Mittwoch, 2. Mai 2012

Arschloch und Spaß dabei

Es gibt Tage, da flattern einem Briefe in den Postkasten, die lassen einem den Hals auf einen Durchmesser anschwellen, auf den könnte Moby Dick neidisch sein.... wobei... da fällt mir ein, dass Wale eh keinen Hals haben - die fetten Schweine.
Nun ja, zurück zu den Briefen. Das sind vorzugsweise solche, die in stoischer behördlicher Manier geschrieben sind und vom Kunden/Bürger/Angeklagten/Opfer Dinge erwarten, die man bereits erledigt hat. Getreu dem Motto: "Ja, ich weiss, dass du schon alles eingereicht hast, aber ich schreibe nach dem ersten Auftrag IMMER diesen Brief. Also lass mich gefälligst in Frieden und du tu deins!"


Und so erging es unlängst auch mir. Meine Kreditkartenabrechnung stimmte nicht und ich war so naiv zu glauben, ich könnte das alles bereinigen, indem ich mit dem Delinquenten quatsche und meiner Bank alle Unterlagen vorlege. Aber ich hab die Rechnung ohne die dementiell bevorzugten Schreibtischsklaven bei meinem Kreditkartenanbieter gemacht.


Und da im gesamten Universum jede Aktion eine Reaktion provoziert, sah ich mich gezwungen, mit dem gesichtslosen Papierbeschmutzer zu kommunizieren. Ich hoffe er oder sie kommt sich nach der Lektüre genauso verarscht vor, wie ich mir.

Da ich gerade keinen Scanner zur Verfügung habe bleibt das Schreiben an mich außen vor. Und zur Inspiration, falls es Euch auch mal so gehen sollte - hier mal der Inhalt meiner Antwort an das Inkompetenz Center:

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Kreditkartennummer meiner XYXY Card
Hier: Abrechnung falscher Betrag


Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihren kundenorientiert geschriebenen Brief, mit dem Sie mich an ein Schreiben vom 11.04.2012 erinnern, das ich leider nie erhalten habe.

All die von Ihnen benötigten Unterlagen und Informationen zur Klärung der falschen Belastung meiner Kreditkarte mit 126,- € habe ich bereits Anfang April in der Geschäftsstelle meiner Bank abgegeben. Ich gehe davon aus, dass die Bank Ihnen diese ebenfalls hat zukommen lassen – falls nicht, bitte ich Sie mir die sarkastischen Spitzen nachzusehen.
Natürlich schildere ich Ihnen gerne noch ein mal den Sachverhalt:

Für unsere Spanienreise, habe ich in Cordoba das Hostel Senses and Colours gebucht. Aufgrund nicht vorhersehbarer Tücken im spanischen Verkehrswesen konnten wir am 19.03.2012 leider nicht wie geplant aus Valencia abreisen. Alternativpläne schlugen ebenfalls fehl. Daher habe ich die Buchung im Hostel per E-Mail storniert (Siehe Anlage 1).
Auf die Stornierung erhielt ich keine Rückantwort, aber da mein Provider die Nachricht erfolgreich zustellen konnte, musste das Hostel sie erhalten haben; das, was eventuell im Spam-Ordner landet, ist nicht mein Problem.


Mir war damals schon bewusst, dass wir zumindest die erste Nacht würden zahlen müssen, da ich nicht mindestens 48 Stunden vorher abgesagt hatte (siehe „Hostel Conditions“ Anlage 2).

Abzüglich des bereits geleisteten Deposits von 14,- € hätte das Hostel meine Kreditkarte also nur noch mit 21,- € belasten dürfen (siehe Preisliste Anlage 2).

Doch da wir jetzt überhaupt miteinander kommunizieren müssen, können Sie sich ja vorstellen, dass die Geschichte leider etwas anders weiter ging: Das Hostel buchte den vollen ausstehenden Betrag von 126,- €.

Da ich aus Prinzip nur für erbachte Dienstleistungen zu zahlen pflege, aber durchaus ein umgänglicher Mensch bin und natürlich einen versehentlich begangenen Fehler vermutet habe, schrieb ich das Hostel erneut an und machte es auf seinen offensichtlichen Fehler aufmerksam (Siehe Anlage 3).

Sie erraten es vielleicht: auch dieses Mal keine Reaktion. Also setzte ich mich mit meiner Bank in Verbindung, ich ging in die Geschäftsstelle, erzählte dort meine kleine Geschichte und brachte damals auch direkt Ausdrucke der E-Mails und der Hostel-Buchung zur Untermauerung derselben mit – ja, so bin ich.

Die selben Ausdrucke sende ich Ihnen nun ebenfalls noch ein mal zu.
Nur damit ich nichts vergessen habe, schauen wir doch mal in Ihre Briefkommunikation und checken, ob noch etwas fehlt:

  • Zuerst mit dem Hostel in Verbindung setzen? - Check!
  • Keine Einigung erzielt? - Check!
  • Detaillierte Angaben, welche Vereinbarung getroffen, aber nicht eingehalten wurden? – Ich kann es bei Bedarf gerne noch etwas ausschmücken, aber ich denke im Großen und Ganzen: Check!
  • Stornierungsbedingungen? Siehe Anlage 2 – Check!
  • Wann und wie wurde eine Klärung versucht (schriftlicher Nachweis etc pp)? – Siehe Anlagen 1 und 3 – Check!
  • Welches Ergebnis wurde erzielt? – Keins, also Check!


Ich hoffe, dass alle Unklarheiten beseitigt sind. Falls nicht, stehe ich für weitere Rückfragen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

1 Kommentar:

  1. Ich bin echt mal gespannt wie die Sache ausgehen wird.

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