Dienstag, 15. Juli 2008

Unglaublich: Grünbepinselte Prügelklöte randaliert in Amerika!

Der unglaubliche Hulk

Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühn...

Ja, der Hulk ist zurück und verteilt munter Veilchen wie in alten Tagen. Nachdem Bruce Banner (Edward Norton) 2003 untertauchen musste, weil General Ross (William Hurt) ihn gefangenzunehmen gedachte um aus ihm eine Waffe für das US-Militär zu basteln, verschlug es ihn nach Südamerika. Dort verdingt er sich als Arbeiter in einer Getränkefabrik. In seiner Freizeit forscht er an einem Mittel um seine Kräfte zu neutralisieren. Wir erinnern uns: Nach einer Übderdosis "Gamma Ray" ist es gefährlich Mr. Banner auf die Nerven zu gehen. Steigt sein Puls auf über 200 mutiert er in den mies gelaunten, grünhäutigen Gebäudezerbrösler HULK.


Da Ross bislang ziemlich unerfolgreich seinem Missionsziel hinterhechelte engagiert er den Söldner Emil Blonsky (Tim Roth). Bruce wird schließlich von Blonsky aufgespürt und befindet sich erneut auf der Flucht. Doch dieses mal muss er in die Höhle des Löwen: nach hause, einem möglichen Heilmittel entgegen, das ihm verspricht Ross endlich loszuwerden.

Nachdem "Hulk" 2003 an den Kinokassen weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, verwunderte es nicht wenige, dass tatsächlich noch eine Fortsetzung gedreht wurde. Zwar knüpft "Der unglaubliche Hulk" nur vage an die Geschehnisse im ersten Teil an, spinnt die Geschichte um Bruce Banner aber recht geschickt weiter. Der schwerfällige Plot des Vorgängers wurde deutlich entschlackt, der Actionanteil etwas erhöht und an Effekten wurde auch nicht gespart. Dankenswerterweise verkommt "der unglaubliche Hulk" aber nicht zu einem tumben Actionreisser, was unter anderem Hauptdarsteller Edward Norton zu verdanken ist. Er spielt gekonnt den Widerspruch zwischen dem fragilen Bruce und dem zerstörerischen Hulk. Auch Tim Roth überzeugt als Kampfsau Emil Blonsky, der in Gestalt des Ungetüms Abomination mit Hulk den Boden aufwischt.

Leider sind nicht alle Schauspieler optimal besetzt. William Hurt ist durchaus okay in seiner Rolle als General Ross, lässt aber Sam Elliots eisenharte Kaltschnäuzigkeit vermissen. Liv Tyler, die vielen noch als Elbenschlampe Arwen ein Begriff sein sollte, legt sich weit abgeschlagen hinter Jennifer Connelly auf die überschminkte Fresse um sich mit ihrem Talentniveau zu vereinen.

Der Stil des Films nähert sich ein wenig der Fernsehserie aus den Siebzigern an. Zum einen erinnern die Gerätschaften aus dem Labor frappierend an die Designs der Serie mit Bill Bixby und hin und wieder klingt auch das traurige Klavierthema an, das David Banner (ja damals wars ein anderer Vorname) auf seinen einsamen Wegen am Ende jeder Folge in den Abspann begleitete. Zudem darf man sich auch über einen amüsanten Cameoauftritt von Lou Ferrigno freuen. Was Schnitt und Kamera angeht erwartet uns gehobene Durchschnittsware von der Stange. Louis Leterrier (Transporter 1&2) liefert durchaus solide Arbeit ab. Im direkten Vergleich zu Ang Lee´s Arbeit jedoch verblasst "der unglaubliche Hulk". Während Ang Lee "Hulk" sehr behäbig inszenierte, konnte er mit einfallsreichen Schnitten, Bildkompositionen, Überblendungen, Bild-in-Bild und dem ersten wirklichen Comiclook in einem Hollywood-Kinofilm punkten.

7 von 10 Baldriantropfen

Wer gedenkt Hulk im Kino zu sehen sei gewarnt: in fast allen Kinos läuft eine um zwei Minuten geschnittene 12er Fasssung, die den Endkampf zwischen Hulk und Abomination restlos zerstückelt und sinnfrei macht. So geht es nicht Concorde!

Auf DVD soll Hulk übrigens uncut ab 12 (!) erscheinen. Wer soll bei dem Blödsinn noch durchblicken?!

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