Mittwoch, 17. November 2010

Machete



"Die Machete ist ein starkes, ca. 3 mm dickes Messer. Sie ähnelt in der Form dem byzantinischen Säbel Machaira, wobei eine etmyologische Verbindung nur vermutet werden kann. Im Spanischen ist die Aussprache Matschete."

So, nun kann Wikipedia das Klugscheissen auch wieder sein lassen, denn "Machete" ist nicht nur ein Werkzeug/Waffe/Disziplinator, sondern auch ein 1a Arschtreter aus Mexiko.



Robert Rodriguez bescherte uns vor ein paar Jahren zusammen mit Quentin Tarantino das Grindhouse Double Feature "Planet Terror" und "Deathproof". Diese waren zusammen mit den extra hierfür gedrehten Faketrailern, die zwischen den einzelnen Filmen liefen, eine Hommage an das B-Movie Kino der 70er und 80er. Dazu gehörten u.a.: schlechte Schauspieler, ein lausiges, aber lustiges Skript, geringes Budget, manchmal zusammenhangsloser Schnitt, Logikfehlern, dreckige Locations und Bildfehler en Masse.

Scheinbar hatte Rodriguez mit Danny Trejo beim Dreh zum Faketrailer "Machete" so viel Spaß gehabt, dass er kurzerhand einen eigenen Grindhouse Film daraus machen wollte. Gesagt, getan und knapp drei Jahre später flimmert auch "Machete" über die Leinwände.

Um nicht zu viel von der kaum vorhandenen Story zu verraten, hier die grobe Zusammenfassung: Danny Trejo, alias Machete, ist stink sauer!
Ehrlich, im Grunde wars das schon. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch, schließlich inszeniert Rodriguez seinen Rachefilm mit allerhand Gore, Splatter, Möpsen, grenzwertigen One-Linern, Titten, skurrilen Charakteren, knackigen Ärschen, einem Schuß Selbstironie UND allerhand bekannter Schauspieler... hab ich die reichlich vorkommenden Hupen schon erwähnt?

Danny Trejo wurde ja schon genannt, dann wären da noch Cheech Marin, Lindsay Lohan, Don Johnson, Robert de Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Jeff Fahey und Steven Segal besonders hervor zu heben. Jaja, kaum Leute, die ernsthaft als Schauspieler bezeichnet gehören, aber das ist halt ein Grindhouse Film! Das muss so sein! Steven Segal darf ausnahmsweise mal den Oberbösewicht mimen und hat einen Abgang drauf, der eines Takeshi Kitano würdig wäre. Don Johnson und Robert de Niro sind ebenfalls auf Seiten der pöhsen Pupen!

Auch wenn "Machete" sein hohes Tempo nicht den gesamten Film über halten kann und manchmal etwas arg unstrukturiert wirkt, macht der Film einfach Laune, weil man u.a. merkt wie viel Spaß die Schauspieler beim Dreh hatten. Es werden sauber Action-Film Klischees auf die Hörner genommen und ich war überascht wie Lindsay Lohan sich selber so aufs Korn nimmt.

Wer in den Grenzlanden des Humors sein Zelt aufgeschlagen hat, darf sich "Machete" auf keinen Fall entgehen lassen und alle, die grundsätzlich auf arschcoole Action stehen, sollte ebenfalls ihren Hintern ins Kino schaffen.

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