Donnerstag, 26. Juni 2008

Ice, Ice, Baby!

Whiteout: Melt

US-Marshal Carrie Stetko geniesst in ihrem Urlaub zur Abwechslung einmal die Wärme Neuseelands statt die eisigen Winde der Antarktis. Als jedoch auf dem ewigen Eis eine russische Forschungsstation explodiert, Atomwaffen verschwinden und sich die Leichen nur so stapeln, vermuten die US-Behörden, dass mehr als nur ein Unfall dahinter steckt und setzen Carrie als Ermittlerin ein.

Eigentlich hat sie garkeine Lust den Urlaub abzubrechen, aber die Vorgesetzten ködern sie mit der Heimreise in die Staaten. So kehrt sie zu dem gefährlichsten Ort der Erde zurück, dem Miststück, mit dem sie eine Hassliebe verbindet. Vielleicht, nur dieses eine mal, könnte der launische Kontinent mehr Verbündeter als Feind sein. Vielleicht...

Während die erste Miniserie ein waschechter Krimi war, so verschiebt sich der Plot mit Spionen, Geheimdiensten, Elitesoldaten, verschwundene Atomsprengköpfen, Verfolgungsjagden und ein kleines bisschen Action im zweiten Auftrag von Carrie in Richtung Thriller. Dabei ist der unumstrittene Star und Hauptdarsteller des Buches die Antarktis selbst. Der Leser erfährt noch mehr über die Tücken des Landes, das bereits so viele Leben gefordert hat ("Der Kontinent duldet deine Anwesenheit sozusagen Zähneknirschend, aber er zahlt es dir heim") und wird durch vier kurzweilige Kapitel bis zum Ende der Geschichte geführt. Die S/W-Zeichnungen sind wie im ersten Whiteout sehr gut und vermitteln prima den invertierten Look des Film Noir (statt vieler Schatten wurde vieles "ausgeweisst").

Leider kommt die Geschichte aber auch sehr gradlinig daher und wirkt daher recht kurz. Die Handlung muss ohne große Wendungen und Überaschungen auskommen. Den Lesespass an sich mindert das aber kaum, da man in der kurzen Zeit zumindest vortrefflich unterhalten wird.

Die Qualität ist Cross-Cult typisch sehr gut. Zudem runden zwei sehr ausführliche Interviews mit den Machern Greg Rucka und Steve Lieber das Angebot ab. Bleibt zu hoffen, dass der aktuelle dritte Band "Whiteout: Night" es ebenfalls über den Großen Teich schafft.

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