Freitag, 20. Juni 2008

Das Schnetzeln ist des Metzgers Lust

Redhand - Preis des Vergessens

Es wird dereinst der Tag kommen, an dem ein namenloser Mann, geboren als Erwachsener ohne Mutter und ohne Vater, kommen wird um die Götter niederzuwerfen, ihnen ihre Macht zu nehmen und Existenz zu negieren. Jener Tag wird schon bald kommen...

Was nun klingt, als sei es geradezu als Psalm aus dem trölfunfierzigsten Knöchelverzeichnis 3. Buch Hasenfuß aus einem X-beliebigen religösen Buch entsprungen, ist hingegen der Ausgangspunkt von Redhand, der nun in einer zunächst dreibändigen Reihe im Albumformat bei Cross-Cult erscheint.

Viele hundert Jahre nach einem apokalyptischen Ereignis, das die ursprüngliche hochentwickelte Zivilisation vom Antlitz des Planeten fegte, finden Kotar, Ator und Bioka auf ihrer Flucht vor Sklavenjägern einen namenlosen Mann, der aus einer mysteriösen Kapsel steigt. Obwohl er weder weiss wer er ist und wo er sich befindet, noch jemals eine Waffen in den Händen hielt, befördert er instinktiv die Verfolger mit einem Schwert vom Leben zum Tode. Die drei geben ihm den Namen "Redhand" und nehmen ihn mit in ihr Dorf. Redhand lernt ihre Sprache und versucht ein akzeptiertes Mitglied der Gemeinschaft zu werden. Doch der Dorfschamane traut ihm und dem geheimnisvollen Wissen nicht, über das Redhand verfügt, sodass sich Konflikte nicht vermeiden lassen...

Der erste Band "Preis des Vergessens" präsentiert sich als relativ langer, actionreicher Prolog zu einer größeren Geschichte, weshalb nicht allzuviel auf den etwa 50 Seiten passiert. Dafür entschädigen das interessante Szenario (ein pragmatischer, atheistischer Protagonist in einer von Abgerglauben und relgiösem Wahn befallenen Welt) und die schönen Zeichnungen von Mario Alberti, dass man gerne mehr erfahren hätte. Somit bleibt abzuwarten, ob der zweite Band den Leser tiefer in die Geschichte einsaugen kann und zeigt, dass Redhand nicht nur Potential hat, sondern es auch auszuspielen weiss.

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