Sonntag, 2. März 2008

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Mit der Liebe ist das so eine Sache. Mal will die Angebetete nichts von einem wissen, dann verbockt man es vielleicht mit einer unbedachten Aussage oder es klappt und man kommt zusammen. Im London des 19. Jahrhunderts hatte Benjamin Barker Glück und konnte mit seiner Angebeteten eine Familie gründen. Soweit, so Zucker für die Zähne. Zum Glück für den Zuschauer mag Richter Turpin dieser Anblick garnicht behagen, denn er begehrt seinerseits Turpins Frau.

So kommt es wie es kommen muss: Turpin schaltet Barker aus, Verbannt ihn und krallt sich dessen Frau. Barker indes findet sich weit in der Südsee wieder in der 15 Jahre festsitzen wird bis ein junger Matrose ihn rettet. Nun gibt es für Barker nur noch ein Ziel: zurück nach London und Rache üben. Dort tut er sich mit der Pastetenmacherin Mrs. Lovett zusammen, benennt sich in Sweeney Todd um, eröffnet seinen alten Barbierladen wieder und schmiedet einen teuflischen Racheplan...

Dass der Film aus Tim Burtons Feder stammt, ist bei den ersten Bildern offenkundig. Comicartig überzeichnete Sets und Charaktere, der schmuddelig Graue Look Londons, alles erinnert optisch frappierend an an Sleepy Hollow. Und das ist auch gut so! Handwerklich gibt es an "Sweeney Todd" nichts auszusetzen. Schnitt, Kamera und Sound sind einwandfrei. Die Schauspielerriege um Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman und Sacha Baron Cohen wissen jeerzeit in ihren Rollen zu überzeugen und kommen auch klanglich (erfreulicherweise im Originalton mit Untertitel) sehr gut rüber.

Jaja, das klingt schon so nach "aber", denn eines muss ich dem Film einfach ankreiden: er zieht sich unglaublich. Für Musicals ist es ja nicht ungewöhnlich in zwei Stunden noch weniger Geschichte zu erzählen, als in einer viertelstunde Star Trek, aber hier übertreibt Burton es ein bisschen mit den Wiederholungen in den musikalischen Themen, von denen es ruhig hätten etwas mehr sein können.

Dennoch ein sehr guter Film. Wer sich an regelmäßigem Gesinge nicht stört und eine Freundin hat, die kein Blut sehen kann, darf sich mit "Sweeney Todd" ruhig einen Spass erlauben und sich für Zwangsbesuche in echten Musicals rächen. Glaubt mir: egal wie süß die Bilder auch mal werden können: wenn Tim Burton drauf steht wird es am Gore-Faktor nicht mangeln. 

8 von 10 Rasierklingen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen