Montag, 21. April 2008

Keanu Reeves wankt von Tatort zu Tatort

Street Kings

Es gibt Dinge, die sich einfach nicht vertragen: Mann und Frau, Hund und Katze, Bier und Wein und ganz besonders Alkohol und Schusswaffen.

Detective Tom Ludlow (Keanu Reeves) hat von Beidem ausreichend zur Verfügung. Seit seine Frau vor einigen Jahren einen unschönen Abgang hingelegt hat, ist er dem Alkohol zugetan. Auch in betrunkenem Zustand erledigt er seinen Job noch sehr effizient. Abgestumpft und nihilistisch führt er alle Befehle seines besten Freundes und Vorgesetzten Captain Jack Wander (Forest Whitaker) aus. Das führt dazu, dass er sich den Ruf als brutalster Bulle der Stadt einfährt. Kein Wunder, wenn die Strategie "erst schiessen, dann Beweise unterschieben und dann Fragen stellen" lautet.

Dummerweise reicht Toms Ruf mittlerweile bis zur Dienstaufsicht, die ihm in Form von Captain James Biggs (Hugh Laurie) ziemlich unangenehm auf die Pelle rückt. Als Toms ehemaliger Partner Washington in seinem Beisein von zwei gedungenen Mördern hingerichtet wird, muss er daher aus der Schusslinie gezogen werden. Seltsam mutet ihm an, dass er zwar Stück für Stück von allen Verdächtigungen befreit wird, sich aber scheinbar niemand anschickt die Schützen aufzuspüren. Daher macht sich Tom selbst auf die Suche und muss gegen Feinde in den eigenen Reihen kämpfen.

Korrupte Bullen bilden oft einen spannenden Ausgangspunkt für einen spannenden Thriller, doch was in Filmen wie "Black Dahlia", "Copland" oder "LA Confidential" sehr gut funktioniert, steht hier eher schlecht als recht auf wackligen Beinen. Die Vorhersehbarkeit des Plots macht einen Großteil der Spannung schon auf halbem Weg zunichte. Nach ertwa einer dreiviertelstunde hat der aufmerksame Zuschauer geschnallt was abgeht und wartet nur noch darauf, dass Tom auch endlich auf der Drehbuchseite ankommt, auf der er endlich kapieren darf. Laaaangweilig!

Zwar ist das Schauspielensemble sehr gut ausgewählt, besonders Hugh Laurie trägt sehr zur angenehmen Atmosphäre bei, der seinen extremen houslike Cop geben darf, aber Keanu Reeves überzeugt nicht wirklich. Die Figur wird zu Beginn als abgewrackten, alkoholkranken Polizisten angelegt, wirkt aber im ganzen Film nie wirklich "von der Rolle". Er wirkt nie wie ein gebrochener Mann mit labiler Persönlichkeit. Das nimmt der Figur sehr schnell ihren Reiz und man hechtet ohne mitzufiebern durch die zugegebenermaßen doch recht ansprechend inszenierten, brutalen Shoot-Outs.

Fazit: netter Thriller über dem Durchschnitt, der sich durch seine holprige Inszenierung selbst im Weg steht. Das haben wir schon deutlich besser gesehen.

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