Donnerstag, 10. Mai 2012

Plot trifft Logik kritisch - Logik stirbt


Das Schwierigste beim Schreiben eines Reviews ist immer den passenden Einstieg zu finden. Manche Filme machen es da einem sehr leicht, wie bspw. "10.000 BC", die in mir eine Kaskade an sich gegenseitig aufschaukelnder Säure verspritzender Vergleiche auslösen. Dann gibt es wieder die WTF?!-Filme, bei denen man lange vor einem leeren Bildschirm darüber grübelt: "Wie...äh.... shit... ne, anders... *seufz*!"
"Tree of Life" war bspw. ein solcher Vertreter.


Da ich schlauerweise mit der Einleitung über Einleitungen schon eine Einleitung gezimmert habe und somit der Bildschirm nicht mehr gar so leer wirkt, fällt bestimmt nicht mehr auf, wie bescheiden der ursprüngliche Anfang meiner Review zu "Lockout" geworden wäre:

Mario hat mal wieder das übliche Problem. Bowser hat Prinzessin Peach auf sein Schloss in Koopa-Land entführt und er muss da rein und sie rauspauken. Das Grundprinzip lässt sich auch auf "Lockout" übertragen. Mario heißt hier Snow, die Prinzessin ist des USofA Präsis Tochter Emilie und Bowser nennt sich Alex. Dieser ist ein 1a Vorzeige Knastbruder, der mit seinen Koopas... ähem Mitgefangenen eine blutige Revolte im Weltraumschloss...Gefängnis durchführt.

Wer jetzt an der Stelle die Sinnfreiheit dieses Plotvergleichs anmerkt, ist thematisch genau da angelangt, wo ich ihn/sie haben wollte: LOCKOUT IST SINNFREI!
Und damit es keiner überliest, extra für Euch groß geschrieben. Terry Pratchett Fans erkennen zudem: wenn jemand in Großbuchstaben spricht, wird jemand sterben. In diesem Fall sind das viele - seeehr viele.

Aber unter uns: mehr als die beschriebene Geschichte passiert nicht. Die Story ist fade, die Plotholes reichlich und groß genug, damit sich sogar Uwe Boll verlaufen würde, die Effekte schwanken von "ganz gut" bis "breiten wir den Mantel des Schweigens darüber", der Schnitt eine mittlere Katastrophe und Dialoge und Schauspiel über weite Strecken unterirdisch.

ABER: wer für Action-Filme im Stil der alten Klassiker aus den 80ern auch nur ein Funken Liebe im Leib verspürt MUSS sich "Lockout" anschaun. Denn wenn man ehrlich ist, waren die idR auch nicht besser produziert, nur dass die Effekte handgemachter aussahen. Seinen Reiz zieht der Film aus dem zu keinem Zeitpunkt verleugneten Trash-Faktor und aus seinem Protagonisten.

Guy Pearce (L.A. Confidential; Memento) gibt eine derart coole Sau, wie man sie schon lange nicht mehr sehen konnte. Das hätte ich dem Charakterkopf gar nicht zugetraut. Pearce aber knallt als Ex-CIA .... oder wars Special-Forces?... Egal! Einen One-Liner nach dem nächsten heraus. Dadurch, dass diese Nummer kompromisslos von der ersten bis zur letzten Sekunde durchgezogen wird, bleibt selbst dieser miese Schrotthaufen von einem Film unterhaltsam.

Ehrlich: ich hab lange nicht mehr so gelacht und dabei hab ich versucht mich auch ein bisschen zu schämen, weils schon fast peinlich ist, so eine Nummer cool zu finden.
Freunde der müllhaltigen Unterhaltung sollten sich zusammen rotten, Bier bereit stellen, das humorbefreite Weibsvolk in den neuen Schneewittchen Film schicken und abfeiern.


Kommentare:

  1. "Rupert? Ich werd von einem Kerl der 'Rupert' heißt verprügelt?!"

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  2. "Hier haste ne Knarre - und en Apfel!"

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