Dienstag, 24. Januar 2012

Im Westen hört dich jeder schreien


Western, Science Fiction, Monster, Action. Da ich all diese Dinge mag, wurde es zum Release von "Cowboys & Aliens" auf Bluray höchste Zeit auch diesen Film endlich mal zu sehen. Wie so oft in letzter Zeit, kommt auch Jon Favreau´s (Iron Man) neuster Streifen in einer Extended Edition auf den Markt. Diese etwa sechzehn Minuten längere Fassung bildet die Grundlage des heutigen Reviews.

Jake Lonergan (Daniel Craig; Casino Royal, München) wacht mit einer astreinen Amnesie mitten in der Wildnis auf. Er hat eine blutende Wunde in der Seite und eine Art Metallarmband am linken Handgelenk. Wer er ist, wo er war oder was passiert ist,weiß er nicht mehr. Ziellos stolpert er ins nächste Städtchen und muss feststellen, dass er von der Justiz gesucht wird. Und als sei das nicht schon schlimm genug, tauchen aus dem Nichts Ufos auf und entführen einige der Einwohner. Das Metallarmband stellt sich gerade im richtigen Moment als Waffe heraus. Jake vermutet, dass die Aliens an seiner Amnesie schuld sind und macht sich mit dem örtlichen Doc (Sam Rockwell; Moon, Confessions of a dangerous mind), Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford; Star Wars, Indiana Jones) und einigen anderen auf den Weg den Mistviechern in den Arsch zu treten.


Wer an der Stelle hofft, dass dann der Spaß richtig los geht und eine herrlich alberne Tour de Force durch den Wilden Westen seinen Anfang nimmt, sollte tief durchatmen und Ruhe bewahren. "Cowboys & Aliens" ist zwar eine Comicverfilmung und verspricht mit seinem Titel durchaus Abenteuerkino, kann die Erwartung aber nur teilweise erfüllen. Man merkt dem Skript an, dass mit fünf Autoren einfach zu viele Leute ihre Finger im Spiel hatten. Wie "Hancock" konnte sich der Regisseur nicht so recht entscheiden, ob lieber einen spannenden Charakterfilm oder actionverliebten Nonsense auf die Leinwand bringen wollte - allerdings ohne wie Erstgenannter zu versagen.

Ja, ich bin ein bisschen enttäuscht von "Cowboys & Aliens", aber schlecht ist er wirklich nicht geworden. Man lässt sich zumindest in der Extended Edition sehr viel Zeit zu Beginn die Figuren einzuführen und es kommt auch richtige Western-Atmosphäre auf. Aber es fehlen Figuren, mit denen man gerne mitfühlt und mitfiebern kann. So richtig symphatisch ist einem niemand. Entweder hätte Jake deutlich verletzlicher oder cooler werden müssen. Und das ist genau der Punkt an dem der Film dem Zuschauer den Spaß verweigert.

Gerade an den Punkten, die herrlich albernen Spaß geradezu provozieren, bleibt der Film zu ernst. Bei der Vermischung der Themen "Wilder Westen" und "Monster aus dem All" hätten herrlich dämliche One-Liner und lockere Sprüche auf der Tagesordnung stehen müssen. Dann wären die ernsten, verletzlichen Charaktermomente ebenfalls besser zur Geltung gekommen.

Die Dialoge schwanken leider ebenso wie die Bildqualität zwischen noch OK bis gut. Die Effekte indes sehen gut aus und wie von Favreau gewohnt ist die Action gut inszeniert. Abschließend bleibt für mich noch die Frage offen, warum Aliens immer nackt rumlaufen und eher zerebral inkontinent daher kommen müssen?! Verglichen mit den letzten "Aliens überfallen die Erde" Filmen wie bspw. "Skyline" oder "Battle Los Angeles" macht "C&A" die mit Abstand beste Figur.

Was bleibt ist ein eher zahmer Mix aus Western und SF, der sich zu ernst nimmt, aber durchaus unterhaltsam ist.

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