Sonntag, 29. Januar 2012

Gib Gummi!

Ich weiß nicht so recht, wie und wo ich DEN Indie-Film jetzt nun einordnen soll. Aber "Trashmovie" passt da echt am Besten. Gewürzt mit Horror, Spannung und durch den Wolf gedrehter, eigentlich sinnloser Story... jawoll, passt :)

Bei Robert (einem Reifen!) kan man mit Fug und Recht behaupten: Ich denke, also bin ich! In der kalifornischen Wüste versammelt sich eine Schar von Menschen um das Erwachen des Pneus mit zu erleben. Mittels Telekinese bringt dieser Tiere und menschliche Köpfe zum Explodieren. Der Reifen denkt, philosophiert und mordet...

Naja, das ist auch so mehr oder minder die Story
Der Film von Quentin Dupieux (der echte Name von Mr. Oizo... na klingelts? Jep, Flat Eric!) vereint die Elemente von Komödie und Horror sehr gut. Und doch will der Film nicht wirklich in eines der Genres rein passen. Manche Kritik-Seiten ehren bwz sehen den Film als eine "Hommage an der Sinnlosigkeit der Dinge". Von meinem Standpunkt aus halte ich es da eher mit dem Monolog am Anfang des Filmes: "Hommage an die reine beschissene Willkür". Man könnte auch noch eine Hommage an Hitchcocks "Psycho" oder den Film "Scanners" reindichten. Drauf geschissen.


Aber davon mal abgesehen, egal ob Willkür oder Sinnlosigkeit, Hommage oder Referenzen... haben uns nicht die ganzen zum Leben und Morden erwachten "Dinge" den meisten Spaß oder zumindest einigen Spaß bereitet? Wer denkt nicht gerne an "Chucky - Die Mörderpuppe" und seine Sequels? Oder an "Christine", in meinen Augen noch eine der besten filmischen Umsetzungen der Bücher von Stephen King ("The Mangler" gehört auch dazu, ist aber eher schwach umgesetzt)? Und beobachten nicht auch wir diese Filme genauso wie die Zuschauer Robert beobachten, mit einer gewissen Distanz und Arroganz? Voyeurismus pur!


Man erlebt die ersten tapsigen Geh... äh Rollversuche des Pneus mit. Als würde man die ersten Gehversuche eines Babys oder meinetwegen auch Bambis mit verfolgen. Aber mit mehr Gewalt. Nur warum der Reifen so sozio... psycho... pneuomatisch ist erfahren nicht. Hatte wohl eine schlechte Kindheit und wurde als drittes Rad bei einem Dreirad benutzt. Hätte der ganzen Story etwas mehr Tiefgang verliehen, wenn man darauf näher eingegangen wäre... ach quatsch, juckt mich nicht die Bohne.

Die Darsteller, wenn man Nebencharaktere noch so nennen darf, machen hier ihre Sache gut, kommen aber mit der Darstellung des Reifens nicht mit. Ein Hauptdarsteller aus Gummi, der allen anderen die Show stiehlt... das kennt man sonst nur aus XXX-Rated-Filmen ^^ 

Der Score ist im Übrigen auch sehr gelungen und trägt zur Unterhaltung gut mit bei.

Kurzweilige Unterhaltung, mal ein neuer Plotansatz... ja doch, mal etwas erfrischend anderes. Und der Reifen ist doch menschlicher als der Mensch an sich. Und wo "Rare Exports" Potential verschenkt, zieht es der Streifen hier gnadenlos durch.


8 von 10 Gummimischungen

Ich geh mal meine Autoreifen streicheln, man weiß ja nie :) Und ich vergesse auch nicht den armen, vernachlässigten Ersatzreifen...

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