Mittwoch, 8. Dezember 2010

Schmerz lass nach!

Lahmende Pferde erschießt man, unfähige Beamte kommen in den Vorruhestand und schrottreife Autos kommen in die Presse; doch was macht man mit einem sich selbst im Rückwärtslauf überholenden Komiker wie Otto Waalkes?

Totschlagen fällt schonmal sofort flach! Also bevor einer auf die Idee kommen sollte: nix is! Zum Altglas,-eisen, -papier usw gehört er aber auch nicht.
Ach es tut weh zu sehn wie ein Talent sich halb zu Tode geschuftet hat und dann am Tropf und Schläuchen am Leben erhalten wird.... doch auch wenn sich nun euer Mitleid regt: gebt auf KEINEN FALL Geld für "Otto´s Eleven" aus!!!
DON´T!!!!



Worum es geht ist schnell erzählt: der talent- und damit zu recht erfolglose Wattmaler Otto lebt mit seinen vier Freunden auf der abgeschiedenen Insel "Spiegeleiland" - JA! Natürlich siehts auch genau so aus, wie man sich das nun vor stellt. Soifz...
Wer aufgrund der Figurengrundkonstellation sofort schelmisch denkt: "Ei freili bestimmt a Stund voll Schwulitätenwitze, wa!?" liegt komplett daneben... aber auch gut so.

Die Freunde sind wirklich nur Freunde und versuchen ihr kleines Eiland am Touristenmarkt besser zu positionieren. Ein Werbevideo (mit einer der besten Momente des Films) wird flugs produziert, landet im Internet und wird von einem gierigen Casinobesitzer gesehen. Er entdeckt ein seltenes Gemälde in Ottos Haus und beschließt es zu erwerben.

Natürlich wird es gestohlen und die fünf Freunde beschließen es dem fiesen Kerl wieder abzunehmen. Also geht es aufs Festland und ein Einbruch ins Casino wird geplant.

Die banale aber durchaus potential bietende, weil total banane, Grundstory wird lustlos präsentiert, alte Gags von Otto werden recycelt und dazu noch oft unmotiviert vorgetragen. Über schalen Klamauk schafft man es kaum hinaus. Gut, wer Otto kennt, wird vielleicht nicht mehr als das erwarten und verlangen, aber früher wusste Otto durch seine spritzig-pfiffige Art immer wieder zu überraschen. Selten, ganz selten gelingt es auch hier; nämlich dann, wenn mal ein Einwurf wirklich spontan wirkt. Leider können diese wenigen Momente nicht über knapp 90 Minuten Spielzeit hinweg unterhalten.

Ich jedenfalls mochte Otto, als er in seinen ersten beiden Filmen noch der charmante Looser war und nicht zum dämlichen, unfähigen Stichwortgeber degradiert wurde. Diese Rolle steht ihm nämlich nicht besonders. Max Giermann darf sein Switch-Erprobtes Talent ausleben... aber nicht mehr... und Rick Kavanian bleibt wie der Rest der Truppe ebenfalls ziemlich blass. Da wäre auch auf Klamauk/Slapstik Niveau mehr drin gewesen.

Als letzter Hammerschlag gibt das Produktionsniveau dem Film den Rest. Wer den ersten "Wixxer" Film nimmt, davon den zweiten subtrahiert und sogleich noch "Jerry Cotton" abzieht, kann sich das gefühlte gesehene Budget des Films vorstellen. Ich erwarte von deutschen Filmen nicht viel. Weder vom filmtechnischen Niveau oder was der generelle Unterhaltungswert angeht, kommen wir selten aus dem biederen ewig gleichen Sumpf heraus, aber der neue Otto Film gibt eine neue Tiefststandsmarke an. Und das bei einer Springflut...

"Otto´s Eleven" kann man bedenkenlos Karnevalisten und seinen persönlichen Erzfeinden empfehlen... oder wenn ihr wollt, dass Euch jemand nicht mehr mag.
Habe fertig.

Kommentare:

  1. Du hast dir den echt angetan?!?!? War mir irgendwie klar das der nicht gut wird.

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  2. Dafür, diese Folter ertragen zu haben, hast du dir ein kleines

    "And if we lay our heads to rest, tell our Mom's we've tried our best"

    verdient. Iwo Jima ist ja harmlos gegen die Aktion.

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