Dienstag, 6. Dezember 2011

Silent Night - Deadly Night


Ach war das schön in den guten alten Zeiten, als nervige, unartige Kinder zu Weihnachten vom Nikolaus gefressen wurden.
 Wie!? Was?! Er soll den Kindern Geschenke gebracht haben? So ein Nonsens! Das Geschenk war für die Eltern. Schließlich wurden die von den ätzenden Blagen befreit,  die ihnen die Haare vom Kopf fraßen und sowieso nur Unmengen an Geld gekostet haben.

Und genau von DIESEM, dem ECHTEN Weihnachtsmann handelt Jalmari Helanders "Rare Exports". Wie man sich anhand der Einleitung schon denken kann, haben wir es hier mit der "Supernatural" Version des fetten roten Mannes mit der weißen Matratze im Gesicht zu tun - und das ist auch gut so, denn Kindergeburtstag war gestern!
Doch entgegen dem Spruch: "Ich mag Kinder, aber ich könnte nie ein ganzes auf einmal essen!" Langt Nikolaus bei "Rare Exports" richtig zu. Ganze Horden von Kinder verschwinden plötzlich in der Vorweihnachtszeit. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er seit vielen Jahren begraben war. Da sammelt sich natürlich eine Menge Kohldampf an.

Ein amerikanischer Investor (Per Christian Ellefsen) jedenfalls hat mitten in Finlands Tundra des Weihnachtsmannes Grab  ausfindig gemacht und lässt den alten Fettsack freischaufeln.  Blöde Idee, wie er bald feststellen muss.
Der vorwitzige Dreikäsehoch Pietari (Onni Tommila) lebt in der Nähe der Ausgrabungsstätte und beobachtet mit seinem besten Freund die Arbeiten. Nachdem er eins und eins zusammen gezählt hat, versucht er seinen Vater und dessen Freunde zu warnen. Naturgemäß hört erst mal keiner dem Hosenscheißer zu. Erst als sie Santa gefangen haben, dämmert ihnen, womit sie es wirklich zu tun haben...

Etwas Horror, etwas Mystery, etwas Humor - Helander bedient sich aus mehreren Töpfen, um seine Mischung zusammen zu rühren. Auch wenn ich bisher recht begeistert geklungen haben mag, so muss ich die Freude nun etwas ausbremsen - so ganz will das Rezept nämlich nicht aufgehen. Dafür passiert in den knapp 80 Minuten Laufzeit zu wenig bzw. wurde der Spannungsbogen nicht genug ausgearbeitet. 

Während Idee, Atmosphäre, Schauspieler und Effekte für ein kleines Projekt sehr viel versprechend sind, scheitert "Rare Exports" gerade daran, dass man sich nicht getraut hat, den Focus entweder mehr auf Humor oder auf Horror zu legen. Denn entweder bräuchte der Streifen mehr Lacher oder einen deutlich erhöhten Bodycount und Spannung, um für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Dass beides, aber selten zusammen funktioniert haben die "Supernatural" Macher klar erkannt und sorgen daher dafür, dass die einzelnen Episoden entweder die eine oder andere Zutat stärker in den Vordergrund tritt.

"Rare Exports" ist allerdings bei Weitem kein Reinfall, es wird lediglich Potential verschenkt. Der Trip ins eisige Finnland macht Spaß und weiß mit einigen ungewöhnlichen Ideen aufzuwarten - mehr wäre aber schon drin gewesen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen