Dienstag, 26. Februar 2008

Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

„Ladys and Gentlemen, willkommen zum heutigen Schaukampf im Schlechtgewichtsboxen. In der linken Ecke haben wir den Titelverteidiger J.R.R. Tolkien. In der rechten Ecke bereitet sich der Herausforderer Peter Jackson auf seinen Gegner vor. Wer meine Damen und Herren wird den Kampf gewinnen? Das wird heute sehr spannend werden. Während Tolkien mit einer Menge Erfahrung auf seiner Seite mit Sicherheit nicht so schnell in die Falle zu locken sein wird, kann Jackson mit einem übermächtigen Budget aufwarten.“

„Ring frei für Runde 1!“

Der Vorspann des letzen Teils der Trilogie beginnt und ich versinke in einem dösigen Schlaf. Wie schon zu Beginn des Films? Irritiert wache ich auf, schaue auf die Leinwand und schlaf dann doch noch ein bisschen. Was war passiert? Jackson kam auf die äußerst brilliante Idee: „Och, ich hab noch ein bisschen Film übrig. Da könnte ich doch einfach mal in knapp zehn Minuten die Geschichte von Smeagol und Deagol und deren Ringfund erzählen.“ Mensch, Peter, das haste uns doch schon alles erzählt. Kurz und knapp wie es sich gehört, weil nicht allzu wichtig. Aber nein, den Schmonz müssen wir uns dann doch noch mal in voller Länge geben… MIT der Verwandlung von Smeagol in Gollum. Schnarch…

Ui, die Szene ist vorbei und der Film beginnt doch noch. Wir erinnern uns: Jackson zeigte uns im zweiten Teil etwa zwei Drittel des mittleren Teils der Geschichte. Also hat er noch eine Menge nachzuholen. So denn legt er auch mit dem zerstörten Isengart los, das knietief im Wasser steht. Es kommt zum Wiedersehen mit Merry und Pippin. Stelze Baumbart darf noch mal zeigen wie beschissen er aussieht und dann treffen Saruman und Gandalf aufeinander um sich gegenseitig mal zu zeigen was ein Ghettoblaster ist. Äh…. Zumindest wäre das schön gewesen. Wie bereits im Film erwähnt und im BUCH konsequent zu Ende geführt, liegt Sarumans Kraft in seiner Stimme. Er ist ein Verführer. Ein Trommler, sozusagen ein kleiner Adolf. Dem seine Armee ist ja auch geschmeidig über die Wupper gegangen während im Osten neue Gefahr dräute. Ahhhh was ein Schenkelklopfer. … Aber ich schweife ab. Im Film wird sich nur gegenseitig Knöppe an die Backe gelabert, die Dialoge auf ein plumpes Minimum an Beleidigungen reduziert und des wars auch schon. Sarumans Zauberstäbchen zerbirst wie Harry Potters Brille wenn er mal wieder vom Besen fällt und soviel zur Machtergreifung Gandalfs.

Im Buch ging Saruman scheinheilig vor und wickelte Theodens Soldaten um den kleinen Finger bis sie schon überlegten ihren König zu stürzen. Tja, da das wohl zu subtil für uns saublöde Zuschauer gewesen wäre, durften wir mit der Waldorfschülerversion vorlieb nehmen. Schade, aber noch nicht so wirklich schlimm. Mit dem Abschluss der Szene landet Jackson aber sein erster Aufwärtshaken mitten in der Fresse: Theoden, der im zweiten Teil Grima filetieren wollte, ist auf einmal scheissfreundlich zu ihm, will ihm vergeben usw… scharf auf den Mahatma-Gandhi-Friedensschleimer-Award, wie?! Dann wird es richtig skurril, als der gebeutelte Grima Saruman sein Butterbrotmesser zwischen die Rippen treibt und dann mal geschmeidig von Legolas mit einem Pfeil niedergestreckt wird. Was sollte DAS denn nun wieder? Zum einen war Grima zu keiner Zeit eine Gefahr für die Gefährten, noch tat er etwas Schlimmes. Im Grunde nahm er den Gefährten nur Arbeit ab indem er den „Ron Sommer der Zauberertelekommunikationszentrale“ um die Ecke brachte bzw. in den Boden trieb. Legolas ist wohl ganz schön nervös, wie? Dass der keine Eier hat, ist mir seit der ersten Szene in Bruchtal klar.

Nun ja, spätestens hier ist klar, was man sich vorher schon dachte: die Befreiung des Auenlandes kommt auf keinen Fall mehr, da die beiden im Buch erst hier ihrem Schöpfer als Eilpost zugesandt wurden.

„Beide Kontrahenten schlagen sich gut. Tolkien ist noch etwas benommen von Jacksons Tiefschlag zum Ende der Runde. Und schon geht es weiter mit Runde 2!“

Endlich erfahren wir mehr über Gimlis Vorlieben: „Es ist des Zwergen Eigenart, dass er seine Frauen mag behaart.“ Was ein Limerick. Ganz großes Shakespeare. Aber vor allem: Wäääääähhhhh! Toll, nun wissen wir, dass die laufende Landkartenerhebung auf Beaver steht. Es muss ja nicht jede Muschi rasiert sein, aber so hab ich gleich das Bild vor Augen, wie weibliche Zwerge mit ZWEI Bärten, die über den Boden schleifen morgens beim Bäcker Brötchen kaufen gehen. Oh, einen hab ich noch: In der Regel hatten die Zwerge rote Bärte. Hust, ja der war von ganz unten aus der alten Mottenkiste für angestaubte Wortwitzchen.

Kaum hat man diese Information verdaut gibt uns Aragorn ein Rätsel auf in dem er auf die Frage ob er was von Frodo gehört hat sagt: „Nein, noch nicht.“ Wie will der was von Frodo hören? Ach ich Schussel, der hat ja sein Handy dabei. Aber die Idioten sollten doch wissen, dass in Mordor ein ganz fieses Funkloch ist. Ausserdem hat diese Flachzange Beutlin bestimmt wieder das Ladegerät daheim liegen lassen. Ich kann so keine Competition machen!

Weiter geht es mit einer Elbenprozession durch den Wald. Wozu sollen wir uns diesen Försterporno reinziehen? Wir haben genug Elben gesehen für fünf Filme. Lasst uns doch einfach mal in Ruhe. Wozu das Ganze? Ahhhh stimmt ja, Isildurs Schwert Narsil ist ja noch nicht wieder repariert worden. Also macht man zehn Minuten Pipi-im-Auge Dialog mit Papa, weil Arwen doch den Aragorn so dolle lieb hat und das Schwert wird repariert. Wie umständlich. In diesem Punkt sind sich Buch, Hörspiel und Zeichentrick mal einig: bei der Sitzung in Bruchtal in Teil eins wird erwähnt, dass das Schwert dereinst neugeschmiedet werden soll, wenn Isildurs Erbe sich auf die „8 Mile“ nach Mordor begibt. Und vor allem: es wird KURZ abgehandelt. Und Aragorn trat seine Reise von Beginn an nur mit dem reparierten Schwert an. Warum? Ganz einfach, weil es sein Erkennungszeichen als legitimer Erbe auf den Königsthron Gondors war. Wieso hätte er ohne sein Schwert gen Gondor aufbrechen sollen? Absoluter Mumpitz und wahrscheinlich im Drogenkonsum entstanden. Später trifft Elrond dann noch mal fix auf Aragorn – wohl mal von Scotty rübergebeamt worden, was?! – und übergibt ihm das Schwert. Dabei sagt er ihm Arwen läge im Sterben und er müsse unbedingt dem Bösen auf die Pfoten hauen. Häh? Warum soll die denn nun wieder im Sterben liegen? Solange sie abkratzt, ists mir ja egal, aber die Freude machen die mir bestimmt nicht.
Pippin ist derweil bereits mit Gandalf in Minas Tirith beim Truchsess, dem Vater Boromirs und erzählt ihm welch heldenhaften Tod er gestorben sei. Von vielen Pfeilen sei er durchbohrt worden. Och Pippin, haste dein ADS immer noch nicht überwunden? Lern zählen! Es waren zwei (!) verkackte Pfeile! ZWEI! Im Buch waren es viele Pfeile. Tja, das kommt davon wenn man Story abändert und dann vergisst die Dialoge die sich darauf beziehen ebenfalls zu modifizieren. Schlampige Arbeit.

„Was ist das? Jacksons Trainerin Fran Walsh greift Tolkien von hinten und hält ihn fest. Nun hat Jackson die freie Wahl der Treffer! Skandalös!“

Zwischendurch wird Osgiliath, die Schwesterstadt Minas Tiriths, von den Orks überrannt. Witzig, dass deren Boote fast genauso aussehen wie die Landungsboote der Amis zu Beginn von „Der Soldat James Ryan“.

Um Hilfe zu Rufen, wenn Gondor angegriffen wird, haben sich die Quatschköppe in der Vergangenheit ein töfte Kommunikationsmittel ausgedacht. Da man um die Gefahr des Netzverlustes und der Funklöcher in der Gegend wusste, wurden über die Bergkuppen Scheiterhaufen errichtet und mit Wachen bemannt. War Gefahr im Verzug, wurden diese in Brand gesteckt, einer nach dem anderen bis die Verbündeten in der Ferne Bescheid wussten. Supertoll und nur am Rande interessant. Warum ich es erwähne? Im BUCH waren die Leuchtfeuer schon an als Gandalf mit Pippin nach Minas Tirith losritt, und es mal kurz erwähnte. Im FILM muss Pippin erst auf den Scheiterhaufen kraxeln und das Feuer in Gang bringen, da Denethor, der Truchsess, keine Anstalten machte Hilfe zu rufen. Das Ergebnis war mindestens ein Kilometer verschwendeter Film für Szenen, die kein Mensch brauchte. Und wie toll unser Peter wieder die Bergpanoramen einfing. Super. Ähm… könnte jemand Reinhold Messner ein Taschentuch reichen? Er sabbert gerade die Polster voll. Danke!

Nebenbei erwähnt kämpfen die Orks in Osgiliath auch mal wieder bei vollem Tagseslicht… der selbe Logikfehler wie gehabt. Ja,ja wollts nur mal gesagt haben…. Genauso wie Frodo und Co. hell angestrahlt werden und Frodo sagt: „Es ist immer noch dunkel!“ Ja ne, is klar.

Mein Lieblingsork im Film taucht übrigens auch in dieser Szene zum ersten Mal auf. Der sieht aus als würde ihm ein Krebsgeschwür in Muppet-Form im Gesicht wachsen.

Endlich teilt Jackson mit DEM Logikfehler des Films so richtig schön aus und poliert dem mündigen Zuschauer die Fresse. Gollum, Sam und Frodo kraxeln gerade die Treppe zu Kankras Behausung hoch und machen zwischendurch ein Päuschen. Dabei krümelt Gollum Sam Lembas-Croutons über den Pelz und wirft die Verpackung runter. Sam wacht auf und fängt mit dem Nacktmull Streit an. Frodo wird ebenfalls wach und es kommt zu einer Runde „Dr. Verena Breitenbach“ und man sagt sich was man an dem anderen nicht so mag. Gollum bezichtigt Sam die letzten Vorräte gefressen zu haben und Frodo lässt den Macker raushängen: „Sam, du bist dismissed!“
Anstatt sich zu verteidigen flennt Sam sich die Unterhosen voll und kraxelt den GANZEN Weg wieder runter. Ist ja nicht so, dass es schon arschlange gedauert hat überhaupt so hoch zu kommen. Nun denn, was solls. Unten angekommen findet er die leere Verpackung des Lembas und erkennt doch tatsächlich, dass er das Brot wirklich nicht gegessen hat. Jackson, wen willst du damit eigentlich verarschen? Vor allem: wozu der ganze Aufwand? Kankra soll doch beide fressen. Im Grunde rettet Gollum Sam mit dieser Aktion das Leben. Sam jedenfalls fasst sich mal wieder ein Herz, verflucht die Drehbuchschreiber und klettert wieder hoch.

Bei der Heerschau der Rohirrim kamen im Buch auch die anderen Waldläufer aus dem Stamm der Dunedain, zu denen Aragorn gehört, hinzu und begleiteten ihn auf dem Pfad der Toten. Da die Waldläufer mal kurzerhand für den Film subtrahiert wurden, weil wohl die Kostüme nicht rechtzeitig fertig wurden, bricht Aragorn kurzerhand mit Elb und Zwerg im Handschuhfach alleine auf.

„Meine Damen und Herren, wie sehen Entsetzliches. Tolkien liegt mit gebrochenen Gliedern im Ring und Miss Walsh schüttet Benzin über seinen geschundenen Leib…“

Die Geschichte vom Pfad der Toten wurde im Buch nach der Schlacht um Minas Tirith als kurze Zusammenfassung von Gilmli und Legolas zum Besten gegeben. Jackson muss ja unbedingt alles in der Langfassung zeigen. Dadurch wird es mal wieder unfreiwillig komisch. Man fühlt sich geradezu in „Fluch der Karibik“ zurückversetzt, wenn die Geister grün schimmernd zu einem Schwätzchen auftauchen, das im BUCH nicht existierte. Dort forderte Aragorn die schweigende Meute nur auf ihm zu folgen und ihren Eid zu erfüllen. Nicht nur, dass Aragorn im Film einen kompletten Dialog mit Kapitän HO HO HO überstehen muss, nein er muss auch noch mit ihm kämpfen. Laaaaaangweilig! Schön auch wie Gimli versucht die Geister wegzupusten. Nie Ghostbusters gesehen du Amateur? Warum auf einmal die Halle unmotiviert einstürzt und Millionen Schädel durch den Flur rasseln wird auch nur dem Drehbuchautor klar sein. Sinn macht es schon mal keinen. Was auch sofort überzeugt ist der Anblick der Geister beim Angriff. Sieht aus als würden grüne Wanderameisen über eine Kuh herfallen und sie abnagen. Gähn. Das erste Ziel sind die Korsaren, die vom Süden her ins Land einfallen. Soweit ok, doch im Buch war ab hier der Eid der Geister erfüllt und Aragorn zog mit seinem Stamm auf den Schiffen weiter. Aber die Dunedain waren ja gestrichen worden. Also müssen die Geister im Film noch mit nach Gondor. Oh Gott, Geister sind bei Tageslicht ja so was von spannend. Buaaahhh. Der Kniff mit der Zusammenfassung der Ereignisse hatte im Buch noch einen weiteren Effekt: es wurde spannend. Der Leser fragte sich was aus Aragorn geworden war. Hier bekommt man mal wieder alles auf dem Präsentierteller und darf entspannt sein.

Wäre schön gewesen wenn der Film deutlich gemacht hätte warum Denethor so total malle im Kopf war. Dass er von Sauron mit Trugbildern der Zukunft in Denethors Palantir depressiv wurde ging mal nebenher unter. Das selbe hätte ich mir übrigens auch für die Titanic in der Cameron-Verfilmung gewünscht.
Die nächsten Stunden befassen wir uns im Film mit der Schlacht um Minas Tirith, die zwar besser gemacht ist als die Schlacht um Helms Klamm, aber deutlich zu lang ist. Das zieht sich teilweise. Wozu wurden die Schlachten im Buch in ein paar Seiten abgehandelt? Hat einer eine Idee?
Nun ja, interessant, dass die Menschen mit der halben Festung um sich werfen. Sind Burgförmige Geschosse die neue DinNorm für Katapultmunition? Belädt Obelix die Schleudern?

Geil auch als alle Orks „Grond“ skandieren und dabei gleichförmig die Arme hochwerfen. Da dachte ich ja schon „Oh, nein, bitte nicht noch eine Musicalnummer a la „Thriller“!“

Als mal wieder alles aussichtslos erscheint tauchen die Reiter Rohans auf. Nun kommt es zu einer wonneproppigen Verschmelzung von Braveheart und Gladiator meets Tolkien. Theoden labert sich eine dreiviertel Stunde einen ab und stolziert vor seinen Reitern hin und her anstatt anzugreifen und das Überraschungselement zu nutzen. Ich kann mit Amateuren nicht arbeiten! Bei der Heerschau wurde klar, dass Theoden nur eine kleine Armee in die Schlacht führen wird können. Warum aber sind das beim Angriff dank Computer so an die zehntausend Krieger?
Eowyn trifft in der Schlacht auf den Hexenkönig und besiegt ihn „Ich bin kein Mann!“ Moooment, so einfach geht das nicht. Kann ja jeder behaupten. Dass du eine Frau bist muss erst noch bewiesen werden. Maximal eine Eule oder eine Vertreterin der Gattung „Schabrackus Stupidensis“.

Ihr Bruder Eomer findet sie schließlich auf dem Schlachtfeld liegend und gibt alles was er an Schauspiel noch hat her. Hmmm er sieht immer mehr aus als wäre er ein skandinavischer Metaller auf dem Emo-Trip.

Verlassen wir kurz Little-Walhall und schauen mal nach was die Erdpickel Frodo und Sam so treiben. Frodo wird von Gollum wie zu erwarten verarscht und rennt allein in Kankras Wohnhöhle rum. Da ist es mal wieder so hell, dass man sich überhaupt nicht gruseln kann. Im BUCH war es so als würde Kankra selbst die Dunkelheit aussondern; Die Dunkelheit als lebendiges Wesen. Frodo und Sam konnten nur dank Galadriels Phiole überhaupt etwas sehen und sich hiermit gegen Kankra zur Wehr setzen. Aber s Peterche will ja unbedingt seine dollen Sets zeigen. OK, und Sam hätte ja ohne Phiole nicht den Weg gefunden, nun da er erst später nach kommt. Jaja, da rächen sich die Buchänderungen. Kankra indes ist… eher putzig als gruselig. Sie sieht aus wie eine Vogelspinne mit kleineren Modifikationen. Was soll denn das schon wieder. An der Stelle hätte Jackson sich wirklich mal hinsetzen und die Phantasie spielen lassen sollen. Laut Buch war das Vieh spinnenartig, brüllend hässlich, hatte Hörner, Traubenaugen (also jede menge Linsenaugen, die in einer Traube angeordnet waren), war über und über mit Pockennarben übersät und wurde von Sam fast gänzlich aufgeschlitzt. Da kam der halbe Bauchinhalt raus. Und hier? Am Besten reden wir nicht mehr drüber.

Die Schlacht um Gondor ist vorrüber und man berät wie weiter vorgegangen wird. Aragorn: „Wir marschieren mit allem was wir aufbieten können nach Mordor, damit Sauron sich auf uns konzentriert und blind ist für alles andere was sich in seinem Land bewegt.“ Hierauf weiss „Jepardy-Meisterschaftsgewinner“ Legolas treffend zu bemerken: „Eine Ablenkung!?“ Ich glaub ich geh mal kurz aufs Klo….mich ausweinen.

„….und nun wirft Jackson ein brennendes Streichholz…:“

Sam und Frodo sind nun in Orkverkleidung unterwegs. Interessant dass Sam sein Kochgeschirr immer noch herumschleppt. Macht bestimmt keinen Lärm oder erregt Aufmerksamkeit. Neeee, der doch nicht! Darum wirft er ja auch all das Gerümpel eine Szene weiter einfach mal in eine Schlucht statt es abzulegen. „Haaaaaallllooooooo, hört uns endlich einer?“

„Haltet Stand, Menschen des Westens!“ Hmm West gegen Ost, einige Gegner sehen noch sehr orientalisch aus, dann ist der Film frei nach einigen Rezensenten ja faschistoid. So eine Sauerei aber auch. (wer die Anspielung verstehen will kann ja hier mal nachschaun: http://psycho-rajko.blogspot.com/2007/03/kino-300.html)

Nach der Enthauptung von Saurons Gesandten verschanzen sich die Menschen auf einer Anhöhe, die leichter gegen die antretenden Gegner zu verteidigen ist. Und was macht Aragorn, der Diplomat vom Erdbeerfeld? Er rennt auf die Gegner zu und veranstaltet einen Sturm. Dümmer geht’s immer. Doch das Glück ist mit den Dummen, als Pippin erfreut ausruft: „DIE ADLER KOMMEN!“
Welche Adler? Ach ja, das müssen die Mutantenadler aus der Ukraine sein, die ganz kurz im ersten Teil zu sehen waren als Gandalf aus Isengart gerettet wurde. Im Kino konnte ich dumme Blicke an der Stelle einsammeln, weil kein Aas ohne Bucherfahrung hier mitkam. Lustig. Die Adler sind quasi das Gegenstück zu den Flederviechern der Nazgul und bewachten seit Jahrtausenden Mordor. Zudem sind sie der Sprache fähig, was die Kommunikation für Gandalf doch leichter macht, allerdings im Film nicht gezeigt wird. Und man mags kaum glauben: die haben auch noch Namen! Gwaihir hieß übrigens Gandalfs Retter.

Nun ist es auch an Frodo endlich das Altmetall loszuwerden. Leider entscheidet er sich anders und stülpt sich den Ring über. ÜBER DEN FINGER, IHR SCHWEINE! Gollum greift an, beisst ihm den Finger ab und hält den Ring in den gierigen Griffeln. Soweit so Buch. Doch dann kommt der dämliche Umschreiber Jackson wieder an die Drehbuchseiten und lässt Gollum nicht im Freudentaumel in die Lava stürzen, sondern Frodo kämpft noch mal mit ihm und fliegt ebenfalls fast ins heisse Nass. Warum? Total unnötig. Zieht den Film bloß noch mehr in die Länge. Ächz.

Nun denn, der Ring schmilzt, die Macht des Bösen ist gebrochen und Sauron macht kurzerhand den Twin-Tower.

„… Tolkiens Körper brennt und Jackson brät mit Miss Walsh Würstchen an Stöcken über den Flammen…“

JAAA ÜBERLEBT! ICH HAB DIE FILME ÜBERLEBT! Oder auch nicht…. Wer jetzt denkt er sei erlöst, hat ab hier noch eine halbe Stunde Larifari zu überstehen. Frodo und Sam werden gerettet, Aragorn gekrönt, Sam muss noch heiraten und und und immer wieder Pipi im Auge. So gesehen endet der Herr der Ringe wie er begann.

Und warum das Alles? Wie kann man diese Reise im Rückblick verstehen, wozu all das gut war?
Ganz einfach: weil das Pferd Lutz hieß.

3 von 10 gestrichenen Storyholes

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen