Sonntag, 1. Juni 2008

Die Axt, das Nashorn mit dem Keks und eine echt miese Tanzeinlage

Tötet Smoochy

Dunkle Tage ziehen für Rainbow Randolph (Robin Williams) auf, den Kinder-TV Moderator der nach ihm benannten Show. Gestern noch war er erfolgreich im Geschäft, mit traumhaften Einschaltquoten, jeder kannte und liebte ihn. Und heute? Randolphs Gier wurde ihm zum Verhängnis als das FBI ihm eine Falle stellte und ihn der Korruption überführte. Aus und vorbei sind die glücklichen Tage und eine lange Zeit der Entbehrungen und Demütigungen stehen füt ihn ab sofort auf dem Programm. Dem Sender ist Rainbow Randolphs Schicksal natürlich egal, denn wegen seinen Eskapaden braucht man nun einen Ersatz mit blütenreiner Weste. 
So kommt Nora (Cathrine Keener) auf den bislang unerfolgreichen Spießer Sheldon Mapes (Edward Norton), der versucht seine Figur Smoochy, das Nashorn, bekannt zu machen. Die Show startet mit großem Erfolg und Mapes muss sehr schnell herausfinden, dass der Job geährlicher ist als als man gemeinhin annehmen müsste. Intrigen, Verleumdung, Korruption, eine Kiddy-TV-Schlampe, zwielichtige Iren, die brutalen Wohltätet von der Kinder-TV-Mafia, ein zwielichtiger Manager (Danny DeVito) und ein Saal voller Nazis sind nur ein Paar der Hürden, die Smoochy nehmen muss.

Bis 2002 kannten wir alle Robin Williams fast nur aus netten, hamlosen Rollen. Darauf hatte er aber keine Lust mehr und drehte gleich drei Filme, um sein Image zu wandeln. Zum einen waren das "One Hour Photo", "Insomnia" und schließlich "Death to Smoochy". So dermassen ausgelassen, cholerisch und fluchend konnte man Williams zuvor nicht sehen. Und dass ihm der jähzornige Rainbow Randolph viel Spass gemacht hat, sieht man ihm im Film auch an. Doch neben ihm brauchen sich die anderen Darsteller nicht zu verstecken. Edward Norton agiert mit ihm auf selber Augenhöhe als Ökofreak Sheldon. Cathrine Keener darf einmal mehr die Zicke geben und Danny DeVito fügt sich ebenfalls sehr gut in seine Rolle als Manager auf Abwegen.

Hin und wieder erscheinen FIlme, die mit einer sehr skurrilen, ungewöhnlichen Idee aufwarten können. Oftmals scheitern diese Filme dann aber leider an einer schwachen Umsetzung, wie z.b. Mystery Men. Manchmal aber nimmt sich der Richtige des Stoffes an und erschafft eine echte Perle. Danny DeVito hatte als alter Hase im Filmbusiness das richtige Händchen bei der Besetzung und füllte die Szenen mit allerlei schrägen Einfällen und schwarzem Humor. Wenn Robin Williams ein schadenfrohes Tänzchen im Park wagt oder Edward Norton einen Anti-Drogen Song in einer Methadon-Klinik zum Besten gibt, bleibt kein Auge trocken.

Obwohl "Tötet Smoochy" der kommerzielle Erfolg nicht beschieden war, sei er allen Freunden des Makaberen und des grenzwertigen Humors ans Herz gelegt (nicht umsonst ist der Film erst ab 16 freigegeben). Geheimtip!

8 von 10 Tinkle Rhinozeretten

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