Montag, 14. Februar 2011

Valentines Day! or GET DEAD OR DIE TRYIN!

Wir befinden uns in einem unbedeutenden Seitenarm unserer Galaxie, der Milchstraße; in einem Sonnensystem, das nicht halb so spektakulär ist, wie uns der Klerus Jahrhunderte lang weis machen wollte; auf einem blaugrünen Planeten mit knapp sieben Milliarden Einwohnern aus der "Gattung Homo Vollidiot Jammerlappus", deren Hauptbeschäftigung sich vorwiegend darum dreht, den Mitidioten das Leben schwer zu machen. Wir schreiben das Jahr 2011, es ist der 14. Februar und ich muss an die Menschheit endlich mal was los werden:
ICH HASSE VALENTINSTAG! MENSCHHEIT, STIRB ENDLICH AUS!



So, nun ist es raus! Und nicht nur, dass heute DER Tag ist, an dem dem sinnfreien Konsum gefröhnt wird - possierliche Begattungswillige und solche, die bereits in einer Beziehung verweilen, werden dazu genötigt Blumen, Pralinen, Schmuck und dergleichen merkantil zu erwerben - ist das auch DER Tag, an dem Singles der Stinkefinger der Einsamkeit tief in den uneingefetteten Pöterich geschoben wird. Also nicht nur, dass ich auf dieser Dreckskugel mit einer Weltbevölkerung von Doofköppen mein Leben fristen muss, NEIN! Man reibt mir das Singledasein mit solchen "Feiertagen" unter die Nase, ich arbeite als Lohnsklave bei einer großen Versicherung, habe Herz-Kreislauf, Rücken UND zu alledem noch Verwandtschaft!

Der einzige Grund, warum ich mir noch keinen Sprengstoffgürtel mit Rohrbomben umschgeschnallt, eine Demo mit Rechtsradikalen gesucht, "DJIHAAAAD" gebrüllt und mich in einer chemischen Reaktion auf Böden und Wände verstrichen habe, ist der, dass ich mich vorher klonen müsste. Es ist schlichtweg nur halb so lustig, wenn man bei einem solchen Spaß nicht aus sicherer Entfernung zuschauen kann.
So, nun sollte auch der Letzte verstanden haben: ick bin ne Misanthrop, ne?!

Astrein! Nun bin ich in der richtigen Laune fürs Bloggen.

Zum Valentinstag, dem Tag, an dem man auf Ansage romantisch sein muss - wer Parallelen zum Karneval und Lustigsein entdeckt hat, darf sich selber ein Fleißkärtchen ausstellen - sei noch angemerkt: Wenn ich mir schon scheisse an so einem Tag vor komme, wie geht es denn dann den Bordsteinschwalben!? Sind die heute arbeitslos? Das Gegenteil, weil es gerüchteweise außer mir noch mehr Singles da draußen geben soll? Werden die mit Blumen und Pralinen überhäuft bis die ein Kiosk mit gebrauchten Geschenken aufmachen können?!

Und während mir auf der Arbeit dieser absolut diffuse Gedanke durch die Fontanelle waberte, schaute ich mich um. Keine fröhlichen Gesichter im Büro, auch die mit Partner nicht... und das sind alle. Vielleicht kein Geschenk bekommen heute (HU-HÄHÄ). Und da trifft mich die Erkenntnis:
"So viel anders, wie auf dem Strich ist´s hier doch auch nicht!"

Ich sitze in einer miefigen Bude (Puff), die von meinem Arbeitgeber (Zuhälter) gestellt wird, friere mir bei einer kaputten Heizung den Arsch ab und warte darauf, dass das Telefon klingelt, damit ich die Anliegern unserer Kunden und Vertragspartner (Freier) befriedigen kann. Wenn das nicht rund läuft, hagelt es Abmahnungen (Haue vom Zuhälter) oder man wird versetzt (an einen anderen Zuhälter verkauft). In den drei Jahren Ausbildung lernt man alles Wissenswerte für den Job ("man wird zugeritten und mit Heroin angefixt") und wenn man Glück hat, danach übernommen (ist abhängig und kommt aus der Scheisse nicht mehr raus).

Unsere Kunden sprechen fremde Sprachen und benehmen sich gemäß ihrer Sitten seltsam. "Wer hat die ganzen Bayern hier reingelassen?!"
JAAA, nur ein Scherz, verdammt nochmal! Zumal ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen darf. Schließlich wird in meiner Heimatstadt ein Dialekt gepflegt, der in zivilisierteren Gegenden als permanente Schimpftirade und Beleidigung empfunden wird und klingt, als haben 30 Generationen Sprachwissenschaft mit Deutsch Inzucht getrieben.
Um den Bogen nochmal zu kriegen: den Prostituierten gehts doch nicht anders. Da bekommt man zu hören: "Alles drin im Paket: Griechisch, Spanisch, Französisch, Japanisch, Süß-Sauer-Szetschuan..."
"HALLO! BAHNHOF! Ich wollte nichts zu Essen, sondern lediglich den halben Hering verstecken!!"

Bei solchen Ansagen bräuchte man erstmal einen Internetzugang, damit man googeln kann, was zum Geier einem da angeboten wurde.
Ihr seht: Verständigungsprobleme sind auf beiden Seiten alltäglich. Zusätzlich ist die Anwesenheit der Freier, sorry, Kunden, ein Gräuel. Ständig wollen sie was, das noch schnell und preiswert sein muss und wenn es nicht genau das gibt, was sie wollen, dann gehen sie einem stundenlang auf den Keks. Gut, die Dirne kassiert vielleicht noch Schläge obendrein, aber wenn einem jemand am Telefon das Ohr abkaut, ist auch nicht schön.

Ich saß also da, analysierte in Windeseile die Situation, als auch noch das Argument des körperlichen Einsatzes (Arbeit) am Hippocampus vorbei rauschte, dabei ein gutturales Grunzen aus fernster Vorzeit der menschlichen Evolution entlockte - damals als wir uns noch mit guten Gründen (Futter, Feuer, Frauen) den Schädel eingeschlagen haben - fiel endlich das vernichtende finale Urteil:

WIR AUS DEM ARBEITENDEN TEIL DER BEVÖLKERUNG SIND ALLE NUTTEN!

Seltsamerweise störte mich diese Erkenntnis nicht so sehr, als man meinen möchte. Immerhin werde ich artgerecht gehalten und darf hin und wieder an die frische Luft. Manchmal gibts sogar Kuchen...

Ach scheiss drauf, WO ist mein verdammter Sprengstoffgürtel!?
Machts gut und haltet Euch in den nächsten Tagen von Skinheadansammlungen fern!

Tschüüüss!

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