Montag, 28. Juli 2008

Des Teufels Advokat

Michael Clayton

Wie viel Geld ist ein Freund wert? Ist es vertretbar für Geld ein Verbrechen zu verschweigen oder sogar zu vertuschen?

Michael Clayton (George Clooney) ist Anwalt und arbeitet in der Kanzlei Kenner, Bach und Leeden. Allerdings arbeitet er dort nicht als Anwalt, wie man vermuten könnte, sondern als Hausmeister oder "Aufputzer", wie er sich selber nennt. Jedoch räumt er die Scheisse im Großen Rahmen auf, indem er wichtige Leute aus schwierigen Situationen herausboxt und sein Organisationstalent spielen lässt. Privat sieht es nicht gut bei ihm aus. Er ist geschieden, sieht nur hin und wieder seinen Sohn und er hat Schulden, die er dringend bezahlen muss bevor ein endültiger Preis eingefordert wird.


Sein bester Freund Arthur Edens (Tom Wilkinson) arbeteitet ebenfalls in der Kanzlei und vertritt bereits seit Jahren die Interessen der Firma U-North, die in einen Umweltskandal verwickelt ist. Die Produkte für die Landwirtschaft sollen krebsfördernde Mittel enthalten weswegen eine Sammelklage in Höhe von drei Milliarden Dollar gegen U-North läuft.

Bislang hat Arthur seinen Job tadellos erledigt. Eines Tages jedoch kann er sich der Wahrheit nicht mehr verschließen und erkennt die Verbrechen von U-North. In eine Sitzung, in der eine der geschädigten Frauen interviewt wird, platzt er herein, zieht sich aus und bezeichnet sich als der Todesgott Shiwa. Michael soll Arthur ersteinmal aus dem Verkehr ziehen. Aber Arthur denkt nicht länger daran den Mund zu halten und will alles an die Öffentlichkeit bringen. Karen Crowder (Tilda Swinton) von U-North hingegen will nicht tatenlos zusehen wie Arhtur die Firma zugrunde richtet und bringt Ereignisse in Gang, deren Kontrolle ihr schon bald entgleitet.

Allein schon die Tatsache, dass Sydney Pollak höchstpersönlich in "Michael Clayton" mitwirkt, drängt den Vergleich mit dessen Meisterwerk "Die drei Tage des Condor" geradezu auf. Und es gibt durchaus einige Parallelen. So streift auch Michael einsam durch die Straßen der Stadt und versucht nicht unter die Räder zu kommen, während er mit wichtigen moralischen Entscheidungen konfrontiert wird. So ist "Michael Clayton" allerdings auch ein Thriller, der actionarm und behäbig inszeniert wurde. Im Gegensatz zu Genrekollegen wurde der Focus hier auf die Charakterentwicklung gelegt. Daher ist eine gute Besetzung umso wichtiger und Regisseur Tony Gilroy hat keinerlei Ausfälle zu beklagen. Bis in die letzten Nebenrollen ist jeder Charakter stimmig besetzt worden und bescheren Gilroy ein grandioses Regiedebut.

George Clooney weiss als schweigsamer, grüblerischer Michael Clayton zu überzeugen, Tilda Swintons Schauspiel zieht die Verachtung, die ihre Figur auch verdient hat, an wie das Licht die Motten und Tom Wilkinson meistert seine Rolle ebenfalls souverän.

8 von 10 Memos

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