Donnerstag, 27. Oktober 2011

Holy nipple on a breast, Batman! This is a foreplay!


Schnauze Robin! Und schleich dich! Du spielst hier keine Rolle.
Schnell die Erinnerungen an die alte Batmanserie aus den 60ern verdrängen und erkennen, dass Robin garnicht mal so unrecht hat.

Zunächst einmal: ich mag Zeichentrickfilme. Nicht dieser neumodische Animationsscheiß mit putzigen Trierchen, die immer wieder die selbe Story in Variation erleben. Meist läuft der stumpfe Rotz dann auch noch in 3D, damit es nochmal so teuer wird. Aber es wird abseits davon leider kaum noch etwas anderes produziert.
Auch wenn ich kein Superheldenfan bin, bin ich daher in den letzten Jahren verstärkt auf Zeichentrickfilme mit Superman, Green Lantern, Wonderwoman und Co angewiesen. Dabei musste ich zu meiner Überaschung feststellen, dass die Qualität der Geschichten und der Zeichnungen meist sehr gut ist.


Diesmal landete der neueste Streifen über den Dunklen Rächer in meinem Laufwerk; genauer gesagt: "Batman - Year One". Dabei handelt es sich um die Adaption des gleichnamigen Comics aus den 80ern aus der Feder von Frank Miller (u.a. Sin City, 300, Robocop, Hard Boiled, Elektra).
Da ich einige weitere seiner Batman Geschichten kenne und mag - u.a. Der Dunkle Ritter kehrt zurück, um mal die wichtigste zu nennen - war ich recht gespannt.

Im kalten Januar kehrt Bruce Wayne nach zwölf Jahren der Wanderschaft durch die Welt, auf der er sich eine Menge Fähigkeiten angeeignet hat, in seine Heimat Gotham City zurück. Zur selben Zeit wird Detective Jim Gordon dort hin versetzt und sieht sich mit einer Stadt konfrontiert, die sich im Würgegriff von Drogenhandel, Prostitution und Korruption befindet. Beide sind voller Ideale, beide wollen dem Treiben ein Ende setzen, doch nur einer muss sich an Regeln halten.
Bruce Wayne sucht nach einem Weg, das Verbrechen zu bekämpfen, und findet ihn in einer Maske...

Wer jetzt denkt, dass ihm das bekannt vorkommt, der liegt gar nicht mal so falsch. Christopher Nolans gelungener Film "Batman Begins" basiert u.a. auf "Year One". Dennoch erzählt der Zeichentrick die Geschichte etwas anders als Nolan. Grundsätzlich läuft es aber auf das Gleiche hinaus. Allerdings - und das ist auch eine Schwäche - orientiert sich der Film zu sehr an den Erzählstil der Vorlage. Daraus ergibt sich eine in weiten Teilen telegrammartige Erzählweise - schließlich versucht der Regisseur einen etwa ein Jahr (wer hätte das gedacht?!) umfassenden Handlungsbogen in knapp sechzig Minuten zu quetschen. Dadurch können natürlich nicht alle Charaktere entsprechend gewürdigt werden.

Für alle, die bereits in der Materie sind und nicht erst noch lernen müssen, wer Bats ist, werden sich nicht allzu sehr daran stören. Insgesamt wirkt der Film auf mich wie der Start für eine Reihe weiterer Filme, in der die Figuren weiter ausgebaut werden und Batman nach und nach zu dem wird, den wir heute kennen.

Für eine direct-to-BD-Produktion sind Zeichnungen und Animation sehr gelungen. Die Atmosphäre wird sehr gut eingefangen, hätte aber noch einen Tick bedrohlicher und düsterer geraten können. Die Action wurde ebenso fein umgesetzt und wird von einem passenden Score begleitet.

Mit auf der Scheibe befindet sich noch ein Catwomen-Animationsfilm aus der Feder von Paul Dini, ein paar Ausblicke auf kommende Filme (z.B. Justice League: Doom) und diverse Featurettes.

Aber braucht man "Year One" unbedingt?
Nun ja, zugegeben. Der Film erzählt nicht viel Neues, gehört aber aufgrund seiner gehobenen Produktionsqualität durchaus in eine gut sortierte Sammlung, sofern man Superhelden mag, Action und Animationsfilme. Ehrlich gesagt langt schon die erste Voraussetzung. Der Rest ist eine logische Folge davon.

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