Donnerstag, 21. Februar 2008

Herr der Ringe - Die Zwei Türme

Nächster Fall!“
„Guten Tag. Bevor wir starten, klären wir zunächst die Personalien. Wie lautet ihr Name?“
„Peter Jackson, euer Ehren.“
„Bitte setzen Sie sich und packen sie sich das Kraut aus dem Gesicht, das scheinbar ihr Haar ist. Ah, danke, sie sitzen doch mit dem Gesicht zum Gericht.
Was sind Sie von Beruf?“
„Regisseur.“
„Was verdienen sie so in etwa pro Film?“
„Kommt drauf an, aber es wird ein ganzer Arsch voll sein.“
„Herr Staatsanwalt, bitte verlesen sie die Anklageschrift!“


„Mr. Jackson, Ihnen wird zur Last gelegt den Film „Die Zwei Türme“ verbrochen zu haben. Dabei gestaltet sich diese cineastische Zeitverschwendung wie folgt. Der Film beginnt mit der schlechtesten Szene des ersten Herr der Ringe Filmes, für den sie sich ebenfalls zu verantworten haben.

Gandalf wirft sich in Moria in den Tod und dem Balrog hinterher. Dabei zeigen sie wie der Zauberer mit dem Monster im Fallen kämpft und in eine große Halle stürzt, an deren Boden sich ein See befindet. Dabei verraten sie im Vorfeld schon DIE Überraschung der zweiten großen Geschichte des Ringkrieges. Selbst der bekloppteste ARTE Zuschauer wird mit dem intelligentesten RTL2 Seher übereinkommen: „Ah, de do öwelebt den Bauchklatscher ins Nass bestimmt!“ Dabei tauchte Gandalf im BUCH doch für alle überraschend erst im Fangornwald wieder auf. Nicht ohne Grund wurde auch in Episode vier der Star Wars Saga von Obi Wan nicht zu Beginn des Films verraten, dass Darth Vader Lukes Vater ist. Das macht ihren Film zu einem gewissen Teil sehr vorhersehbar.


Scheinbar geilen sie sich zuweilen an ihren Landschaftsaufnahmen auf. Ja, Neuseeland ist schön und hat von der Latrine bis zum schneebedeckten Gipfel alles im Repertoire. Aber wenn sie Panoramen filmen wollen, drehen sie gefälligst eine Doku für TerraX oder die BBC. Der Film zieht sich, wenn man Geröll und Grasflächen minutenlang bestaunen darf. Und nebenher: wenn sie schon so einen Kram im Dutzend in den Film packen, warum nutzen sie nicht die Gelegenheit einen „Off-Sprecher“ einzusetzen, der dem Zuschauer die Welt und das Geschehen ein bisschen näher bringt? Schließlich sind sie ja unfähig die Handlung im Dialog verständlich rüberzubringen.


Nach dem Beginn erleben wir die Jagd Aragorns auf die Uruk-Hai, die Merry und Pippin für Saruman im Gepäck haben. Die treffen am helllichten Tag auf eine Gruppe profaner Orks. Moment mal…. Die Uruks können die Sonne ertragen, wie so oft erwähnt wurde, aber die Orks verstecken sich vor ihr. Warum zum Geier stehen auf einmal diese Orks, die aussehen wie eine Kreuzung aus Moorleiche und Hexe Schrumpeldei im Gelände rum und halten Maulaffen feil während sie geradezu ein Sonnenbad nehmen? Regeln aufstellen und sie unkommentiert im Film zu brechen ist nicht drin. Sie halten ihre Zuschauer wohl für zu dumm um das zu merken.


Apropos Jagd: schon hier ist zu sehen, dass Gimli den Goofy des Films mimen darf, nun da Merry und Pippin indisponiert sind. Ständig markiert er Prinz Eisenherz und fliegt auf die flache Fresse. Das geschieht so oft, dass sich Moos und Regenwürmer im Bart tummeln müssen. Ach ja, so als Tip an den markigen Untertage-Krieger: wenn man schon kurze Beine hat, sollte man die scheiss Axt wenigstens auf den Rücken schnallen und nicht damit im Vorhalte durch die Gegend rennen. Das soll schon mal geholfen haben. 


Im BUCH taucht Sauron nur als verschwommene Beschreibung auf. Ein Licht, das aus dem obersten Fenster seines schwarzen Turms quillt und wie ein Auge die Lande zu beobachten scheint. WIE ein Auge, WIE! Das nennt man einen Vergleich und nicht eine genaue Beschreibung! Sie mussten aus Sauron ja unbedingt eine Parabolschüssel machen, die jedem Ork noch in die Handtaschen glotzt. 


Wir hätten es ja alle schön gefunden, wenn sie für Eowyn eine attraktive Schauspielerin eingesetzt hätten. Kein Wunder, dass Aragorn im ganzen Film nichts für die Kackbratze übrig hat und lieber beim Breitmaulfrosch Liv Tyler bleibt. Wäre uns nicht anders gegangen. Da ist ja sogar Theoden attraktiver, und der schaut immerhin aus wie eine zugemüllte Werkbank von 1743, auf der munter der Schimmel wächst. „So gebt denn dem Euler, was des Eulers ist.“


Doch bevor man ernsthaft gegen den Würgereiz ankämpfen muss, kommt auch schon Hollywoods schönstes Stück Holz ins Bild: Orlando Bloom darf als Legolas die Bauernregel des Films präsentieren: „Eine Rote Sonne geht auf – heute Nacht ist Blut vergossen worden!“ Jaaa, können wir bestätigen. Es gibt ähnliche Beobachtungen von 1939 bis 1945, die diese These stützen.


Wer hat eigentlich Eomers Helm verbrochen? Oder ist das gar nur seine Trockenhaube, die er für die Festigkeit seiner Löckchen nur selten abnimmt? In der Szene, in der Eomer mit seinen Ritter auf ein kurzes Powow mit Aragorn vorbeischaun, wird es mal wieder ein wenig merkwürdig. Gleich grasenden Kühen sind Aragorn und Co schon eine Weile auf der Weide als Eomer des Weges reitet. Der Himmel ist klar. Während die beiden sich ne Friedenspfeife an die Backe labern kommt heraus, dass Eomer und seine Mannen alle pöhsen Orks niedergemacht haben und niemand überlebt habe. Aragorn fürchtet natürlich um die kleinen Erdpickel, als Eomer sagt, sie haben die Leichen aufgeschichtet und niedergebrannt. Dabei zeigt er hinter sich und…. Wo zum Geier kommt die fette Rauchsäule her? Als ob Winnetou mal eben feuchtes Holz angezündet habe um Papa zu sagen, dass er eben erst von seiner Squaw gestiegen sei und es daher ein bisschen später wird. Nun gut, Aragon reitet mit den anderen IN das Tal aus dem der Rauch kommt….. und kommt just 5 Filmsekunden später AUF einem Hügel an. Ähm… hä?! War das wieder die Verliebtheit in die Landschaft oder was?!
Schauspieler informieren sich meist vor einem Engagement was man zur Rolle wissen muss. So macht man oft eine Grundausbildung, wenn man als Soldat echt wirken will usw. Viggo Mortensen hätte das besser auch mal gemacht. Streicher, der alte Rin Tin Tin des Spurenlesens, gräbt den halben Boden um die Spuren zu lesen, die er gerade verwischt hat. Ähm.. ok, scheint in der Szene eh was tolles geraucht zu haben. Mit glasigem Blick geht er den Spuren nach und fabuliert den Tathergang herbei. Schließlich hält er ein durchgeschnittenes Seil hoch und weiß treffend zu bemerken: „Die Fesseln wurden durchtrennt!“ War das jetzt für die Hörbuchversion oder wie?! Geil auch, dass er zwar sagen kann wer von den beiden sich an welcher Stelle wie den Arsch gekratzt hat, aber zu blind ist um zu erkennen, dass den beiden ein Ork in den Wald gefolgt ist. 


Und schon erblicken wir das mieseste Design des Films: die Kackstelzen-Ents. Waren das im BUCH nicht mal fette wuchtige Kerls, die baumartig aussehen? Wahrscheinlich war das zu viel für ihre Phantasie. Auch das war nur ein Vergleich. Baumbart sieht aus als wäre er ein Baum. Im Zeichentrick gelang das Design deutlich besser und man versteht auch eher wie aus den Ents von Saurons Meister einst die Trolle geschaffen wurden, so, wie auch aus den gefangenen Elben die Orks wurden. Und noch was: Ihr Budget betrug knappe dreiundtrölfzig Milliionen Dollar, aber dann zu geizig zu sein und für Baumbart eine eigene Synchronstimme zu beschaffen. Da redet der doch glatt mit der selben Stimme wie Gimli! Spätestens hier können sie sich nicht mehr rausreden: sie halten ihre Zuschauer für geistig total eingeschränkt, wie? „Ach die sind so blöd, die merken das net!“ Und dann muss der auch noch Gedichte mit seinem Asthmatikerdeutsch vortragen. Oh mann, bitte zünde doch einer dieses Riesenstreichholz an. 


Zu Gollum, der grundsätzlich der beste Effekt im Film ist und der hin und wieder so schlecht ausgeleuchtet wurde, dass man sieht, dass er eingefügt wurde: warum ausgerechnet CGI? Steve Buscemi hätte das mit seiner coolen Hackfresse bestimmt viel billiger auch so hinbekommen. Nun gut, Geschmacksache. Dass sie bei der Konzeption der Figur nicht eins mit sich selber waren ist jedoch klar. Da sie etwa dreiviertel der Geschichte in der Ostsee verklappt haben, musste wohl neuer Stoff her. Also ist Gollum eigentlich ein ganz lieber. Nur der böse Sam muss ja ständig auf dem Armen herumhacken. Da wird die Werbetrommel für Gollum gerührt, dass Frodo gegen seinen Freund Sam aufgewiegelt wird. Wozu wird mit dieser Gülle Screentime verschwendet? 
Übrigens den ganzen Film über bis in den nächsten Teil hinein. Im BUCH steht nie zur Debatte, dass dieser grauhäutigen Inge Meysel nicht zu trauen ist. 


Die drei haben eine Szene im Moor, die ein wenig seltsam ausgeleuchtet ist. Zuerst ist es finstre Nacht, dann kommt der Nazgul auf seinem Fledervieh angeflogen und es ist nur noch düster (wie spannend, ey), ein Blick auf den Nazgul und es ist richtig hell, zurück bei Gollum und es ist dunkel, dann heller, dann dunkler. Soll das die Verbindung zur Schalterfolge von Al Bundy sein, in der sie versuchen herauszufinden, welches Licht der Schalter in der Küche betätigt?! Aber die Ankunft eines Bösen mit besserer Sicht zu quittieren zeugt schon mal von der Unfähigkeit Spannung zu erzeugen. 


„ORK-Bluut!“ Pfui Gimli, man nimmt nicht alles in den Mund, was von Blättern tropft. Hoffentlich kommt der arme mal bald aus seiner oralen Phase heraus. Er rückt des nachts zuweilen dem Elb bedrohlich auf den Pelz.

Woher wissen Aragorn, Gimli und Legolas auf ihrem Weg durch den Fangornwald eigentlich auf einmal dass Saruman, der weiße Zauberer unterwegs sein soll? Heimlich im Drehbuch ein paar Seiten vorgeblättert, wie? Schließlich wird das gezeigt, was Sie bereits zu Beginn des Steifens offenbart haben: Gandalf lebt und hat nun Sarumans Platz im Rat der Zauberer eingenommen. Dabei strahlt der Gute wie ein Honigkuchenpferd und ist ganz stolz darauf sich endlich mal wieder gewaschen zu haben. Im ersten Teil Schnapswerbung und nun mal kurzerhand Perl Weiss angepriesen. Gandalf muss natürlich auch gleich mal von seinem Battle erzählen und das wird so unmotiviert gezeigt, dass der Balrog wahrscheinlich vor Langeweile eingegangen ist. Dabei hätte man gerade hier mit Effekten posen können. Im BUCH wird erzählt, dass der Kampf tagelang andauerte und letzenendes der Berg über dem Balrog einstürzte. Im Zeichentrick wird diese Stelle besser gelöst. 


Nochmal verschwendete Zeit als Sam und Frodo beim Tor Morannon herunterrutschen und fast von den geschminkten (!) Soldaten erwischt werden. Im Grunde hat die Szene nur eine Funktion: zeigen wie doll die Mäntel der Elben tarnen. Super. Auch verdammt wichtig für das Verständnis dieses Unkrauts von Story.

Gollum weist hier auf einen geheimen Weg bei Cirith Ungol hin. Angeblich ist er an dieser Stelle auf der Seite der Hobbits und ein ganz lieber Mörder. Dabei plant er bereits hier den Verrat (im Buch wie im Film), denn bei Cirith Ungol MÜSSEN sie auf Kankra stoßen, die diesen Pass bewacht. Aber dann später so scheinheilig tun als würde er erst am Ende des Films auf die Idee kommen und weiter Zeit verschwenden. In den Minuten hätte man wichtigeres berichten können. Wie stehts eigentlich um die Nokia-Aktien derzeit?


Und weil es so Spaß macht die Stunden zu füllen, weil sie ja unbedingt einen Teil des zweiten Buches in den dritten Film packen wollten, obwohl das Buch schon deutlich dünner als das erste ist, wird noch mal sinnfreier Kram gezeigt. Merry und Pippin werden in Baumbarts Lichtung vom alten Weidenmann angegriffen. Eine Szene die in den Alten Wald aus dem ersten Buch gehört und wirklich nichts zur Story tut.


Ein kleines humoristisches Highlight am Rande: mal darauf achten wie betont unschuldig Gandalf vor den Hallen Theodens tut, als er seinen Stab abgeben soll, bevor er eintreten darf. Method acting at it´s best: „Ich bin ein Graubrot, ich bin Graubrot, ich bin ein Graubrot!“ Ehrlich, ganz großes Peeling.

So langsam schickt sich der Film an auf andere Filmerfolge Parodien zu zeigen. Im Heim der Werkbank vollführt Gandalf einen Exorzismus durch und klatscht dem König erstmal seinen Stab an die Stirn (könnte mal jemand nachblättern was Freud dazu zu kamellen hätte?!). Nun setzt die faustsche Verjüngung ein. Tja, wozu der Aufwand? Wenn man Cremes von Uschi Glas benützt ist man selbst schuld.
Mal wieder ist alles für den Waldorfschüler. Im Buch war Theoden so eingelullt von Schlangenzunges Reden, dass er apathisch wurde, von Angst gelähmt. Aber er wurde keine vierzig Jahre jünger als Schlangenzunges Bann gebrochen wurde. Was ein Schmarrn. 


Da wir grad beim Schlangenzunge sind. Der wird sogleich vom König mit einem Tritt die Stufen hinabbefördert und Theoden will ihm den Kopf oder gar sonst was abschlagen. Mal kurz die Grütze im Kopf gerührt und nachgezuckert… ja im BUCH reagierte Theoden gütig und weise, bot Schlangenzunge sogar Vergebung an. Aber während sie sich mit Gollum alle Mühe mit der Resozialisierung geben, betreiben sie bei dieser Gestalt Schwarzmalerei. 


Unfreiwillig komisch wird die Beerdigung von Theodens Sohn (ebenfalls nicht im Buch), auf der Eowyn nicht nur ihr hässliches Haupt, sondern sogleich auch noch die knarzige Stimme erhebt und ein Abschiedslied…. bellt. Irgendwo zwischen Kelly Familiy, Enya, Björk und ungeöltem Türscharnier, werden dem Zuschauer die Schamhaare vom Sack gesungen. 


Auch nicht im Buch und sinnfrei im Bild: Aragorn macht Redford Konkurrenz und betätigt sich als Pferdeflüsterer und beeindruckt Eowyn. Warum? Da läuft eh nix. Oder doch? Ich meine… bei all den Änderungen, vielleicht gibt’s im Finale ja sogar ein Pokerturnier… mir schwant jedenfalls Schlimmes. 


Bevor man sich freut, dass sich der Schmalz und Pipi im Auge nur in etwa auf „Endlich Prinzessin“ Niveau bewegt, kommt Arwen wieder ins Bild. Diskutiert stundenlang mit Papa warum sie in Mittelerde bleiben will. Der alte Rassist will nicht dass sie bei einem Menschen bleibt. „Guck mal, dem sein Mindesthaltbarkeitsdatum läuft bald ab, da haste ja wieder nix zum vögeln und überhaupt, du gehörst zu deinem Volk.“ Bienenkönigin oder was? Mannomann. Dann muss sie noch in diversen Traumsequenzen von Aragorn auftauchen, aber leider hält sie auch da das Maul nicht. Schließlich geht sie doch noch zum Schiff, das sie nach Valinor bringen soll. Wie immer ist nichts davon im Buch. Oh Alde, bitte steig doch einfach auf ein Pferd und mach mir Christopher Reeve. Dann haste nen Grund zum jammern.


Damit der Film nicht zu schnell vorbei ist zelebrieren sie auch noch die Wanderung der Bürger Rohans nach Helms Klamm. Auch dies war im Buch nicht beschrieben. Nach ein paar belanglosen Dialogzeilchen kommt auch schon die Action auf vier Pfoten. Orks auf Wargen überfallen die Kolonne – übrigens am helllichten Tag – soviel zu den selbst auferlegten Regeln – und Aragorn geht über die Wupper. Naja zumindest über den Rand der Klippen. Es gibt danach wieder großes Buhei und Gejammer, obwohl selbst der apathischste Zuschauer weiss: „der kommt doch eh wieder.“


Nun wird’s ganz skurril. Galadriel verschandelt die Sicht und gibt eine Zusammenfassung der Ereignisse preis mit einem Ausblick auf das Kommende. Äh… also so viel Story gabs nun auch wieder nicht, dass ich mitten im Film noch mal erklärt bekommen muss worum es geht. Und einen Trailer für die letzte Stunde des Films finde ich auch ein wenig…. arrogant von Ihnen. Wenn ich mich für Dumm verkaufen lassen will kauf ich billig im Media Markt ein.


Zur Abwechslung wird es mal wieder ein bisschen hanebüchen und wir erleben neu geschriebene Story, die es ebenfalls nicht im Buch gibt. Faramir lässt die Hobbits nicht ziehen und widersteht nicht der Macht des Rings als Zeichen der Hoffnung, dass die Menschen nicht so schwach sind wie sie dargestellt werden, NEIN NEIN NEIN das wäre ja zu einfach. Faramir nimmt Sam, Frodo und Gollum mit nach Osgiliath, das von Orks belagert ist und versucht den Ring an sich zu reißen. Wie bemerkt Sam so treffend: „Eigentlich sollten wir gar nicht hier sein.“ Ei Sam, du bist ja ein ganz Schlauer!
Dann erblickt ein Nazgul den Ring in Frodos Griffeln… und nur weil sein Flattermann ein Pfeilchen abbekommt fliegt er weg. Na wenn die alle so schnell aufgeben brauchen wir uns ums Rückspiel ja keine Gedanken zu machen. Wenn er wenigstens mit Verstärkung wiederkäme… aber nein… Der Macht der Drehbuchautoren ist es zu verdanken, dass die Story doch noch weiter geht und Frodo seinen Weg fortsetzen darf. Was eine schwere Geburt. 


Irgendwas fehlt doch noch… oh, zwischendurch wird auch mal was von den Ents berichtet, läuft aber eher „unter ferner liefen.“ Die Storywendungen, die sie sich hier aus ihrer Unterhose gezuppelt haben muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Alle Ents, das sind so etwa 12 oder 14 an der Zahl, treffen sich zum Enting um die Lage zu besprechen. Nach ca 14 Jahren kommt man zum Ergebnis: da hätten wir früher was tun müssen, aber heute lassen wir es lieber ganz sein. Sprich: man kümmert sich nicht um den Krieg. Also lockt Pippin Baumbart Richtung Isengart damit er das ganze Elend sieht. Nein, da ist kein Spiegel, sondern der abgeholzte Wald – als ob der das nicht schon längst wissen sollte. Ganz erbost brüllt er sich einen ab und auf einmal kommen die Ents aus dem Wald gerannt als ob sie dort aufs Startsignal gewartet hätten. Und dann greifen so gefühlte 140 Ents Isengart an. Ein bisschen mehr als auf dem Enting aber egal. Dass sie den Zuschauer als dummen Geldbeutel empfinden haben wir ja schon mehrfach festgestellt.


Aragorn taucht wieder auf. „Oh, der ist ja echt nicht tot. Das hätte ich ja nieee gedacht. Wahnsinn, welche Storywendung.“ Der Waldläufer entdeckt die Armee Sarumans und flüchtet vor ihnen nach Helms Klamm. Warum die erst viele Stunden nach ihm da eintreffen ist mir ein Rätsel. Mussten die erst nach dem Weg fragen? So kann man die Zeit ja nutzen jede Menge Unfug in Helms Klamm zu verzapfen. Streit mit Legolas, ausrüsten mit dem „+2 Kettenhemd des Todes“, Rumgeflenne von den Zivilisten, die bald sterben usw usf. Dann schafft es auch noch eine Elbenarmee vor den Orks einzutreffen. Was für ne Elbenarmee denn? Tja, da müssen wir Schwabbel, den Elbenoffizier fragen. Vielleicht hat der ja eine Idee wie die es ins Drehbuch geschafft haben. Die Schlacht ist dazu noch recht lahm konzipiert, kann aber wenigstens mit einigen Gore Effekten aufwarten. Highlight: Legolas interpretiert „Surfin USA“ neu und schlittert auf einem Schild die Stufen runter. An der Stelle musste ich mich bei dem Herrn vor mir im Kino entschuldigen, dass meine Kotzbröckchen sich in seinem Haar verfingen. 


Lachen bis man kotzen muss. Danke Herr Jackson. Nun wissen wir: es geht!

Mein Favorit im ganzen Film ist Olympia, der Kamikazeork aus der örtlichen Al Quaida Schläferzelle, der sich heldenhaft mit dem Rest an Sinn an der Mauer von Helms Klamm in die Luft sprengt.

Dazu kann ich nur noch sagen: „Blast das Horn Helm Hammerhands!“

Was haben Sie zu ihrer Verteidigung zu sagen?“

„Ich bin stolz diesen Film gemacht zu haben. Ich habe dadurch viel Geld verdient und eine Menge Frauen haben für lau mit mir geschlafen.“


„Sodenn ergeht hiermit im Namen des Wahnsinns folgendes Urteil: Sie sind des groben Unfugs und der Verdummung ganzer Bevölkerungsschichten mit Massenmedien für schuldig befunden worden. Als Strafe müssen sie ab sofort zu jedem Uwe Boll Film ein Remake drehen und bekommen nur die Hälfte dessen Budgets zur Verfügung gestellt. Des weiteren wird ihnen untersagt in Zukunft jegliche Buchadaption durchzuführen.“


„Aber…“


„Nix aber, ich hab jetzt Mittag, und tschüss!“


1 von 10 tödlichen Lachanfällen

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