Mittwoch, 19. Oktober 2011

Die Lachnummer

Da es schon so lange her ist, gibt es heute endlich wieder ein Double-Feature. Thematisch vereint beide Filme lediglich das Genre: Komödie; alberne Komödie, um genau zu sein -  ähh - verdammt alberne Komödie.
Den Anfang macht eine Zeitreise:

Hot Tub Time Machine

Welcher alte Sack kennt das nicht: die besten Jahre sind vorbei, Sack, Arsch und Gesicht liegen in Falten, die ersten Wehwehchen stellen sich ein, man blickt auf verpasste Chancen zurück und erkennt schlicht, dass man nicht mehr der Geilste auf dem Pausenhof ist. Ach war das schön in den alten Tagen, als Teenager!


Adam (John Cusack; Being John Malkovich, Identity), Lou (Rob Corddry; Old School) und Nick (Craig Robinson; Ananas Express, Fanboys) sind in "Hot Tub" solche altgewordenen Langweiler. Früher war Party angesagt, aber mittlerweile ist nur noch Luft im Sack. Dringend Zeit, die Jugend wieder herauf zu beschwören. Kurzerhand schnappen sie sich Adams Neffen Jacob (Clark Duke; Kick Ass, Superbad) und fahren in das Ski-Resort, wo sie es damals haben richtig krachen lassen. Dort angekommen besaufen sich die vier Kerle hemmungslos im Whirlpool und finden sich am folgenden Tag im Jahr 1986 wieder. War bloß das letzte Bier schlecht oder sind die Jungs wirklich durch die Zeit gereist?

Im Grunde an diesem Punkt im Film auch vollkommen sekundär, denn so oder so folgt der Zuschauer dem Quartett nun auf ihren Spuren durch die Ära der 80er - und das mit allen grausamen Facetten. Ich sage nur: Musik, Frisuren, Weltanschauungen und Klamotten. Kurz: ich fands herrlich schräg und albern. Regisseur Steve Pink (High Fidelity, Grosse Point Blank (Screenplay)) brennt ein Feuerwerk an Klischees ab, die allen, die dabei gewesen waren, mindestens ein fettes Grinsen abringen sollten und allen, die nicht dabei gewesen waren kann ich nur sagen: die 80er sind mit gutem Grund vorbei!



Damit folgt auch sogleich Nummer Zwei in der Datenleitung:

Your Highness

Es begab sich zu einer Zeit, da sich das Königreich in gar ärgster Bedrängnis befand. Der dämonische Zauberer Leezar (Justin Theroux; Inland Empire, American Psycho) hat in bösester Absicht des Prinzen Fabious (James Franco; Spiderman, 127 Hours) holde Maid (Zooey Deschanel; Per Anhalter durch die Galaxis) entwendet. Er gedenkt sie zu einem festgelegten Zeitpunkt zu besteigen, auf dass sie sich in einen Drachen verwandle, der ihm untertan sein werde.

Doch hat sich der Magier in Algebra wohl nie besonders agil hervorgetan. Nur so sei es zu erklären, dass sich der Prinz und dessen stets bekiffter, dauergeiler Bruder Thadeous (Danny McBride; Tropic Thunder, Ananas Express) auf eine Queste begeben können und ihm fortan die Rechnung durchkreuzen. Ihr heiligstes Ziel ist es die unheilige Begattung zu verhindern und den bösen Schergen mit einem besonderen Schwert zu penetrieren...

Penetration! Damit sind wir auch schon beim zentralen Thema von "Your Highness" angekommen. Denn meist dreht sich der Humor um Pimmel, Titten und ums Ficken. Wer jetzt entsetzt ist, scrollt besser zu "Hot Tub" zurück. Da sind die Gags um ein paar Nuancen feinsinniger.
Alle anderen, die dabei geblieben sind, wissen nun, worauf sie sich einlassen, wenn sie "YH" ins Laufwerk legen.

Auch wenn in David Gordon Greens (Ananas Express, Snow Angels) neuster Komödie nicht jeder Gag zündet, musste ich bei der rotzfrechen Mischung aus Fantasy, Kifferfilm, Splatter und spätpubertären Attitüden doch angenehm oft lachen. Seine besten Momente hat "YH" immer dann, wenn es besonders abstrus oder sowas von unglaublich primitiv abgeht, dass es wieder komisch ist. Überrascht haben mich neben dem scheinbar recht hohen Produktionsbudget und den ausgiebigen Splattereffekten, dass auch Natalie Portman (Black Swan, Star Wars, Leon der Profi) mit spielt. Normalerweise eher auf Charakterrollen festgelegt, zeigt sie sich ausnahmsweise von ihrer komischen Seite.

Fazit: beide Filme zeugen nicht gerade von smartem Humor und hauen oft mit dem Hammer auf die Pointen. Dennoch haben beide ihren ganz eigenen Charme. Während sich der inhaltlich bessere "Hot Tub" stellenweise etwas zäh gibt, kalauert es sich bei "Your Highness" von der ersten Szene bis zum Abspann kurzweilig durch die knapp hundert Minuten.
Wie so oft gilt hier das Komödienprinzip: schnappt Euch ein paar durchgeknallte Freunde, Bier und sperrt die Spaßbremsen aus - dann wirds auch ein lustiger Abend.

Kommentare:

  1. ICh bin mal sehr auf die deutsche Synchro gespannt, denn grad so Sachen wie "It's a booby trap!" sind ja nicht so gut ins Deutsche zu übersetzen ^^

    AntwortenLöschen
  2. Die Synchro is schwer in Ordnung. Aber gegen die englische Fassung bin ich auch nicht negativ eingestellt. ^^

    AntwortenLöschen