Montag, 20. Juni 2011

"Guter Cop - Böser Cop?" "Weiss noch nicht."


New Orleans: Eine illegal eingereiste Familie aus dem Senegal wird brutal hingerichtet. Lieutenant Terence McDonagh (Nicholas Cage; Kick Ass, Duell der Magier) wird mit der Klärung des Falles beauftragt. Die Schuldigen sind recht schnell gefunden, doch kann man ihnen nichts beweisen. Terence muss also einen Weg finden, wie er die Kerle ins Gefängnis bringt. Dummerweise hat er noch mit einigen weiteren Problemen zu kämpfen, die ihm das Leben schwer machen:



Nach einer Rettungsaktion schwer verletzt, nimmt Terence Vicodin. Da das nicht ausreicht, um seine Schmerzen zu betäuben, beginnt er Drogen zu nehmen. Doch damit fangen für ihn die schweren Zeiten erst richtig an.
Zudem muss Terence Wettschulden bedienen und sich um seine Freundin Frankie (Eva Mendes; Unzertrennlich, Training Day) kümmern. Doch je mehr er sich im Drogensumpf verliert, desto mehr entgleitet ihm die Kontrolle...

Ich bin ja niemand, der gerne vom Klappentext eines Mediums zitiert, aber im Fall von "Bad Lieutenant" mache ich mal eine Ausnahme, denn warum das Rad neu erfinden, wenn die Beschreibung so gut passt wie hier?! Mit "Bad Lieutenant" lieferte Werner Herzog (Fitzcarraldo, Rescue Dawn) im jahr 2009 einen "modernen Film noir" ab, in dem Nicholas Cage tatsächlich mal so etwas wie gutes Schauspiel zeigt.

Cage mimt glaubhaft den von Schmerzen geplagten Cop , dessen Handlungen immer fahriger und impulsiver werden und der nur notdürftig von der - für einen Polizisten unduldbaren - Beziehung zur Prostituierten Frankie auf Spur gehalten wird. Die Gratwanderung zwischen legalem und illegalem Handeln wird für ihn im Laufe des Films immer schwieriger. Doch heiligt der Zweck alle Mittel?

Auch der Rest des Cast macht seinen Job solide bis gut. Von Val Kilmer hätte man mehr zu sehen bekommen können. Der Figur Cages hätte ein Partner sicherlich auch bei der Entwicklung gut getan; schließlich wirkt Terence manchmal absonderlich isoliert, wenn er stets allein ermittelt. Eva Mendes und Xzibit passen auf ihre Rollen (da dürfen die beiden gerne auch etwas beleidigt sein - hüstel) und es war mir eine Freude endlich mal wieder Brad Dourif (Dune, Deadwood, Alien-Resurrection) vor der Kamera sehen zu können.


Die Film noir Anteile sind so hoch, dass ich mich gefragt habe, warum Herzog "Bad Lieutenant" nicht gleich in schwarz-weiss gedreht hat. Die finstere, dreckige und unangenehme Atmosphäre wäre wohl noch dichter geworden. Da der Bodycount für eine Hard-Boiled-Story zu gering ausfällt, braucht man die Farbe für das viele Blut doch nicht.

Ich kann "Bad Lieutenant" all denen empfehlen, die mal wieder Lust auf einen düsteren Cop-Thriller haben, allerdings auf einen hohen Actionanteil verzichten können. Charakterspiel steht hier im Vordergrund und keine Pumpgunattitüden.

Kommentare:

  1. Schönes Review!

    Bad Lieutenant war einer der besten Filme 2010, fand ich. Da kann man mal sehn, wozu Cage in der Lage ist, wenn er von einem guten Regisseur dirigiert wird.
    Ganz groß sind die Szenen aus der Leguanperspektive und natürlich das hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=YXNfHb9b6Y0

    Werner Herzog ist schon herrlich schräg!

    P.S: Schon "Hanna" gesehen? Mein bisheriges Highlight 2011, zusammen mit TTOL.

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  2. Danke. ^^

    Man merkt auch, dass er Spaß daran hat eine semi-zwielichtige Person auf Selbstfindungskurs zu spielen.

    Leider konnte ich "Hannah" noch nicht sehen, ist aber auf meinem Radar. Der Trailer war schon strange. ^^

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  3. Was E. Mendes angeht, da hast du Recht. Kann die Braut eh nicht ausstehen ^^

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  4. In der Schlampenrolle wirkt sie glaubhaft. So wie auch Megan Fox. ^^

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  5. Nee, Megan Fox kann noch nicht mal das glaubwürdig verkaufen. Der würde sogar bei nem Home-Porn jegliche Authentizität abgehen:-)

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