Samstag, 2. Juli 2011

Immer mitten in die Fresse rein...

Lange Jahre war für mich LOBO von DC der lustigste und gleichzeitig brutalste Comic, den ich kannte. Gut, es gab auch damals schon Konkurrenten, die mehr Gore und Splatter darboten, aber keiner mordete mit solchem Spaß und Freude andere Wesen, wie der letzte Czarnianer. Hey, immerhin hat er seinen kompletten Planeten entvölkert, um einzigartig zu sein und war nur deswegen unsterblich, weil er aus Himmel und Hölle rausgeflogen war! Zudem hat er Superman - dem Mann aus Weißblech - den Strampler lang gezogen, das faschistische Imperium des Weihnachtsmannes zu Fall gebracht und den Fiskus das Fürchten gelehrt.
Kurz: Lobo war most epic ever.



Doch dann kam Eric Powell´s "The Goon" auf den Markt. Ein hässlicher Schlägertyp mit Arbeitermütze und sein kleiner degenerierter Kumpel Franky schickten sich an, fortan in ihrer Heimatstadt für Ordnung zu sorgen. Die war nämlich von der Mafia, den Vampiren, dem Zombie-Priester mit seinen untoten Maulsperren und allerlei anderem Gesocks befallen, die allesamt die Bevölkerung terrorisierten. Dabei verteilen die beiden Blei und Maulschellen wie Kamellen an Karneval.

Dieses Mal scheint für den Goon endlich die Sonne aufzugehen. Seitdem der Bussard den Friedhof besetzt hält, ist der Zombie-Priester von seinem Nachschub an Leichen abgeschnitten. Doch der Zombie-Priester wäre nicht der Zombie-Priester, wenn er das so einfach auf sich sitzen lassen würde. Im Geheimen brütet er schon die nächste Schweinerei aus.

I like them best, when they catch fire.
Währendessen muss sich der Goon auch noch um die anderen Mafia Familien kümmern, die nun aus ihren Löchern gekrochen kommen und Doctor Alloy tritt auch noch mit einer Bitte an ihn heran. Alles in allem wird dem Goon schnell klar, dass er sich so schnell nicht auf sein Altenteil zurückziehen können wird.
Zusätzlich beinhaltet Band 6 noch die rare Geschichte "Satan´s Sodomy Baby", die in den USA wie zu erwarten für Entrüstung bei den christlichen Fundamentalisten gesorgt hat.

Eric Powell ist einfach göttlich. Keine Geschmacklosigkeit ist ihm zu hart, keine Idee zu abgedreht, als dass er sich davon abhalten lassen würde, sie umzusetzen. Ihm ist schlicht nichts heilig und dafür sei er lobgepriesen. Denn "The Goon" ist auch im sechsten Band "Böses Blut" wieder eine Wundertüte voller Pulpgeschichten mit allerlei schrägen Einfällen, Figuren und Storytwists. Dank sei auch Robert Rodriguez und Quentin Tarantino, dass sie vor ein paar Jahren endlich wieder einen Begriff ans Tageslicht gezerrt haben, der zum Goon wie
Arsch auf Eimer passt: Grindhouse! Denn nichts anderes ist dieses Kleinod der mit dem Eisener Award ausgezeichneten Comic-Kunst.

Absoluter Kauftip für alle Freunde des hartgesottenen Humors. Hier bleibt definitiv kein Auge trocken.

Beispiele gefällig? OK, hier meine Lieblingszitate des aktuellen Bandes:

Spider, die Spinne, Poker- und Saufkumpan des Goon überbringt schlechte Nachrichten:
Spider: "[...] ich habe gehört, euer Lagerhaus an der Crestwood wird von einem Haufen zwergwüchsiger, bunt gescheckter Clowns geplündert."
Franky: "Oh Gott! Im Radio hatten sie doch durchgesagt, dass ein Bus voller Zirkuszwerge letzte Nacht in den Fluss gestürzt ist."
Goon: ">seufz< Der Priester muss sie wiedererweckt haben."

Goon: "Toll. Meine Adoptivmutter ist eine verrückte alte Eule, die im Dreck spielt und versteinerte Katzenaugen verteilt."
Franky: "Es ist gut, geliebt zu werden. Selbst von den Irren."

Goon und Franky schauen im Kino "Das 13. Gebot":
Moses: "Du hättest als Weibsbild geboren werden sollen, du Vorhaut! Erspar mir dein Gewinsel und kämpfe als hättest du was in der Hose!"

Moses: "Meine Lenden stehen in Flammen, wie der brennende Busch, Süße!"
Frau: "Oh, teil das Rote Meer, Moses! Teil das Meer!" 
Nach dem Film:
Goon: "Ich steh nich so auf diese kitschigen Bibelschnulzen."
Franky: "Der Blutregen kam ganz gut, aber wie er Wasser in Flammenwerfer und Jetpacks verwandelt hat, das war total unglaubwürdig."

Na, mindestens einmal geschmunzelt? Dann ab in den Laden, ihr räudigen Hunde!

"The Goon" erscheint im Cross-Cult Verlag auf deutsch. Leseproben gibt es hier.

1 Kommentar:

  1. Und ich hab noch vergessen die Story zu erwähnen, in der ein Hillbilly vom Satan in den Arsch gefickt wird, worauf ihm der Antichrist aus dem Rektum wächst. Der örtliche Priester weiß natürlich aus Erfahrung: das lösen wir nur mit einer göttlichen Abtreibung. Aufgrund des Hinweises, dass er doch schon geboren sei, gibt es nur eine Lösung:
    der Antichrist muss in den unheiligen Arsch seiner Geburt zurück geschoben werden, um DANN abgetrieben zu werden!

    Ich sag euch... ich hab mich fast eingepißt vor Lachen.

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