Mittwoch, 23. Juli 2008

Eckaaat, die Russen sind dooo!

The Red Star

Eieiei, nach dem Auspacken des Comics dacht ich schon: "shit, der müffelt ja mehr als Raclettekäse aus der zugeschweisseten Packung."

Und das waren auch so ziemlich schon meine Negativpunkte zu "The Red Star". Hauptsache was zu meckern.

"The Red Star" spielt irgendwann in der Zukunft und zeigt das fiktive Schicksal einer Sowjetunion eingebettet in SF- und Fantasyelemente. Neben Raumschiffen tauchen auch allerhand Zauberer, Geister und sonstiger metaphysischer Schmarrn auf.

Auf den etwa 150 Seiten des ersten Bandes erzählt Christian Gossett die Geschichte von Maya und Markus Antares. Sie ist eine Zauberin, die auf dem Wolkenbrüter Konstantinov (ein Schlachtschiff) Ihren Dienst versieht. Ihr Ehemann ist einfacher Soldat. In Rückblenden erzählt Maya von der Schlacht vor Kar Dathras Tor, in der die Vereinigten Republiken des Roten Sterns (VRRS) neun Jahre zuvor vernichtend geschlagen wurden. In dieser Schlacht verlor Sie ihren Mann Markus. Oder doch nicht?


Zugegeben: im ersten Band geschieht nicht allzuviel, wenn man bedenkt, dass die Auswirkungen der Schlacht, von der Maya erzählt, bereits zu Anfang zu sehen sind. Sehr langsam entfaltet sich der Plot und gibt weitere Handlungsstränge frei, an die sich der Autor erst später wieder hinbegeben wird.

"The Red Star" ist eine politische Novelle, die zwar den Kommunismus nicht glorifiziert und zeigt, warum dieses kommunistische System letztenendes Scheitern musste. Keinesfalls vergessen werden aber die positiven Grundgedanken des Systems, das jedoch stets korrumpiert wird. Im Comic gibt es keinen Stalin oder Lenin, werden aber sehr gut vom Zauberer Imbohl ersetzt, der nur aus eigenen Machtdünken Millionen Menschen durch den Militärapparat abschlachten lässt. Zudem stellen in der Welt des Roten Sterns die Seelen gestorbener Menschen eine Art Energiequelle dar auf deren Basis die
Regierungen sich an der Macht halten.

Doch die verlorene Schlacht vor Kar Dathras Tor hat den Völkern in den VRRS eine neue Tür geöffnet: die Unabhängigkeit. Als sich am Ende der Staat Nogorka für unabhängig erklärt wird der Militärapparat in Gang gesetzt, um Nokgorka auszulöschen. Als Exempel für die restlichen Republiken.

Ich denke, dass in der Zusammenfassung schon einige Parallelen zur echten Geschichte Europas deutlich werden. Definitiv eine Geschichte, die sehr zu Kontroversen einläd. Und welcher Comic kann von sich heutzutage schon behaupten das zu können?

Für alle, die sich jetzt noch fragen wie sie die Geschichte denn einzuordnen haben, hat Timur Bekmambetov (Regisseur von Wächter der Nacht und Wächter des Tages ist derzeit an einer Umsetzung von The Red Star dran) folgende Formel aufgestellt:

"Doktor Schiwago trifft Star Wars".

Und ein bisschen stimmts sogar.

Von der technischen Seite betrachtet kommt "The Red Star" im Albumformat daher, bunt, traditionelle Tuschezeichnungen mit am Computer generierten Hintergründen. Faszinierend, dass alle Bildelemente sehr stimmig sind und sich nicht gegenseitig behindern. Dankenswerterweise hat Cross-X-Cult am Ende des Bandes eine Art "Making of" und Interviews mit den Machern eingefügt.

Definitv lesenswert. Was die Geschichte wirklich kann, wird sich mit den folgenden Bänden herausstellen müssen.

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