Dienstag, 17. Januar 2012

Don Quijotes der Lenden



Es gibt Regisseure, die sich mit Vorliebe bestimmten Themen widmen. Die Farrelly Brothers beispielsweise haben sich mehr oder weniger auf Beziehungskomödien mit skurrilen Hauptfiguren spezialisiert. Hank bzw. Charlie (Ich, beide & sie) war schizophren, der einhändige Roy tourte mit dem Amisch Ishmael (Kingpin) auf Bowlingtour durch Amerika, Hal (Schwer verliebt) sah die fette Rosemary stets als schlankes Reh, Bob und Walt waren als verbundene Zwillinge auf Suche nach einer Schauspielkarriere (Unzertrennlich) in Hollywood unterwegs und Ted war verrückt nach Mary.

Rick (Owen Wilson; Shanghai Noon) und Fred (Jason Sudeikis; Kill the Boss) sind da eher durchschnittliche Männer in ihrer Midlifecrisis. Nicht, dass es wirklich schlecht laufen würde, aber soll die Ehe mit Grace (Christina Applegate; Eine schrecklich nette Familie) und Maggie (Jenna Fischer; Slither) etwa schon alles gewesen sein? Unzufrieden wie sie sind, lässt sich dieser Zustand nicht lange verbergen. Es kommt zum Eklat auf einer Hausbesichtigung und ihre Frauen haben die Schnauze voll. Rick und Fred bekommen für eine Woche einen Freibrief. Sie dürfen tun und lassen was sie wollen. 

Urlaub von der Ehe? "Ja, geil!" denken sich die beiden, denn wenn "Alles erlaubt" ist, wollen sie Party feiern und reihenweise Chicks abschleppen, halt so wie in ihrer Jugend.
Schnell jedoch zeigt sich, dass sie nach den langen Ehejahren nicht mehr den Durchblick haben, wie man das so genau anstellt...

Durchschnittlich trifft nicht nur auf die Hauptfiguren zu, sondern leider auch auf einige andere Aspekte des Films - zumindest wenn man bedenkt, wozu die Farrelly Brothers sonst in der Lage sind. Ihre richtig bösen, harten Tage sind wohl vorbei. So treffend pointiert wie "Kingpin" oder "Ich, Beide & Sie" ist "Alles erlaubt" leider nicht geworden. Es fehlt schlicht an den besonderen Figuren, die ihre Werke sonst auszeichnen. Auf der anderen Seite ist der Film zwar in weiten Teilen recht derb geraten, aber in plumpen "American Pie" Klamauk driften die Brüder glücklicherweise nicht ab. Hin und wieder kommt sogar der alte Biss zum Vorschein.

Was bleibt, ist ein ungewohnt braver Farrelly-Film, der jedoch objektiv betrachtet in Ordnung geht und für knapp zwei unterhaltsame Stunden sorgt.  

Die extended Version des Films liegt auf der Bluray lediglich in O-Ton vor. Zwar erwarte ich nicht, dass die weiteren sechs Minuten den Film ernsthaft umkrempeln werden, aber sobald ich auch diese Version gesehen habe, werde ich Euch hier ein Update geben.


1 Kommentar:

  1. Nett anzusehen, der Trailer verspricht mehr als das was Du geschrieben hast. So für zwischendurch aber sicherlich nicht ganz unamüsant.

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