Samstag, 28. Januar 2012

Die Gelbe Gefahr


Wettbewerb! Egal wo man hinschaut, immer steht alles und jeder zueinander im Wettbewerb. Bestzeiten auf dem Sportplatz, Highscorelisten in Spielhallenautomaten, die schönere Hausdeko an Weihnachten usw usf. Es gibt einfach Leute, die mit allem, was sie tun, anderen zeigen müssen wie viel toller sie doch sind. Warum also soll das bei Bösewichten anders sein?

Gru lebt alleine mit einer räudigen, bissigen Töle in seinem Haus in einem Vorort. Dort hat er auch sein Labor, in dem er mit den Minions, seinen willigen Helfershelfern, allerlei bösartige Coups ausheckt.
Das Geschäft läuft seit einiger Zeit aber nicht mehr so gut. Ein Konkurrent namens Vektor ist drauf und dran ihm den Rang abzulaufen. Ausgerechnet dieser Emporkömmling will der gerissenste Gauner aller Zeiten sein? Nur über Gru´s Leiche! Also beschließt er mittels eines Schrumpfstrahlers den Mond zu stehlen. Blöderweise ist Vektor im Besitz der Waffe. Doch wie will er diese in seine gierigen Griffel bekommen?
Er braucht nun also einen guten Plan und Hilfe von Außen. Während Gru noch darüber nachgrübelt, wie er das anstellen soll, lernt er drei Kekse verkaufende Waisen kennen...


Als alter Zeichentrickfilmfan mache ich um Animationsfilme aus dem PC gerne einen großen Bogen. Heute ist dann doch mal einer in meinem Laufwerk gelandet. Warum? Ganz einfach: er hat den Erstcheck überstanden.

Sind keine putzige Tiere im Film? Check!
Handelt es sich nicht um eine Love Story? Check!
Ist es unwahrscheinlich, dass darin gesungen und getanzt wird? Check!

OK, dachte ich mir, dann trau ich mich doch mal wieder an solch einen Film. Und Universal hat mir die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht. Neben dem unsäglich bescheuerten deutschen Titel "Ich - einfach unverbesserlich" steht da dann noch am unteren Ende des Covers die Zeile "Ein Dieb wird lieb." geschrieben. Also solch plumpen Reimversuche dürfen sich vielleicht die Clever&Smart Alben erlauben, aber das hier ist schon Brechreiz erzeugend. Zudem deutet das Cover durchaus einen gewissen Putzigkeitsfaktor an.
Aber was solls: Augen zu und durch. Immerhin hat im O-Ton Steve Carell (Get Smart) mitgesprochen.

Bevor ich weiter um den heißen Brei rede, gebe ich gleich Entwarnung: "Despicable me", wie der Originaltitel lautet, ist wirklich gelungen. Die Animationen sind gelungen, das Artdesign gefällt mir, für einen familientauglichen Film gibt es angenehm viele schwarzhumorige Ansätze, wenngleich die wenigsten Gags auch bis zum bösen Ende durchgezogen werden. Gesungen wird übrigens tatsächlich nicht.

Zwar sind die Minions sehr putzig geraten, aber da sie sehr an ihre offensichtlichen Vorbilder, die Raving Rabbids, erinnern, stehen sie auch für die chaotischsten und lustigsten Momente im Film.
Auch die drei Waisenkinder fügen sich gut in die Geschichte. Natürlich lassen sich einige "ach wie süß" Momente nicht ganz vermeiden, aber sie sind kurz gehalten und nicht zu übertrieben geraten.

Animationsfreunde werden mit "Ich - e.u." nichts falsch machen. Wer statt "Ab durch die Hecke" oder "Madagascar" so wie ich eher auf Titel á la "Die Unglaublichen" steht, sollte ebenfalls einen Blick riskieren.

1 Kommentar:

  1. Wow, jetzt bin ich aber baff... Ich dachte, den hättest du schon lange gesehen.

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