchen die Signale genauer zu entschlüsseln. Dabei vermutet Ripley, das es sich nicht um ein Notsignal sonder eher um ein Warnsignal handelt.

Dallas, Kane und Lambert erreichen das Raumschiff (oder doch eine Beobachtungsstation?) welches der Ursprung des Signals ist. Im Innern finden sie einen riesigen Ausserirdischen (Space Jockey) der in eine Art Stuhl sitzt und eine von innen nach außen aufgebrochene Brust hat. Kane hält sich nicht lange damit auf, sondern verfolgt eine blaue Lichtquelle. Dabei sieht er einen Raum voller Eier und will diesen Raum genauer inspizieren. Es kommt wie es kommen muss, er rutscht genau zwischen die Dinger. Damit nicht genug, nähert er sich einem Ei, entdeckt dabei das es ein Lebewesen enthält und schaut bewundernd zu wie sich das Ei knospenartig öffnet. Er wird noch neugieriger und beugt sich über die Öffnung...
Das schlimmste haben wir hinter uns!

So beginnt die Neuschreibung der Science-Fiction im Filmgenre. Man soll es kaum glauben, bis das Alien so richtig loslegt - ohne Beachtung des Facehuggers und des Chestbursters - ist eine gute Stunde vergangen. Nur das einem das Ganze überhaupt nicht so lange vorkommt. Das beeindruckt mich immer wieder, wie dieser Film es schafft mich zu fesseln.

Was diesen Film ebenfalls so bedeutsam macht, das eine Frau (Ripley) zur Heldin in einem Science-Fictionfilm avanciert. Zu der Zeit der Entstehung des Filmes (1979) war es mit der Gleichberechtigung ja nicht so weit her. Aber da man einen Film drehte der in der Zukunft spielte, noch dazu Science-Fiction war... warum nicht eine Frau als Ersatz-Captain und letztendlich Heldin einsetzen? In vereinzelten Szenen merkt man aber, das die Gleichberechtigung der Frau in der Zukunft noch nicht bei allen angekommen ist (Szene mit den beiden Mechanikern als Ripley nach dem Fortschritt der der Reparaturen fragt ... "was will die hier unten, soll mir bloß nicht in die Quere kommen" gepaart mit einem gefakten "wir sind total im Streß" und "nettem" Hinterhergepfeife als sie den Raum wieder verlässt ;)). Das Zusammenpassen von Frauen und Technik traut man anscheinend auch in ferner Zukunft keiner zu ;)

Der Rest ist eher stereotyp. Ein leicht bescheuerter Mechaniker (Brett, dargestellt von Harry Dean Stanton), ein Quotenschwarzer als Mechaniker (Parker / Yaphett Kotto), ein stets etwas hysterisches und überfordertes Weibchen (Lambert / Veronica Cartwright) und die Oberprimaten der männlichen Gattung in Form von Capt. Dallas (Tom Skerrit) und dem Wissenschaftsoffizier Ash (Ian Holm). Das stereotype ist aber nicht negativ gemeint, es passt einfach alles. Es wirkt alles so wie es sein soll.

Gleiches gilt auch für Umgebung bzw. die NOSTROMO und die Crew an sich. Teilweise verbraucht, dreckig, schmuddelig.

Beeindruckend finde ich auch, das wenn es spannend/ernst wird, man als Hintergrundsound einen andauernden Herzschlag hört. Am besten zu hören in den Szenen in der Brett auf der Suche nach Jones (Bordkatze ^^) ist.

Das Alien-Design bekommt man nicht oft zu Gesicht, auch daher weil Ridley Scott im Audiokommentar der DVD meinte, das es oft "lächerlich" aussah. Es gab ein Modell und zwei verschiedene Anzügg in dem ein Schauspieler steckte. Heutzutage ist das alles mit CGI natürlich kein Problem mehr. Die wenigen Szenen die man sieht sind sehr gut, man bekommt einen guten Eindruck von der Größe/Masse/Kraft des Alien.

Nette Notiz am Rande:
Die Chestburster-Szene wurde mit 4 Kameras in einem Rutsch durchgedreht und man verriet den Darstellern nicht, ob und wann diese mit Blut bespritzt wurden. Man achte in besagter Szene auf Lambert (Veronica Cartwright), der Schreck/Schock/Ekel was auch immer ist nicht gespielt :D

Der ganze Film ist mehr auf Horror als auf Action ausgelegt. Es bleibt immer spannend, auch wenn nichts passiert; einfach durch die Tatsache, das man als Zuschauer immer erwartet: gleich passiert was!

ALIEN und sein Nachfolger sollten jede gut sortierte Heimvideothek zieren.

10 von 10 Kühlkammern

PS:
Ich persönlich ignoriere immer noch die beiden ALIEN vs Predator-Filme, freue mich aber auf die Prequels die Ridley Scott in der Mache hat. Liegt wohl nur noch am Geld und dass das Studio ein PG-13-Rating anstrebt, Scott aber keinen Kinderfilm machen will. Bin gespannt wie das weiter geht.

Wer mehr erfahren will über die Timeline im ALIEN-Universum oder eine Art Wiki sucht:

Timeline
Enzyklopädie

PPS:
Man verzeihe mir das ich nicht auf das Bonusmaterial im Detail eingehe, aber auch mir fehlt die Zeit, mehr als 12 Stunden an Bonus zu sichten ;)

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