Sonntag, 22. Juni 2008

Was kommt heraus wenn RED STAR und AKIRA kopulieren?

Casshern

"Ist es ein Flugzeug? Ist es ein fliegender Puertoricaner? Ist es Superman?"
"Nein!"
"Ja was ist es denn dann?"

Comicverfilmungen liegen in dieser Dekade voll im Trend. Meist werden dabei aber Comics aus den US of A verwurstet. Seltener ist da die Gattung der Mangaverfilmungen. Nun gut, man kann zu Recht dagegen halten, was denn mit all den Animes sei. Allerdings kommt mit "Casshern" eine Semi-Realverfilmung daher. Bis auf die Schauspieler und einige wenige Gegenstände kommt der komplette Film wie schon "Sky Captain and the World of Tomorrow" (Gott war der schlecht) aus der Retorte. Und das Bild ist dermassen stark bearbeitet, dass man sich wundern kann überhaupt noch reale Schauspieler vorzufinden. Genausogut hätte der Film zur Gänze CGI sein können. Aber da das alles wunderbar ausschaut will ich mich auch garnicht beschweren.


Optisch wird eine ganze Menge Eye Candy geboten: futuristische Stadtsettings, öde, verwüstete Landschaften, fette Explosionen, Roboterarmeen, palastartige Bauten, allerlei seltsames Gerät und auch sonst glänzt und strahlt der ganze Bildschirm wenn Mutter Erde zerlegt wird. Zudem wechselt zu jeder größeren Szene die komplette Farbpalette, sodass für eine Menge Abwechslung gesorgt ist. Auch der Sound ist sehr fett geworden. Ach ja, eine Story hat "Casshern" dann doch noch bekommen:

Nach einem 50 Jahre währenden Krieg mit der EU obsiegt Asien unter Führung des Japanischen Reiches und herrscht fortan über den gesamten eurasischen Kontinent. Ganz Gallien? Nein, ein kleines Dorf... nun ok, die obligatorischen Rebellen, die den Kampf nicht einstellen wollen, gibt es natürlich auch. Dummerweise haben irgendwann in den letzten Dekaden Greenpeace und die Grünen auch den letzten Protest eingestellt, weshalb die Erde größtenteils verwüstet ist und mehr als 60% der Menschheit durch umweltbedingte Krankheiten bedroht ist. Dr. Azuma entwickelt dahern sogenannte NEO-Zellen, die glücklicherweise mal garnüschts mit Matrix zu tun haben. Neo-Zellen sollen ein unkompliziertes Züchten und Austauschen von einzelnen Organen ermöglichen - ohne die Gefahr der Organabstoßung. Es kommt wie es kommen muss: der diktatorische Staat interessiert sich für diese Forschungen und deren Nutzen für das Militär. Als sein Sohn Tetsuya im Kampf gegen die Rebellen fällt, belebt Azuma ihn in einem Experiment mit den Neo-Zellen wieder zum Leben. Jedoch ist sein Muskelwachstum derart gestört, dass er fortan nur noch in einem Spezialanzug überleben kann. Zwischenzeitlich kommt es zu einem Unfall in der Einrichtung, wodurch dem Nährbecken unzählige "Neo"-Menschen entsteigen und zu entfliehen versuchen. Die Soldaten erschiessen viele von ihnen, jedoch gelingt einigen die Flucht und sie schwören bittere Rache an den niederen Menschen. Die Gewaltspirale dreht sich erneut und ein Krieg beginnt...

Obwohl es technisch nichts zu meckern gibt, krankt "Casshern" an den üblichen Problemen von Mangas: es werden gerne Storyholes von der Größe Helgolands ignoriert, Dialoge kommen sinnfrei daher (mag auch an den Übersetzungen liegen) oder man sagt sich nur: "Häh?" Wer "Casshern" nur als moderne Fabel über den (Un-)sinn des Krieges und die Frage was Menschlichkeit ausmacht, ansieht und sich mit den inhaltlichen Schwächen arrangiert, wird dennoch seinen Spaß haben. Allerdings sollte man fit sein, denn "Casshern" erklärt vieles ohne Dialog, sodass man aufmerksam zuschauen muss.

6 von 10 CAD-Workstations

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