Dienstag, 6. Dezember 2011

Once Upon A Time In The East


Es war einmal im Fernen "Wilden" Osten, damals in den 30ern des neunzehnten Jahrhunderts, als die faschistische japanische Armee raubend, mordend und vergewaltigend (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) durch das asiatische Hinterland zog. Damals stahl "The Weird" (Song Kang-ho) während eines Zugraubes eine Schatzkarte, weshalb "The Bad" (Lee Byung-hun) beauftragt wurde sie diesem wieder abzuluchsen. "The Good" (Jung Woo-sung) hingegen war Kopfgeldjäger und machte auf beide Jagd - ebenfalls des schnöden Mammons wegen.

Zusammen, mit- und gegeneinander hetzen sie schließlich einem mysteriösen Schatz hinterher - ohne genau zu wissen, um was es sich dabei handelt, wo es sie hin verschlagen wird oder wie zum Geier man das dreckige Japanerpack wieder los wird, das ihnen immer dicht auf den Fersen ist...
Wer sich beim Titel "The Good, The Bad, The Weird" dezent an Sergio Leone´s "The Good, the Bad and the Ugly" (Dt. Zwei glorreiche Halunken) erinnert fühlt, darf sich ein Fleißkärtchen mit Sternchen ausdrucken (Bild hier!) und da hin stecken, wo die Sonne nur eine leise Ahnung ist.
Natürlich ist Kim Jee-Woon´s Film auch eine Hommage an den Italowestern der 60er Jahre, allerdings vermischt er hier verschiedenste Elemente aus Eastern, Western und Abenteuerfilm miteinander zu einer kruden Mixtur.

"Schau ich grade einen Leone Western? Ne, doch eher `Brisco County jr.` - wobei auch ein bisschen `Der Starke Arm der Götter` oder `Indiana Jones` durchblitzen. Andererseits sind die Martial Arts Sequenzen ein totaler Stilbruch zum Westerngenre... NARF!"

Zwischendurch hat man mehr als ein mal den Eindruck, dass Jee-Woon beim Mischen der Elemente etwas durcheinander und ins Straucheln gerät. Von bierernst zu herrlich albern, von Slapstick zu Spannend und das Ganze wieder retour. So ganz will sich das Konzept dahinter nicht erschließen und mit dem absoluten Gaga-Finale war dann sogar meine Phantasie etwas überfordert. "WTF!? Soll das euer Ernst sein?!"

Naja, Wayne! Denn unterm Strich bleibt ein höchst unterhaltsamer Film mit überzeugenden Effekten, schöner Stuntchoreographie, dreist geklauten und durch den Kakao gezogenen Filmanleihen und Schauspielern, die sichtlich Spaß an diesem Unfug hatten. 

Wer sich nur ansatzweise für Western und/oder Eastern und/oder Abenteuerfilme interessiert sollte einen Blick riskieren - es könnte ein verständnisloser aber ungemein kurzweiliger Abend werden.


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