Samstag, 19. März 2011

Liam Neeson allein in Berlin


Dr. Martin Harris (Liam Neeson) reist mit seiner Frau Elizabeth (January Jones) nach Berlin. Er soll im Adlon einen Vortrag auf einem Biotechnologie Kongress halten. Dummerweise vergisst er am Flughafen einen Koffer und so checkt seine Frau erstmal ohne ihn im Adlon ein. Auf der Fahrt zum Flughafen wird sein Taxi in einen schweren Unfall verwickelt und er liegt erstmal einige Tage im Koma. Als er in einem Berliner Krankenhaus wieder zu sich kommt, hat er Erinnerungslücken. Seine Frau scheint ihn nicht zu kennen und ein anderer Mann an ihrer Seite behauptet Martin Harris zu sein (Aidan Quinn).
Harris irrt seitdem isoliert durch die Straßen Berlins und versucht sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Verliert er den Verstand? Was genau passierte vor dem Unfall? Wer ist er? Wer ist der namenlose Killer, der ihm auf den Fersen ist?
Mit Hilfe der illegal eingereisten Gina (Diane Kruger), die das Unfalltaxi steuerte, und dem Ex-Stasi-Spitzel Ernst Jürgen (Bruno Ganz) sucht er die Antworten auf seine Fragen.




Eher traditionell inszeniert Regisseur Jaume Collet-Serra (House of Wax, Orphan) seinen Thriller "Unknown Identity". So dominieren die ruhigen Passagen im Film über die Actioneinlagen. Diese sind eher kurz, aber dafür knackig und gut inszeniert. Wer sich also auf einen geistigen Nachfolger zu "96 Stunden" (Taken) gefreut hat, sollte sich dessen bewußt sein. "Unknown Identity" ist eher mit  "The International" oder "Die drei Tage des Condor" vergleichbar. Auch wenn der Plot stellenweise an die Jason-Bourne-Filme erinnert, sind ausdauernde und brutale Fights hier nicht zu finden.

Allerdings ist "Unknown Identity" deswegen noch lange kein Ponyhof. Der Film ist spannend inszeniert, für die Freigabe ab 12 ziemlich derb und die Akteure füllen ihre Rollen gut aus - sogar Diane Kruger nervt nicht wie gewohnt. Zwar sind die Storytwists für alte Hasen des Genres keine Offenbarung, halten den Plot aber dennoch angenehm über dem Mittelmaß.
Und JA: SO kann ein in Deutschland gedrehter Thriller auch aussehen! Während hierzulande billiger Digital-Quatsch mit Dokumentarfilmcharme herunter gedreht wird, nutzt die internationale Coproduktion selbstverständlich Filter und kann mit einem Bild aufwarten, das nach echtem Film aussieht. Das Ganze verbessert die Stimmung im Film und unterstreicht die trostlosen Momente in Dr. Harris Geschichte.

Für Freunde spannender Thriller kann ich eine klare Empfehlung aussprechen. Actionfreunde können in Ermangelung guter aktueller Vertreter im Kino durchaus einen Blick wagen, sollten sich aber bewußt sein, dass der Focus auf der Geschichte liegt.

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