Freitag, 25. April 2008

TAKE THE POWER BACK!

Fight Club

"Die Leute fragen mich immer ob ich Tyler Durden kenne."

Woran merkt man, dass man so langsam aber sicher ein alter Sack wird? Genau, man fängt an die Jubileen von Filmen mitzuzählen, die man damals bei Release selbst im Kino gesehen hat. Nun gut, bei "Fight Club" ist das zwar noch ein Jahr bis zum Zehnjärigen, aber das soll mich nicht abhalten bereits heute ein Hoch auf diesen Klassiker auszurufen. Wenn der geneigte Leser "Fight Club" noch nicht gesehen hat sei er gewarnt, dass ich spoilern werde, wie noch nie zuvor gespoilert wurde.  Am besten also Film ausleihen, kaufen oder sonstwie erwerben, dann sehen wir uns hier wieder.

Alles klar? Los gehts!

"Mit einem Pistolenlauf zwischen den Zähnen bringt man nur noch Vokale heraus."

1999 als die Marketingstrategen gerade hübsch an der Jahr 2000 Hysterie schraubten und uns weismachen wollten, dass uns alle Prozessoren an Silvester um die Ohren fliegen würden, hielt ein Film in die Kinosääle Einzug, der mir damals inhaltlich als "Männer prügeln sich zur Selbstfindung" beschrieben wurde. "Klingt nach herrlichem Dünnschiss." dachte ich mir und ging eher widerwillig ins Kino. Diese Zusammenfassung trifft zwar irgendwie zu, aber auch wieder nicht; zu komplex ist der Inhalt als ihn auf ein Sätzchen herunterzubrechen können. Selten werden in Hollywood Filme gemacht, die dermassen dicht erzählt und visuell beeindurckend sind. Das beginnt schon mit dem Vorspann, der den Zuschauer auf die Reise durch den Körper der Hauptfigur nimmt, durch eine Pore an der Nase nach draussen schlüpft, bis zum Mund herunter wandert, dann rückwarts einen Pistolenlauf herauf klettert und bei der Kimme stehen bleibt. Solche Kamerafahrten begegnen uns immer wieder, wenn David Fincher bspw. den Inhalt eines Abfallkorbs analysiert oder zeigt wie die Wohnung des Erzählers in die Luft gesprengt wurde. Dabei begleitet der Soundtrack der Dust Brothers gekonnt das Geschehen.

"Eine kleine Benimmfrage: wenn ich an ihnen vorbei gehe strecke ich ihnen dann den Arsch oder den Schritt zu?"

Moment mal... Erzähler? Ja, das ist eine der Besonderheiten von "Fight Club". Der von Edward Norton gespielte Neurotiker hat im ganzen Film keinen Namen. Nun gut, er hat ständig wechselnde Namen, wenn er in den verschiedenen Selbsthilfegruppen in unterschiedliche Identitäten schlüpft. Aber auch wenn uns der Klappentext weis machen will, er hiesse Jack, so wird er in den Credits als "Narrator" aufgeführt. Sogar auf der Visitenkarte, die er Marla gibt, steht kein Name. Dies soll deutlich machen, dass wir alle der Erzähler sein können. Der Einfachheit halber werde ich Edwards Figur aber im folgenden Jack nennen.

"Marla war eine Elendstouristin."

Jack hat ein großes Problem. Er leidet seit einem halben Jahr unter Schlaflosigkeit und fühlt sich immer mehr wie ein Automat. Roboterartig erledigt er seinen Job als Rückrufkoordinator bei "einem großen Automobilhersteller", wo er von seinem spießigen Vorgesetzten angeödet wird. "Es muss Dienstag gewesen sein. Er hatte die kornblumenblaue Krawatte an." Fernab von sozialen Kontakten mit Menschen, die er Freunde nennen könnte, zog sich Jack immer mehr in seine Wohnung zurück, die für ihn eine Art Ersatzidentität wurde. Die Wohnung ist sein Leben. "Wie viele andere war ich zum Sklaven des IKEA Nestbautriebes geworden." Fincher inszeniert dabei den Streifzug durch Jacks Wohnung wie das Durchblättern eines IKEA Katalogs. Einzelne Möbelstücke werden mit Namen, Beschreibungen und Preis versehen. Schließlich landet Jack bei einem Arzt, der ihm vorhält, wie schlimm es den Männern in der Hodenkrebsgruppe gehe und er sich wegen seiner Schlaflosigkeit nicht so anstellen soll. Hodenkrebsgruppe? Neugierig schaut Jack dort bei dem nächsten Treffen vorbei und hört sich die traurigen Geschichten der "Still Men" Mitglieder an. Dort trifft er auf Bob (Meat Loaf), der wegen einem Hormonungleichgewicht riesige Brüste bekommen hat, "so riesig wie die von Gott sein müssen." In den Zweiergruppen weint sich der eine Mann beim anderen aus. Als Jack endlich los lässt, den Kopf zwischen Bobs fetten Titten, findet er wieder zurück zu einem heilsamen Schlaf. "Alle Hoffnung zu verlieren hiess Freiheit." Jack wurde süchtig und tingelt jeden Abend in eine andere Selbsthilfegruppe, damit er nachts schlafen kann. "Jeden Abend sterbe ich; jeden Abend werde ich wiedergeboren, feiere Wiederauferstehung." Das funktioniert auch wunderbar bis Marla Singer (Helena Bonham Carter) auftaucht und dem selben Hobby frönt. Dummerweise kann er nicht weinen, wenn ein anderer Simulant dabei ist. Und so kehrt die Schlaflosigkeit zurück.

"Wir sind Konsumenten. Der Abfall der allgemeinen Lifestyleobsession."

Schließlich begegnet Jack dem charismatischem Tyler Durden (Brad Pitt) auf einem Arbeitsflug nach hause. Dass etwas kollossal nicht stimmt wird dem aufmerksamen Zuschauer bereits hier klar, denn bevor sich Jack und Durden das erste mal treffen ist Tyler bereits dreimal kurz zu sehen. Jeweils für einen Sekundenbruchteil wird Pitt in der Kopiererszene, beim Arzt und in der Selbsthilfegruppe eingeblendet. Wenn Jack dann im Flugzeug noch überrascht erwähnt: "He, wir haben die gleichen Aktenkoffer!", wird offensichtlich, dass "Fight Club" anders wird als andere Filme. Zu hause angekommen muss Jack feststellen, dass seine Wohnung komplett ausgebrannt ist. Damit vollzieht sich der einhergehende Verlust der Identität. Jack braucht Hilfe. Dass er zuerst die verhasste Marla anrufen will zeigt einmal mehr, dass er keine Freunde oder Verwandte zu haben scheint. Die bessere Wahl ist in seinen Augen Tyler Durden, mit dem er sich dann kurz darauf auch trifft. Tyler übt einen unwiderstehlichen Reiz auf Jack aus, da er all das ist, was Jack sich immer gewünscht hat: ein selbständiges Individuum, das macht worauf es Lust hat, frei von allen Konventionen der Gesellschaft. Jack darf bei Durden wohnen, allerdings unter einer Bedingung: er muss ihn schlagen; so fest er kann. "Was weist du schon über dich, wenn du dich nie geprügelt hast? Ich jedenfalls will nicht dumm sterben." Dieser Schlagabtausch ist die Geburtsstunde des Fight Club. Nachdem sich die beiden die Fresse poliert haben, fühlen sie sich befreit und losgelöst, für Jack wird dies die Ersatzsucht für die Selbsthilfegruppen. Jack zieht dauerhaft bei Tyler ein.

"Lassen Sie mich einige Worte zu Tyler Durden sagen..."

Wer ist Tyler eigentlich? Er ist Seifenhersteller. Er stielt Beutel, prallvoll mit Fett aus Fettabsaugungskliniken und verarbeitet diese zu Seife. Dann verkauft er im Grunde den fetten reichen Weibern ihre Ärsche zurück. Doch ist Tyler ein Multitalent. Er jobbt nachts in mehreren Berufen; als Kellner (pinkelt in die Bowle) oder als Filmvorführer, wenn er "Pimmel in Cinderella" schneidet. Hier bekommt der Zuschauer einen entscheidenden Hinweis, dass nichts in "Fight Club" so ist wie in anderen Filmen. "Das ist das Zeichen (Brandloch in der rechten oberen Ecke) für einen Rollenwechsel und der Zuschauer merkt nichts" Hierzu wird ein zweites Brandloch eingeblendet, das nichts mit der verhergehenden Demonstration zu tun hat.

Tyler lebt in einem baufälligen Haus. "Ich wusste nicht wie Tyler auf dieses Haus gekommen ist. Er sagte er sei schon ein Jahr dort." Moment mal! Hat Jack nicht zu seinem Arzt gesagt, dass er manchmal weggetreten ist und an ganz anderen Orten aufwacht ohne zu wissen wie er da hinkam? Hmmm könnte wichtig sein. "War Tyler Hausbesitzer oder Hausbesetzer? Zugetraut hätte ich ihm beides."

"Wir sind die Generation von Männern, die von Frauen großgezogen wurde - ich bezweifle, dass eine Frau noch die Antwort auf unsere Fragen ist."

Als sich die beiden wieder einmal vor ihrer Lieblingskneipe prügeln werden sie von ein paar Männern beobachtet, die ebenfalls mitmachen wollen. Nach und nach spricht sich herum, dass ein exklusiver Klub für Männer sich etabliert hat und immer mehr wollen in den Fight Club. Mittlerweile trifft man sich im Keller der Kneipe wo man ungestört ist. Doch ein Klub braucht Regeln.

Regel 1: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!
Regel 2: Ihr verliert kein Wort über den Fight Club!
Regel 3: Wenn jemand STOPP ruft, schlapp macht, abklopft oder ein Zeichen gibt, ist der Kampf vobei.
Regel 4: Es kämpfen jeweils nur zwei!
Regel 5: Nur ein Kampf auf einmal!
Regel 6: Keine Hemden oder Schuhe!
Regel 7: Die Kämpfe dauern nur so lange wie sie müssen!
Regel 8: Wer neu ist im Fight Club MUSS kämpfen! 
 
"Man fühlte sich nirgendwo lebendiger als dort!" Selbstredend sind die ersten beiden Regeln dazu gedacht gebrochen zu werden. Schließlich hat Tyler noch Großes mit dem "Fight Club" vor. Immer mehr Männer wollen in den Fight Club und es bilden sich nach und nach Ableger. Jack bemerkt dies allerdings erst zu spät.

"So bin ich seit der vierten Klasse nicht mehr gefickt worden." "Das ist kein Liebe machen. Das ist Sportficken."
 
Eines Tages tritt Marla wieder in Jacks Leben. Daß sie aber auch ausgerechnet mit Tyler was laufen haben muss, nervt ihn ziemlich ab. Dabei stimmt es ihn nicht nachdenklich, dass Marla immer so komisch auf ihn reagiert, wenn er sie nach ihrem Schäferstündchen im Haus sieht. Und nachdenklich sollte er sein. In einer Szene spricht Tyler mit Jack und sie ruft vom Bett aus: "Mit wem sprichst du denn?" Später bemerkt er selber, dass "Ausser bei ihren Bumsarien waren Marla und Tyler nie im selben Raum. Die Nummer haben meine Eltern jahrelang abgezogen. [...] Ich bin wieder sechs Jahre alt und übermittle Botschaften zwischen meinen Eltern." Auch, dass Tyler ihm verbietet mit ihr über ihn zu reden tut er einfach so ab. Marla bildet die einzigste Schnittstelle zwischen diesen beiden Persönlichkeiten, die Jacks Augen öffnen könnte und Tyler ist bemüht das zu verhindern. Würde das doch das Ende seiner Existenz bedeuten. Marla gibt Jack immer wieder Hinweise, die er überhört. Einmal sagt sie zu ihm: "Als du bei mir Lebensretter gespielt hast..", obwohl doch Tyler ihr Retter war. An anderer Stelle hört Jack Baulärm im Haus, aber Marla sagt, da sei nichts.

"Du bist der singende, tanzende Abschaum der Welt"
 
Ob dieses Zitat ein Verweis auf Nietzesch Ausspruch "Man muss Chaos in sich tragen um einen tanzenden Stern gebären zu können." ist, kann abschließend nicht geklärt werden, beschreibt aber den Charakter Tylers sehr gut. Nun sind gut achtzig Minuten vergangen und es ist immer noch nicht so ganz klar worum es denn nun eigentlich geht. Bis Tyler eine Rede im Fight Club hält und einen entscheidenden Hinweis gibt:

"Mann, ich sehe im Fight Club die stärksten und härtesten Männer, die es jemals gab. Ich sehe so viel Potential und wie es vergeudet wird. Herrgottnochmal! Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab, schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiss auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen und kaufen dann Scheisse, die wir nicht brauchen. Wir sind die zweitgeborenen Manner der Geschichte, Leute. Männer ohne Zweck und ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg oder eine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir werden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir eines Tages Millonäre, Film- oder Rockstars werden. Werden wir aber nicht. Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz - ganz kurz vorm Ausrasten."

Nun gut, das offenbart lediglich die Motivation von Tyler und den anderen Männern im Fight Club, der Grund ihrer Frustration, aber die Ziele bleiben bis kurz vor Schluss im Dunkeln. Der Zuschauer muss sich noch etwas mehr gedulden. Mittlerweile hatten eine Menge Leute bereits überfordert im Kino das Weite gesucht. Der Film wurde mir immer symphatischer.

"Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit alles zu tun."
 
Während Tylers Verhalten immer radikaler und irrationaler zu werden scheint, wächst die Popularität des Fight Clubs bis auch der Besitzer der Keipe von dem Treiben erfährt. Sodenn taucht er dort auf und will die Männer verjagen. In dem Moment bekommt die ganze Angelegenheit einen religiösen Anstrich als Tyler sich geradezu messianisch opfert und Prügel vom Besitzer einfährt ohne sich zu wehren, damit die Männer weiterhin in ihrem Fight Club kämpfen dürfen. Überhaupt wird die Gestalt des Tyler von den Männern stark überhöht. Zwei Meter soll er groß sein, ein brutaler Hühne. Wenn später der Satz "Sein Name war Robert Paulson" von den Männern wie ein Mantra wiederholt wird, wird der religöse Aspekt der Geschichte ebenfalls deutlich.

"Selbstverbesserung ist Masturbation. Selbstzerstörung hingegen..."
 
Die nächste Phase in Tylers Plan wird eingeleitet, indem er Hausaufgaben verteilt. Das sind bspw. Zerstörungswerke in Kaufhäusern, Chaos auslösen. Die erste Aufgabe allerdings ist sehr interessant. "Ihr fangt eine Prügelei mit einem vollkommen Fremden an - und verliert." Jack ficht sodenn vor den Augen seines Chefs einen Kampf mit sich selber aus, zerlegt die halbe Einrichtung und wundert sich: "Aus irgendeinem Grund dachte ich an meinen ersten Kampf mit Tyler."

Die vorletzte Phase von "Projekt Chaos" beginnt mit dem Aufnehmen von Ausbildungsanwärtern im Haus. Ihnen werden die Haare kurz geschnitten, alle tragen die selbe schwarze Kleidung. Das Haus mutiert darüber zum Arbeitslager. Zig Männer schuften im Garten oder im Haus, bauen Bomben, rühren Sprengstoff an und mehr. Da keine Frauen im Fight Club zugelassen sind, ist der chauvinistische Charakter diser Klubs unübersehbar. Für die gerade beschriebene Storywendung musste "Fight Club" 1999 teils herbe Kritik einstecken. Wie dem Film "300" wurde ihm vorgeworfen faschistische Tendenzen zu unterstützen. Dabei haben diese Rezensenten damals aber übersehen, dass die Gleichmachung der Männer und der Verlust des Individuums zu keinem Zeitpunkt idealisiert oder überhöht dargestellt wird. Dass der Fight Club (also der Klub und nicht der Film) hierbei seine Verkleidung beraubt wird und die faschistoiden Aspekte ersichtlich werden, ist jedoch durchaus nachvollziehbar.

"Ich hatte Lust jedem Panda eine Kugel zwischen die Augen zu drücken, der nicht ficken wollte um seine Art zu erhalten. Ich hatte Lust die Ventile von Tankern zu öffnen um schöne französische Strände zu verschmutzen, die ich nie sehen würde. Ich hatte Lust Rauch zu speien."

Als Jack sieht, dass Tyler einen der Männer dem Vorzug gibt, entflammen seine Gefühle der Abneigung und er bringt den Mann im Fight Club fast um. Hier werden erstmals zwei Dinge zur Disposition gestellt: verliert Jack den Bezug zur Realität oder Tyler? Wer ist der gefährlichere der Beiden? Und zweitens: wie steht es wirklich um das Verhältnis der beiden Hauptcharaktere? Tyler scheint sich immer mehr von Jack zu distanzieren.

"Ich bin Jacks gebrochenes Herz."

Im Haus liegen plötzlich einige Flugtickets aus den letzten Wochen herum. Jack beginnt zu ahnen, dass Tyler eine Menge mehr ohne ihn unternommen hat, als er bislang dachte. Um herauszufinden was vorgeht, fliegt er Tyler hinterher. "Jedesmal wenn ich landete hatte ich das Gefühl schon einmal dagewesen zu sein." Dabei findet Jack heraus, dass bereits in einigen anderen Städten Ableger des Fight Clubs entstanden sind und Tyler sich eine Armee aufbaut. Doch wofür? Und warum behaupten einige er sei Tyler Durden? Ein Anruf bei Marla bestätigt seinen schlimmsten Verdacht: Jack und Tyler sind ein und die selbe Person. "Wir haben Druckabfall in der Kabine." Endlich wird klar, was Projekt Chaos bezweckt und was Tyler immer damit meinte wenn er sagte: auf den Nullpunkt kommen: die zeitgleiche Sprengung der zentralen Schuldenerfassungsstelle und der Kreditbanken, damit alle wieder bei Null beginnen können. Ohne Schulden. Doch was kommt danach? Jack beschließt Tyler aufzuhalten.

"Du hast mich in einer seltsamen Phase meines Lebens getroffen"

In einem herrlich spaßigen Finale reißt Jack endlich wieder die Kontrolle an sich und bringt Tyler um, als er sich symbolisch in den Kopf schiesst (Die Kugel trat bei Jack aus der linken Wange wieder aus). Die Sprengung indes kann er nicht verhindern. Und so fallen alle Prunkbauten der Kreditinstitute zu den Klängen von "Out of my mind" von den Pixies in sich zusammen. Während so ziemlich alle Hollywoodklischees zerbröckeln lässt uns David Fincher wenigstens eines: der Gute bekommt am Schluss sein Mädel.

"Fight Club" stellte damals eine kleine Revolution dar, da dies der erste Film war, der dem Zuschauer den Blick in die Karten bis zum Schluß verwehrte. War man bislang gewohnt, dass das was da auf der Leinwand gezeigt wurde auch der für den Film geltenden Wahrheit entspricht, wurde man hier von vorn bis hinten angelogen. Zwar durchziehen zig Hinweise den Film, die dem Zuschauer Denkanstöße geben sollen, aber so gut wie niemand, der "Fight Club" zum ersten Mal sieht, wird frühzeitig erkennen welches Spiel Fincher mit dem Zuschauer treibt. "Fight Club" zeigt uns eindrucksvoll, dass wir die filmische Realität für alle Zukunft anzweifeln müssen.

Der beste und wohl wichtigste Film der 90er.

10 von 10 Ground Zero 

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