Sonntag, 17. Juli 2011

Transdoofers: Smell Of The Poop



Einmal am Hebel der Random-Bullshit-Slot-Machine gezogen, kurz darauf rasten mit geräuschvollem "DINK!" "DINK!" "DINK!" Gepiepe die Rollen des Automaten ein und er spuckt das nächste Skript für einen Michael Bay Film aus.
Willkommen bei "Transformers 3", die Re-Rückkehr! Da am Schluß zu viele überlebt haben, fürchte ich, dass noch ein Vierter kommen wird. Aaaaber ich greife voraus; also von vorne:

Sam Witwicky (Shia LeBeouf) hat die Uni beendet,  er ist arbeitslos, seine Freundin hat ihn abgeschossen, aber kurz darauf hat er eine neue Ische am Start. Die Jobsuche läuft mehr schlecht als recht und im Grunde würde er am liebsten wieder mit den Autobots abhängen. Die sind nämlich "In dem Jahr seit unserer Ankunft" auf Mission für die Regierung unterwegs. Böse Decepticons finden und ausmerzen steht auf dem Fitnessplan.
Moment! "In dem Jahr seit...."?! Soll seit dem ersten Teil nur ein Jahr vergangen sein oder was!? - Oh mann, das Drehbuch verspricht schon von Beginn an auf Doof gedübelt zu sein.

Naja, vielleicht auch blöd übersetzt, egal.
Jedenfalls wärs ja ziemlich langweilig, wenn die Decepticons nicht noch ein Ass im Ärmel hätten. Das ist ein übergelaufener Autobot namens Sentinel Prime, der auf dem Erdtrabanten in einem abgestürzten Raumschiff rumgammelt.  - UUUUPS! Hab ich da etwa DEN Storytwist des Films ausgeplappert?!  Ich böser, bööööser Blogger!
Mal Hand aufs Herz. Das ist so offensichtlich, wie die aufgeschlitzte blonde Blödnuss, die im Slasher-Movie alleine und besoffen Kippen holen geht, weil ihr Stecher einfach nicht auftaucht. "Oh, wo der wohl ist!?"

Der perfide Plan der Bösen ist nämlich, mittels ein paar Hundert Metallsäulen ein Tor im Orbit zu öffnen, das den Heimatplaneten der Roboter auf den Fußabtreter vor der Erde zerrt. Mit Sentinel-Prime, den ich ab sofort nur noch RJ (=Robo-Judas) nennen werde, weil das irgendwie passender zur US-Produktion Marke Bay passt, wurden aber nur fünfe dieser Säulen gefunden. Na wo der Rest wohl stecken mag? Kopfkratz, am Kinn juck... "da fällt mir nix zu ein!"

Die Auflösung ist dann genauso blöd, wie der gespoilerte Storytwist. Die Decepticons haben in den 60ern die Säulen aus dem Wrack geborgen und sich mit ihnen im Mondstaub vor der ankommenden Apollo 11 Mission versteckt. Die Pöhseboter wussten zwar von RJ, hatten aber keine Möglichkeit rauf zu fliegen und ihn zu holen. Doch umgehend heckten sie folgenden Dr. Evil Masterplan aus: "Optimus Prime von den Autobots wird auftauchen und RJ mit den restlichen fünf Säulen auf die Erde holen. Dann kommen wir nach."
Oh Gott, ich glaub ich bekomm ein zerebrales Aneurysma! Wie sollten die denn 1969 wissen, dass die Autobots irgendwann so um 2005 auf der Erde auftauchen würden?! Vor allem: wenn die doch so einen dollen Heimatplanet Rettungsplan hatten, warum zum Geier schossen die Decepticons dann RJs Raumschiff auf der Flucht ab?

Leider bemüht man sich nicht um eine logische Auflösung dieses dezenten Logiklochs. Andererseits bemüht man sich auch nicht zu kaschieren, dass man glaubt, der Zuschauer sei zu blöd zum Film schauen. Unsereins ist für Bay wohl nur ein Vehikel, das vom Geld ins Kino gefahren wird, damit es dort einchecken kann.
Anders kann ich es mir nicht erklären, dass dem Zuschauer immer wieder vorgekaut wird, was von der Bierdeckel großen Story unlängst gezeigt worden ist. Ich brauch keine "Und in der letzten Folge sahen sie..." Szenen in einem Film! Damit hat mich Peter Jackson schon auf die Palme gebracht. Nu auch noch Bay´s Michael. ARGH!!!!

Und diese Blödigkeiten ziehen sich durch den ganzen Film.

OK, ich wußte worauf ich mich einließ, dann genieße ich halt die Action. Und die kann sich auch diesmal wieder sehen lassen. Fett produziert, wie vom Regisseur gewohnt, sieht man angenehmes Effektkino. Diesmal deutlich besser als im zweiten Teil, da sich das Ende nicht so elend zieht. Bei der Action stößt mir aber wiederum sauer auf, dass sich alle Figuren nach jeder dieser Szenen erstmal zu einem Kinoplakat Motiv aufstellen; dabei darf die obligatorische durchballerte US-Flagge natürlich nicht fehlen. Boah.... was für eine pubertäre Scheisse.
Pentagon Liebchen Bay hat natürlich auch im dritten Transdoofers wieder viel Militär Gerät zu zeigen, das im Dutzend geschrottet wird. Nun hätten nur noch ein paar schicke One-Liner und coole Figuren gefehlt, um von der Story abzulenken. Leider Fehlanzeige. Der Protagonist ist dermaßen unsymphatisch, dass man sich zeitweise wünscht, er würde von einem Decepticon platt gemacht. Vielleicht tat hier die unausgegorene Synchro ihr Schlechtes dazu, aber es fiel mir selten so schwer einer Figur etwas Positives abzugewinnen.

Die Nebendarsteller waren wie immer besser als der Hauptcast. John Turturro gibt immer noch den durchgeknallten Agenten, diesmal mit Alan Tudyk (Serenity, Tucker & Dale vs. Evil) an seiner Seite. John Malkovich (R.E.D) ist auch herrlich schräg in Szene gesetzt. Und dass auch Scott Krinsky (Jeff aus der Serie Chuck) einen kleinen Auftritt hatte, war schön. Leider wird nicht eine dieser Nebenfiguren ordentlich ausgespielt. Immer wieder werden interessante Charaktere angedeutet und zugunsten der Action wieder fallen gelassen.
Rosie Huntingten-Whitely, die diesmal die Schnalle an LeBeoufs Seite mimt, hat zwar einen deutlich geringeren Eye-Candy-Faktor als Megan Fox, ist aber keinesfalls eine schlechtere .... äh.... "Schauspielerin". An der Basis hat man sich da also nicht verschlechtert.

Es heißt so schön: "aller guten Dinge sind drei."
Dem kann ich zustimmen. Der Dritte ist hier definitiv der beste Film der Reihe. Aber es heißt auch: "Aus Scheiße macht man keine Bonbons!"
Somit ist die Abstufung der der einzelnen Transdoofers Teile für mich lediglich eine Unterscheidung zwischen drei unterschiedlich intensiv riechenden Kackhäufchen.

Wer das Hirn komplett abschalten kann (am besten bis auf Wachkoma Status), Story nicht braucht und bei Dialogen sowieso am liebsten weg hört, weil das bloß der störende Kram zwischen zwei Explosionen ist, sollte sofort ins Kino gehen. Fürs Heimkino lohnt sich der Streifen dann, wenn ihr gerne mit einem Kasten Bier und einigen Freunden Filme beim Schauen kaputt redet.

Kommentare:

  1. Ja ja, man kann nicht einfach einem nen Haufen aufn Tisch setzen und dann behaupten: "Mmmmh, das ja lecker Schokopudding" ^^

    Ich mag ja auch mal die "Hirn-aus-Action-an"-Filme, aber bei Michael Bay muss man ja grundsätzlich und zusätzlich noch das Hirn komplett abgeben und hoffen das man am Ausgang sein eigenes wieder zurück bekommt ^^

    Die Schauspielerleistungen waren in keinem der Streifen berauschend. Gerade von einem Turturro erwartet man doch etwas mehr. Teil 1 finde ich im gesamten noch am interessantesten, auch weil es etwas "neues" war.

    Aus dem Franchise an sich ist vielleicht mehr rauszuholen als Bay das macht. Eventuell wird davon irgendwann mal ein Reboot gemacht... wenn man so an Hollywood denkt, dann ist das auch sehr wahrscheinlich, denen fällt ja nix neues mehr ein ^^

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  2. Und dabei hab ich im Review noch nicht einmal groß erwähnt, dass die Story total zerfahren erzählt ist, viele Inhalte per Copy-and-Paste Verfahren aus den Vorgängern übernommen wurden (es gibt bspw. wieder einen peinlichen "American Pie" Moment mit den Eltern), der Humor oft aufgezwungen wirkt und Bay wieder nicht so recht wusste, ob er lieber eine Komödie, Action oder Drama drehen wollte.
    Das Mischungsverhältnis jedenfalls ist so unausgegoren, dass es wie bei Hankock und den ersten Transdoofers Filmen nicht funktionieren will.

    Und ja, ich geb dir recht: da kann man mehr raus holen und JA hoffentlich machen die ein Remake irgendwann in der Zukunft. Ich hoffe, dass ich noch ein gutes vom HdR erleben werde. ^^

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  3. Was guckt Ihr euch den Scheiß auch an:-)

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