Dienstag, 14. Februar 2012

SHUT UP, CRIME!


Neben all den Sonnenscheinchen auf diesem Planeten gibt es auch eine Menge Menschen, die scheinbar immer im Schatten stehen und bei allem im Leben Pech haben. Losertypen, die mit Murphy´s Law auf Du und Du sind. Oft haben sie sich in ihr Schicksal ergeben und warten nur darauf, dass die Suite, die sie im Würmerhotel mieten wollen, bezugsbereit ist. Das Leben ist halt ein elendes und darum vollkommen überflüssig. 

Doch was ist, wenn eine dieser bedauernswerten Figuren derart vom Schicksal rektal durchgenommen wurde, dass sie Schnauze voll hat und zurückschlagen will?
Frank D´Arbo (Rainn Wilson; Juno, Galaxy Quest) ist so ein Loser. Ihm gelang im Leben nicht viel Erinnernswertes. Dieses eine Highlight, seine Ehe mit der schönen Sarah (Liv Tyler; The Incredible Hulk, Herr der Ringe), wird zunichte gemacht, als sie ihn für den Drogenboss Jaques (Kevin Bacon; Tremos -  Im Land der Raketenwürmer, Frost/Nixon) verlässt. Zwar war die Ehe schon lange nur noch eine tote Hülle, aber dieses Detail hat Frank einfach nie wahr haben wollen. 

Das Maß ist voll und Frank will auch endlich mal Spaß … und wenn es geht seine Sarah zurück haben. Aber wie soll er das nur anstellen? Comics sind die Lösung! Warum sich nicht als einen dieser Superhelden verkleiden und dem Verbrechen mal so richtig die Fresse polieren?!

Weniger um Gutes getan zu haben, sondern einfach um sich endlich besser zu fühlen.
Frank schneidert sich ein Kostüm, steckt eine Rohrzange als Waffe ein und muss erkennen, dass Schädel einschlagen einfacher gesagt als getan ist…
Ja, ja, die ersten Schlaumeier blöken an dieser Stelle schon die Ähnlichkeit zu Kick-Ass über die vollgeschissene Weide. Darum sei hier angemerkt, dass „Super“ es erst mit knapp zwei Jahren Verspätung in unsere Gefilde geschafft hat. Wikipedia sei dank, erfährt der geneigte Leser auch, dass beide Filme wohl zeitgleich entstanden sind. Zufall halt.

Im direkten Vergleich fällt auf, dass „Kick-Ass“ deutlich mehr Budget gehabt haben muss und einen deutlich höheren Actionanteil aufweisen kann. Dafür finde ich den Humor in „Super“ etwas pointierter. Auch wirkt der Film realistischer und ernster im Umgang mit der Thematik. 
Heldencomics zeigen uns meist nur saubere Gewalt. Da gibt es aufs Maul, dass Häuser bersten, aber nicht mal ein blaues Auge ziert die Fressen der Kämpfenden. Super zeigt die ungeschönten Auswirkungen von Gewalt. Eine auf die Stirn fahrende Rohrzange hinterlässt nun ein mal nicht nur eine Beule. Neben dem comichaft überzogenen „Kick-Ass“ wirkte „Super“ auf mich eher wie eine verkorkste Mischung von „Falling Down“ meets „Natural Born Killers“. 

Der Großteil des Films plätschert vor sich hin, nur um dann von brutalen Gewaltakten unterbrochen zu werden, die teilweise schon fast irritieren. Aber ich find´s gut.
Lediglich die polizeiliche Ermittlungen wollen nicht so ganz in das Szenario hineinpassen. Da wäre mehr drin gewesen. Das Potential des Sidekicks wurde meiner Meinung nach auch nicht voll ausgeschöpft. Dafür steigt Comicverkäuferin Libby (Ellen Page; Juno, X-Men3, Inception) einfach zu spät in der Handlung ein. Das was man von ihr gezeigt bekommt lässt sie umso mehr in der ersten Hälfte von „Super“ vermissen. Dieses manische, nymphomane, hysterische und blutgierige Miststück sorgt mit für die derbsten Lacher im Film und man merkt mit welcher Begeisterung Page in diese absonderlicher Rolle schlüpft.

Regisseur James Gunn (Sgt. Kabukiman, Slither) hatte für seine Superheldenpersiflage nur knapp 2,5 mio Dollar Budget zur Verfügung und musste in sehr kurzer Zeit ale Szenen abgedreht haben. Ja, das sieht man teilweise an den Sets und den Einstellungen. Allerdings habe ich schon besser produzierte Filme mit viel schlechterer Optik gesehen.
Die Synchro ist grundsätzlich nicht schlecht geworden. Allerdings geht sehr viel vom Humor verloren, da die Zwischentöne nicht gut getroffen wurden.  Wer auf Englisch schaltet hat deutlich mehr vom Film. 

Wer über einen derben Humor verfügt und auf Hochglanzoptik verzichten kann, darf sich bei „Super“ auf eine Spaßgranate der anderen Art freuen. Wo sonst treten Rob Zombie als Gott und Nathan Fillion schon als „Der Heilige Rächer“ auf?!

Kommentare:

  1. Hat mich auch sehr überrascht der Streifen. Finde den auch richtig gut. Kick-Ass hat seine Stärken und der hier auf jeden Fall auch. Gefallen mir einach mal so beide :D

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  2. Warum zum Geier entfernt die Software so oft die Abstände zwischen den Absätze?! Naja, wieder korrigiert. ^^
    Jepp, finde auch beide gut. Und der Film ist ein Paradebeispiel dafür, wie man durch eine uninspirierte Synchro den Humor aus einem Film weitestgehend extrahieren kann. Kick-Ass macht das deutlich besser.

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