Sonntag, 3. Juli 2011

Familienangelegenheiten


Die verfluchte Stadt hat mich wieder. 
Dresden - oder besser gesagt, das was davon übrig geblieben ist. Seit den Europakriegen von 2031/32 ist hier nichts mehr wie früher - nicht dass ich das je persönlich gekannt hätte. Ich war noch Quark im Schaufenster, als die Russen damals hier einfielen, um Sachsen zu annektieren. Sie konnten zurückgeschlagen werden, aber eine Junta aus Bundeswehr Genrälen errichtete auf den Ruinen des ehemaligen Freistaats das Herzogtum Sachsen. Dresden wandelte sich in den Leipzig-Halle-Megaplex, einem Stadt gewordenen Tumor aus Industrie, Slums,  Schickimicki-Wohnbezirken und Mülldeponien. Letztenendes war es ein Polizeistaat. Nur dass die Armee hier die Gewalt hatte.
Ich konnte diese Stadt noch nie leiden. Drecksarmee... arrogantes Pack!

Und jetzt saß ich hier fest. So lange, bis ich Kontakt herstellen konnte.


Bei einer Observierung gibt es nur eine feste Regel: Lass dein Ziel nie aus den Augen!
Aber leider ließ mich höhere Gewalt diese Regel brechen. Meine Blase, das dämliche Organ, beging Insubordination. Ich musste mal. Dem einen oder anderen mag es peinlich sein so etwas zu erwähnen, aber so spielt das Leben halt. 
Dummerweise - und wie konnte es auch anders sein - passierte das im ungünstigesten Augenblick. Ich erleichterte mich gerade an einer teilweise durchgerosteten Mülltonne in einer schmalen, dunklen Gasse, als die Action begann.

Zuerst hörte ich den markerschütternden Brunftschrei einer Sprenggranate. Die Nacht wurde mit einem gleißenden Blitz binnen einer Sekunde in eine Schreckensversion des Tages verwandelt.
Sie ließ das Material, das von sich in Anspruch nahm, eine Tür zu sein, in seine körperlichen sowie metaphysischen Bestandteile zerplatzen. Fatzen und kleine Splitter barsten nach außen und regneten auf die Straße. Vor Schreck hätte ich mir fast auf die Hose gepißt. Verdammt! Hektisch wandte ich den Blick Richtung Lärm.
Ein Ork sprang durch die neu geschaffene Öffnung in der Wand noch bevor die letzten Teile den Boden berührten. Zu seinem Glück duckte er sich bei Bodenkontakt sofort ab.
Nur wenige Zentimeter über seinem Schädel durchbohrten Kugeln aus Automatikpistolen die Luft. Geschickt rollte er sich zur linken Seite ab, richtete sich auf und hechtete zu einer geparkten BMW Trollhammer, die dort auf ihn wartete.

Entrusconio fuhr BMW aus Überzeugung. Interessante Einstellung, wenn man bedenkt, dass er wahrscheinlich noch nicht ein einziges mal in seinem bescheidenem Leben auch nur einen Cent für die Marke ausgegeben hatte. Während er eilig den Zündschlüssel umdrehte und fluchend das Gaspedal durchtrat, spuckte das Gebäude fünf weitere Gestalten aus. Langhaarige Punks, die ich sofort den Dragonhornets zuordnete. Interessant! Die waren doch sonst in Bochum heimisch.
Sie liefen zu ihren Maschinen, um Cone, wie Entrusconio  auf der Straße bekannt war, zu verfolgen.

Ich war immer noch damit beschäftigt mein Geschäft abzubrechen. Hey! Was soll die Häme?! Es waren immerhin gerade erst sechs oder weniger Sekunden vergangen!
Das Brausen der Gangmaschinen dröhnte noch in meinen Ohren, als ich endlich alles wieder verstaut hatte und den Latz hochziehen konnte. Ein Nachzügler trat aus der Tür und schaute mir direkt in die Augen. Der Punk zog seine Ares Light Pistol und schoss, aber seine Kugeln umfuhren ihr Ziel weiträumig. Ich mag schlechte Schützen. Wie von Zauberhand landete die Colt 2066er in meiner rechten Hand. Der Zeigefinger tanzte mit dem Abzug Tango und entlockte der Trommel zwei Kugeln. Hohlspitzgeschosse richten eine Sauerei an, wenn sie ein ungepanzertes Ziel treffen. Der Dragonhornet war jedenfalls weicher als ein Pfund Butter in der Sommersonne.
Er hatte keine Chance und brach röchelnd zusammen, als sich sein Brustkorb auf die Häuserwand hinter ihm verteilte. Die noch rauchende Waffe landete im getarnten Holster unter meinem Mantel.

Mit raschen Schritten erreichte ich fluchend die Fahrertür meines Rover 2068 Geländewagens und stieg ein. Wie zum Geier sollte ich mehrere Motorräder einholen, die mit einem Affenzahn davon jagten? Ich drehte den Zündschlüssel herum und quälte den Motor aufs Äußerste. Mit qualmenden Reifen schob sich mein Wagen vom Bürgersteig auf die Straße und zählte die Kilometer herunter. Zum Glück hatte ich in einem wachen Moment Cones Trollhammer mit einem GPS Sender ausgestattet. So wusste ich wenigstens wo die Action statt fand und musste nicht raten, welcher Weg der richtige war.

Ich hoffte, dass sich die Gangmitglieder gegenseitig behindern würden und mir Gelegenheit gaben aufzuholen. Kaum hatte ich den Gedanken zu Ende gedacht, als eine Explosion die Straßenzüge in helles Licht tauchte. Wie langgliedrige Monströsitäten huschten die Schatten über die Häuserfassaden.  Zwei der Dragonhornets wichen zu jeweils der anderen Seite des kollabierenden Wracks aus. Bröckchen aus Öl, Motor, Chassis und Fahrer sprenkelten meine Windschutzscheibe. Nichts womit meine Scheibenwischer nicht fertig wurden.
Ich schöpfte schon Hoffnung, mein Ziel zu erreichen, als Cone mit seiner BMW auf eine Straßenkralle fuhr.

Es mag archaisch erscheinen, einfach nur Eisenfragmente auf die Straße zu streuen, aber sie erfüllten ihren Zweck. Die Dragonhornets hatten damit gerechnet, dass Cone den direkten Weg in die City nahm und hatten die Strecke präpariert. Mit Effet platzten die Reifen der Trollhammer und Cone kam ins Schlittern. Bremsen half nun auch nichts mehr. Mit mehr Glück als Verstand überschlug sich die Maschine nicht und Cone rammte die Front der BMW in einen Straßengraben. Er selbst würfelte über die Gabel des Zweirads und landete unsanft in einigen Gebüschen. Die restlichen Hornets näherten sich der Unfallstelle.

Ich wusste sofort, dass ich nun alles auf eine Karte setzen musste. Drei der Dragonhornets kesselten Cone ein. Mit Erleichterung sah ich, dass er sich zum finalen Kampf aufrichtete. Die Jungs waren dumm genug von ihren Maschinen abzusteigen, um sich ihm Mano a Mano zu stellen.

Dämliche Straßenphilosophie! Für mich jedenfalls galt sie nicht. Ich trat das Gaspedal durch und piesakte den Motor noch mehr. Wie eine gepeinigte Bestie heulte die Maschine auf und fuhr durch den Straßengraben. Einer der Punks konnte sich noch umdrehen, als mein mächtiger Kühlergrill seine Hüfte erfasste.  Zwar bremste ich ab da ab, doch konnte das nicht verhindern, dass der Aufprall seinen Körper herum schleuderte. Die Hüfte zertrümmert, riss die kinetische Energie den Rest des Mannes herum, sodass er mit dem Schädel auf meiner Motorhaube auftraf. Wie ein hektischer Blitz durchzog der Bruch die Stirn, kaum dass sie das Blech berührt hatte. Der Mann rutschte herunter wie ein nasser Lappen.
Währrenddessen riss ich an der Handbremse, wodurch der Rover eine halbe Drehung um die eigenen Achse machte.

Cone sah mich durch die aufspringende Tür unglaubwürdig an.
"Steig ein, wenn du leben willst, du Narr!"
Sofort erschien Abscheu in seinem Gesicht. Damit hatte ich gerechnet. Das Geräusch von Waffen, die durchgeladen wurden, zog Cone aber ins Hier und Jetzt zurück. Er sprang auf den Beifahrersitz und warf die Tür zu.
Ich tat meinen Job und trat im ersten Gang das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Der Rover fauchte seine Gegner forsch an, die Reifen drehten einen Moment lang durch, so dass Dreck und Steinchen auf die Angreifer geschleudert wurden und raste dann die Straße hinunter.

Die Hornets wiederum waren so überrascht, dass sie einen Moment brauchten um zu reagieren.
Mein frisch gebackener Beifahrer blickte missmutig zu mir herüber.
"Hallo Cousin. Welch Freude dir hier zu begegnen!"
"Die Freude ist ganz meinerseits! Bislang dachte ich eigentlich du wärst Teil dieser Gang! Warum wollen die dir so eifrig aus dem Leben helfen? Bist du es leid ihre Körper zusammen zu flicken?"
"Immer noch der alte Witzbold, wie?!" Cone blickte einige Sekunden durch den Beifahrerspiegel nach hinten. Er atmete durch, bevor er antwortete. "Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was hier vor sich geht. Ich sollte in Dresden ein Paket abholen, das für meinen ehemaligen Boss bestimmt war. Ich bin schon seit Längerem kein Teil mehr der Gang. Er rief mich vorgestern an und forderte eine Gefälligkeit von mir ein."
"Du meinst, dass du keinerlei Ahnung hast, was hier vorgeht?"
"NEIN! Und ich habe keinerlei Lust auf deine Interpretationen zur Lage der Nation. Konzentrier dich lieber auf die Straße, Hendrik! Da kommen noch mehr von ihnen."

Zwei Hornets näherten sich dem Rover je zur Linken und zur Rechten. Ich warf Cone einen bösen Blick zu und entsicherte mit der linken Hand meine Ingram Warrior-10. Ich hatte sie mit einer Smartgunausrüstung versehen, weshalb sie mit meiner linken Hand geradezu verschmolz. Ohne den Blick von der Straße zu nehmen feuerte ich durch das geöffnete Fenster nach hinten. Durch die Kugeln abgelenkt, übersah der Fahrer ein Schlagloch in der Straße und überschlug sich schließlich. Ich verbuchte es für mich als Treffer.
"Deine ehemaligen Gangfreude versuchen uns die Haut abzuziehen, Cone. Ich hoffe du hängst mehr an deiner eigenen als dass du sie freiwillig hergeben willst! Also hör auf dich zurück zu halten und zeig ihnen, wo der Hammer hängt!"
Cones Blick sprühte nur so vor Hass und Enttäuschung. Er fauchte mich an und sah nach hinten. Deprimiert griff er in seine Jackeninnentasche. Er entblößte eine Monofilamentpeitsche und lehnte sich aus dem Wagen.

Monofilament ist ein echtes Dreckszeug. Wer S-Draht kennt und dachte das wäre schon verteufelt scharf, der hat seine erste Begegnung mit dessen Meister, dem Monofilament, noch vor sich.  Der Draht, der aus diesem Material gesponnen wird, macht vor nichts halt das weicher als eine Mauer ist. Gangmitglieder sind in der Regel aus Fleisch und Blut und damit meist weicher als Stein, auch wenn man hin und wieder meinen könnte man redete bei ihnen gegen eine Wand. Unsere Spielkameraden waren dazu noch schlecht gepanzert. So konnte nichts die Peitsche meines Cousins aufhalten.

Cone drehte sich etwas im Sitz um besser mit dem linken Arm ausholen zu können. Mit kräftigem Schwung griff die geschmeidige Peitsche nach dem Hornet, der zuerst nicht sah, was da auf ihn zu kam und dann nicht mehr die Möglichkeit hatte gegen den Angriff zu protestieren. Der Schlag strich einmal quer über seinen Körper. Einen Sekundenbruchteil lang sah es so aus, als würde er sich auf dem Sozius seiner Maschine versteifen, dann überzogen feine Blutfäden seine Haut und ein Teil seines Gesichts geriet in Bewegung. Der abgetrennte Streifen Mensch klatschte mit dem sich lösenden Oberkörper und der durchtrennten Gabel des Motorrads auf den Boden.  Bis zuletzt ließ seine linke Hand den Griff nicht los. Erst jetzt begann die Maschine zu taumeln und legte sich vor einem Kameraden quer, der erst jetzt in unser Blickfeld geriet. Dieser konnte nicht mehr ausweichen und überschlug sich mehrfach. Der kann nur mit viel Glück überlebt haben.

Ein weiterer Dragonhornet, der sich bislang weiter hinten gehalten hatte, gab nun Gas und feuerte aus seiner Maschinenpistole auf den noch aus dem Wagen hängenden Cone. Eine Salve schlug in dessen linke Schulter und den Oberarm ein. Er schrie einen nicht jugendfreien Fluch, als er vor Schmerzen die Peitsche los ließ und sich wieder auf den Sitz fallen ließ.
"Blute mir nicht alles voll, Cone! Am besten du lässt dich wieder raus hängen. Vom Chassis kann man es besser abwaschen."
"Ich scheiße auf deine gefetteten Ledersitze und deine schöne Innenausstattung, du elender Mistkerl! Sieh zu,  dass du den Typen abhängst! Das ist ein verteufelt guter Schütze."
"Womit erfassen deine ehemaligen Kameraden ihre Ziele? Nur optisch? Radar? Sonar?"
"MIT BLEI!"
"Schön, dass du seit und unserem letzten Treffen an deinem Humor arbeiten konntest."

Als ehemaliger ARGUS Agent hatte ich natürlich auch in meinen Privatwagen die eine oder andere Spielerei eingebaut. An der Mittelkonsole prangten ein paar Knöpfe, die nicht zur Standardausstattung gehörten. Ich betätigte einen von ihnen und aus dem Heck des Rover quoll dichter Rauch, der auf der gesamten Straßenbreite die Sicht nahm. Zum Glück waren in den Slums um diese Zeit kaum noch Passanten unterwegs. Um nicht mit etwas zu kollidieren, musste der Hornet abbremsen und gewann Abstand. Ich nutzte die Gelegenheit und manövrierte den Wagen in ein Netz aus kleinen Straßen.

Nach einigen Minuten war ich sicher, dass wir nicht mehr verfolgt wurden und parkte das Auto in einer engen Gasse. Ich holte aus dem Kofferraum den Verbandskasten und brachte ihn Cone, der sich bereits seiner Lederjacke entledigt hatte. "Glücklicherweise scheint nichts Wichtiges verletzt worden zu sein. Knochen und Sehnen sind nicht in Mitleidenschaft gezogen worden."
"Zu deinem Glück hat die Orkhaut die Kugeln nicht weit eindringen lassen."

"Yeah! - Gib mir mal das Verbandszeug. Ich muss zumindest die Blutung soweit stillen, bis ich irgendwo in Ruhe die Kugeln raus holen kann."
Ich öffnete die einzelnen Päckchen mit Kompressen und Mullbinden für ihn. Weitere Hilfe lehnte er ab. Während er sich selber verarztete nahm er unser Gespräch wieder auf. 
"Mein Humor ist nicht das Einzige, das sich seit unserem letzten Treffen verändert hat, Hendrik. Ich bin ein verdammt guter Straßenmediziner geworden. Hab sogar studiert."
"Hmmm interessant. Davon stand nichts in deiner Akte."
Er sah einen Moment lang schweigend zu mir herüber. Dann fuhr er fort die Binde um seinen Arm zu wickeln.
"War unter falschem Namen auf der Uni. Wegen der Gang und so. 
Du hast also eine Akte von mir, wie? Wundert mich nicht. Du warst schon immer ein Kontrollfreak, der alles über jeden wissen musste. 
Wie hast du mich denn überhaupt gefunden? Hab gehört, dass du nicht mehr bei ARGUS bist. Sie haben deinen Arsch doch mit Schmackes auf die Straße gesetzt."
"Du scheinst auch gut informiert zu sein. Ja, ich arbeite nicht mehr bei ARGUS. Man hat mich reingelegt. Aber ich habe noch Freunde bei meinem ehemaligen Arbeitgeber. Über die hab ich dich ausfindig gemacht."

Cone klebte sich zum Abschluss noch ein Pflaster auf die Brust, das Schmerzmittel an den Blutkreislauf abgab und zog sich langsam die Jacke wieder an.
"Also was willst du von mir? Aktuelle Geschichten von Tante Katharina oder Onkel Hubert wirst du mir ja sicher nicht erzählen wollen."
"Nein. Selbst wenn wäre das schwierig. Sie sind seit drei Jahren tot."
"Oh...wie..." 
Ich winkte direkt ab.
"Autounfall! - Darum bin ich aber nicht hier. Ich habe es satt auf mir herum trampeln zu lassen. Ich habe beschlossen mein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und mir einen Namen auf der Straße zu machen. Herauszufinden wer mich da in Westrhein-Luxemburg so verarscht hat. Ich will mir mein Leben zurück holen. Aber das kann ich nicht alleine. Dazu brauche ich Hilfe. Hilfe von Leuten, denen ich trauen kann."
"Du traust mir?"
"Ein Stück weit. - Hör mal, Cone, ich weiß, dass wir keine besonders herzliche Beziehung zueinander haben, aber ich respektiere deine Fähigkeiten als Nahkämpfer. Und dass du mittlerweile sogar ein halber Doktor bist, trifft sich da umso besser. 
Außerdem bist du Familie. Und Familie hat bei mir immer einen Vertrauensbonus."

Cone lehnte sich an die Mauer und verschränkte die Arme vor dem Brustkorb. Das Schmerzpflaster musste bereits ganze Arbeit leisten, dass er diese Bewegung nun nicht vermied.
"Du willst also in die Schatten gehen? Eine eigene Runneragentur aufmachen? Dazu wirst du dich aber von vielen lieb gewonnenen Dingen aus deiner Vergangenheit trennen müssen. Dein Gewissen wird dort, wo du hin willst, nur nutzloser Ballast sein.
Und wie zum Geier kommst du auf die Idee, dass ich dir dahin folgen werde?"
"Naja, wie ich heute Abend live erleben konnte, steckst du in einer ähnlichen Situation wie ich. Jemand versucht dich rein zu legen, dir das Leben zur Hölle zu machen. Wir könnten uns gegenseitig bei unseren Problemen helfen - und dabei noch eine Menge Kohle verdienen."
Ich vermied es den psychopathischen Killer zur Sprache zu bringen, der Menschen in zwei Hälften und ihnen das Herz aus der Brust zu reißen pflegte. Das konnte vorerst warten. Ich wollte Cone nicht direkt mit so einer Story abschrecken. 

Mein Cousin blickte nachdenklich zu Boden, atmete schwer durch und sah mich dann an. "OK, ich kann es mir ja mal ansehen. Wer weiß, vielleicht ist es ja ein Glücksfall, dass du gerade jetzt auftauchst."
Meine Laune hellte sich augenblicklich auf. "Danke Cone, das bedeutet mir eine Menge."
"UNTER einer Bedingung!"
"Red!"
"Ich will ein neues Motorrad! Ich sehe nicht ein ständig in deinem Wägelchen Beifahrer zu spielen. Ich gehöre auf die Straße. Mit einem Bike unter meinem Hintern."
"Ist gebongt.  - So, wir sollten uns lieber auf machen, bevor sich das Militär noch für unsere Eskapaden interessiert."
"Yeah, ich glaube Dresden ist zu heiß geworden für mich. Aber was solls?! Ich konnte diese Drecksstadt eh noch nie leiden."
Beim Einsteigen konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen.

Es ist der 28. Oktober 2072 und dies sind die Nachrichten. In einem Außenbezirk des Halle-Leipzig Megaplexes kam es letzte Nacht zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Straßengangs. Mehr als sechs Mitglieder der sogenannten Dragonhornet Gang aus Bochum verloren dabei ihr Leben. Über die genauen Tatumstände wollte die Bundeswehr noch keine genauen Aussagen treffen, äußerte jedoch die Vermutung, dass erste Spuren in den Norden der ADL führen...

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