Montag, 31. Oktober 2011

Wie eine Fata Morgana - so nah und doch so fern!

Der beste Grund sich eine PS3 zuzulegen hat Nachwuchs bekommen.
Mit einem Zitat der grenzdebilen EAV startet heute mein neues Game-Review. Ja, ja, ja, jaaa! Ich weiss, dass ich immer noch an GT5 und Two Worlds weiter schreiben müsste, aber ich habs einfach nicht übers Herz gebracht die Titel zu Ende zu zocken - hüstel!
Darum gibt es heute mein persönliches Action-Highlight des Jahres - noch vor "Killzone 3": Naughty Dog´s "Uncharted 3 - Drake´s Deception" für die PS3!
Nach Wasser und Schnee ist in Teil 3 der Sand der neue Star.

Für alle, die die ersten beiden Teile noch nicht kennen, in aller Kürze um was für ein Game es sich handelt: Uncharted ist ein Third-Person-Action-Game, das hauptsächlich aus Klettereinlagen, Ballereien und Rätseln besteht. Im Grunde haben wir es mit einem Klon aus "Indiana Jones" und "Tomb Raider" zu tun. Man steuert hier den Schatzsucher Nathan Drake, der meist eher unfreiwillig in seine Abenteuer schlittert. So weit, so unspektakulär.
Allerdings gibt es einige Aspekte, die die Reihe zu etwas Besonderem machen.




Vegetation konnte die Engine schon immer super darstellen
Da wäre zum einen die Charakterzeichnung. Sowohl die Hauptfigur Nathan Drake, als auch nahezu alle Nebenfiguren wurden mit einer für Videospiele untypischen Tiefe versehen. Viele Figuren sind weder eindeutig gut oder böse, sondern dazwischen angesiedelt. Man kann sich nie sicher sein, wie sie wirklich ticken.

Dann wäre da die Interaktion zwischen den Figuren. Während der Action unterhält man sich miteinander, es wird gefrotzelt, geflucht und über Belanglosigkeiten gesprochen. So sind selbst Passagen, in denen man nach dem Weg sucht, stets unterhaltsam.

Die Sets sind mit einer Fülle an Details versehen. Sehr lebendig!
Zwischensequenzen unterbrechen häufig das Spiel, sind aber kein reiner Selbstzweck, um eine Ausrede für das Töten von Gegnern zu liefern oder die Mission einzuleiten, sondern fügen sich stets nahtlos, ohne sichtbaren Übergang, ins Spielgeschehen ein und treiben die Handlung voran.

Vereinfacht ausgedrückt ist "Uncharted" die nahezu perfekte Verschmelzung von Kino und Videospiel - quasi ein echter "Spiel-Film".

Die Naturgewalten brechen auch hier wieder über Nate herein
Während die Helden anderer Games blass bleiben und mir als Spieler am Arsch vorbei gehen, leidet man hier mit Nate richtiggehend mit, wenn er bspw. wieder verprügelt wurde, gerade so aus einem einstürzenden Haus gesprungen ist, ein Messer an der Kehle hat, von seiner Herzensdame zusammen gestaucht wird oder um ein Haar von einem Panzer überrollt wurde. Aber genau so freut man sich mit Nate, wenn ein waghalsiges Manöver geklappt hat oder man überrascht feststellen muss, dass man gerade wider erwarten nicht erschossen/erstochen/aufgefressen wurde.

Manchmal, wenn Nate total am Ende ist und sich nur noch schleppend voran bewegt, kann man sich dabei ertappen, dass man vor sich hin murmelt: "Komm schon! Ich weiß, es ist hart, aber du schaffst das Junge! Nur noch ein paar Meter, dann sind wir da!" - Kann aber auch nur an meiner lebhaften Phantasie liegen. 

Nein, das ist nicht Red Dead Redemption
Mit der durchchoreografierten Kameraführung, der gelungenen Synchronisation (auch nicht typisch für ein Spiel) und der schweißtreibenden Action, schaffen es Naughty Dog immer wieder, dass man auch dann noch auf die Knöpfe des Controllers hämmert, um zu verhindern, dass Nate stirbt, ohne zu merken, dass man sich bereits in einer Filmsequenz befindet und keine Kontrolle mehr über seine Figur hat.

Wenn ein Game es schafft beim Spieler mit Freude über Angst bis zu Wut und Traurigkeit eine so breite Palette an Emotionen anzusprechen, dann ist das etwas nahezu einzigartiges im Videospielbereich. Selbst Filme schaffen sowas oft nicht.

So, nun ist meine kleine Einführung für alle Neulinge doch länger geworden, als ich wollte. Nun denn.

Die Wüste ist atemberaubend in Szene gesetzt
Worum geht es denn im dritten Teil der Reihe?
Da ich nicht unnötig spoilern möchte nur so viel: Nathan begibt sich auf die Suche nach dem "Atlantis der Wüste" und wird dabei mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Es kommt zu einer Hetzjagd um den halben Erdball und man trifft alle noch lebenden Nebenfiguren aus den Vorgängern wieder.

Während man im ersten Teil meist alleine oder mit der Reporterin Elena Fisher unterwegs war, entspann sich in "Uncharted 2 - Among Thieves" ein Plot um die Dreiecksbeziehung zwischen Elena, Nate und Chloe, einer alten Freundin von ihm. Dieses mal konzentrieren sich Naughty Dog auf Nates Freundschaft zu Sully. Wir erfahren endlich mehr über ihre gemeinsame Vergangenheit und sind daher meist mit dem alten Haudegen auf der Piste.

Nachts durch Ruinen klettern - ein Traum von mir ^^
So, mehr gibts zur Geschichte nicht, um euch nicht den Spaß zu verderben.
Ihr könnt euch wieder auf einen schweißtreibenden Plot freuen, der erneut einige überraschende Twists in Petto hat. Zwar hat mir die Geschichte des zweiten Teils etwas besser gefallen, aber den Spielspaß hat das nicht im mindesten getrübt.
Die Missionen sind abwechslungsreich, sowohl was das Spieltempo als auch die Settings angeht. Man ist u.a. in England, Frankreich, Syrien und dem Jemen unterwegs. Wie in den Vorgängern wurde das Flair der Szenen super eingefangen.  Im Grunde führt man die Arbeit auf dem sehr hohen Niveau des zweiten Teils fort.

Aber was ist denn neu bei "Drake´s Deception"? Nicht viel, aber wie heißt es so schön: "Never change a winning team!"
Die Steuerung ist mit die präziseste im Genre
Zum einen hat man das Nahkampfsystem etwas erweitert, das nun an das aus "Batman: Arkham Asylum" erinnert, ohne jedoch dessen Tiefe zu erreichen. Dennoch macht es nun oft Sinn und Laune den Bösewichtern einfach eins aufs Maul zu geben statt sie über den Haufen zu ballern. Zum anderen kann man nun Handgranaten wieder zu den Gegnern zurück befördern.
Die Animationen wurden nochmal etwas verfeinert und gehen nun noch flüssiger ineinander über.

Zu Meckern gibt es auch einiges, aber auch hier lediglich auf hohem Niveau. Manchmal tauchen nun Clippingfehler auf, wenn Gegner in den Wänden liegen bleiben. Feinde mit Granatwerfer sind mir einen Tick zu zielsicher und gehen einem daher schnell auf den Keks. Insgesamt stimmt zwar die Abwechslung, aber im Großen und Ganzen hätten die Klettereinlagen anspruchsvoller ausfallen können. Und wozu hat man die Gesichter von Chloe und Elena verändert? Erscheint mir dezent unnötige Arbeit gewesen zu sein.
Man sieht Nate jede Anstrengung an - top Animationen

Fazit: Nach dem grandiosen zweiten Teil gelingt Naughty Dog geradezu spielerisch (haha) der Klassenerhalt. Zwar fällt die Geschichte im Vergleich zum Vorgänger minimal ab, was hauptsächlich am etwas unrunden Ende liegt, aber inhaltlich setzt man teilweise noch einen drauf. Die Optik rockt, der Sound ist fett und stimmig und auch das Gameplay wurde nicht verschlimmbessert.

"Uncharted 3" ist so epic, dass sogar Indiana Jones es spielen würde.
Wer braucht da schon "Tomb-Titten-Raider"?!




By the way: Wo bleibt eigentlich der Film zum Spiel? Sollte hier ja nicht so schwer seine eine brauchbare Story auf die Beine zu stellen. 
Hängts am Cast? Keine guten Ideen, wer da überhaupt mitspielen sollte? OK, nix leichter als das. Meine Wunschliste:


Nathan                 Nathan Fillion (alternativ würde auch Gerard Butler passen)
Sully                     Bruce Campbell
Elena                   Yvonne Strahovski
Chloe                   Grace Park oder Tricia Helfer
Regie                   Joss Whedon
Bösewichter:       
Timothy Dalton ("Ich bin ein Killer, nehmen sie mich fest!"), Edward Norton, Mark Hamill (ein echter Joker ^^), Harrison Ford (Ehre wem Ehre gebührt, Indy), Adam Baldwin (Reagan´s Finest ^^), Dolph Lundgren ("Bei der Macht von...." ok, lassen wir das), Natalie Portman (Spielt doch echt überall mit dieses Jahr), Michael Hogan... da könnte ich ewig weiter machen ^^

Kommentare:

  1. Ich freu mich auch schon wie ein Schnitzel auf das Game, bin ja aber immer noch an den Vorgängern dran. Na ja, wird schon nicht mehr lange dauern :-)

    Was den Cast angeht: Die Dame heisst Yvonne Strahovski, nicht Yvonne Stravoski ^^

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  2. Danke für die Korrektur, auch wenn leider außer Rechtschreibfehlern sonst nix kommt (*winkmimzaunpfahl*). ^^

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  3. Da gibts doch mal ein +1 für den Artikel

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