Samstag, 30. Juni 2012

Schmerz lass nach!

Nix für CoD-Kiddies. ^^
Es gibt im Bereich der Videospiele nur etwas mehr als eine Hand voll Figuren, die aus dem Schema F des ordinären Standard-Helden herausfallen. Normalerweise werden wie im Buch- und Filmbereich auch hier die zu spielenden Protagonisten positiv überhöht und sehr stilisiert dargestellt. Remedy bot mit "Max Payne" Anfang des neuen Jahrtausends einen Antihelden zum spielen an, dessen Popularität bis heute ungebrochen ist.

Deckung nutzen oder sterben!
Max Payne ist Detective bei der New Yorker Polizei. In den ersten beiden Spielen musste er miterleben  wie seine Frau und sein Kind ermordet wurden: Danach tötete er sich in bester Dirty Harry Manier bis zu den Strippenziehern eines groß angelegten Komplotts durch und verlor am Ende doch alles. Mittlerweile ist Max aus dem Dienst ausgeschieden und ist ziemlich abgehalftert. Seine Alkohol- und Tablettensucht hat ihm deutlich zugesetzt. Er hat sich selbst schon aufgegeben, als ihn Raul Passos in seiner Stammkneipe aufgabelt und ein Jobangebot macht, das Max nicht ablehnen kann.


Fortan arbeitet Mr. Payne als Bodyguard für die reiche Branco Familie in São Paulo. Im Grunde könnte sich für Max von nun an alles zum Guten wenden, doch auch in Südamerika wird er in einen Strudel aus Korruption, Intrigen und Gewalt gerissen...
Nobody was Kung-Fu-Fighting

Viele Fans der alten Teile hatten Angst, dass nach Veröffentlichung der ersten Screenshots und der Übernahme des Franchises durch Rockstar das alte MaxPayne-Feeling flöten gehen würde. Hier kann ich glücklicherweise  Entwarnung geben. Sowohl der Settingwechsel als auch die Story passen in die Serie. Max hat sich angesichts der vorangegangenen Ereignisse logisch weiter entwickelt. Immer noch springt man in Zeitlupenmanier durch die Levels und schaltet so stylisch die Gegner aus.

Snipereinlagen u.ä. sorgen für Abwechslung
Viel geändert hat sich nicht. Insgesamt ist die Steuerung etwas träger, was aber dazu beiträgt, dass die Spielphysik realistischer wirkt. Max braucht nun etwas länger zum Aufstehen, was ihn natürlich verwundbar macht. Insgesamt habe ich an der Steuerung nichts auszusetzen. Alles funktioniert noch so rund wie eh und jeh.

Neu integriert wurde ein gut funktionierendes Deckungssystem, das man tunlichst nutzen sollte. Ansonsten sieht man nämlich die Radieschen schneller von unten als Boris Becker Nachwuchs zeugen kann. Angesichts des Systems mit Speicherpunkten sollte man also von Kamikazeaktionen absehen.
Vieles im Level kann zerstört werden - manchmal zum Vorteil
Ärgerlich finde ich nur, dass man nicht komfortabel per einfachem Klick von einer Deckung zur nächsten huschen kann. Das ist in ähnlichen Spielen usus.

Halbverfallene Gebäude sind typisch für die Serie
Der Schwierigkeitsgrad ist recht knackig und an manchen Stellen aufgrund mies gesetzter Checkpoints sogar etwas unfair geraten. Insgesamt ist aber alles machbar. Die Levels unterscheiden sich deutlich voneinander und wurden toll designt. Wie in den ersten beiden Teilen handelt es sich um Schlauchlevels. Open World Attitüden bekommt der olle Max also auch in der zweiten Fortsetzung nicht. Dafür ist die Story sehr straight erzählt und wird stetig weiter gesponnen. Wie gewohnt kommentiert Max mit knochentrockenen Monologen das aktuelle Bildschirmgeschehen.

Die Geschichte wird im Gegensatz zu den Levels nicht streng linear erzählt. Immer wieder springt man in Max´s Vergangenheit und erlebt wie er aus New Jersey fliehen musste. Diese Levels erinnern stilistisch dann auch am ehesten an die alten Teile.
Max schaut richtig fertig aus
Grafisch ist Max Payne ein echtes Brett. Lediglich eins ist mir auf den Sack gegangen: um die Drogenabhängigkeit der Spielfigur zu illustrieren, werden immer wieder Überblend- und Verwischeffekte eingetzt. Damit übertreibt es Rockstar allerdings zuweilen.

Ab in die Favela - mit einer der grafisch besten Momente
Verklärte Nostalgiker werden sich vermutlich mit dem knapp dreizehn Stunden dauernden dritten Teil schwer tun - Settingwechsel, Max teilweise mit Glatze, keine reine Film Noir Atmosphäre und mancher Rockstar typisch überzogene Charakter wird diesem Personenkreis ein Dorn im Auge sein. Für mich stellt "Max Payne 3" die logische inhaltliche und Spielerische Fortsetzung des Franchises dar. Eine erbarmungslos düstere Geschichte mit allerlei moralisch fragwürdigen Entscheidungen gepaart mit Non-Stop-Zeitlupenaction - was will man mehr?!







Die Kill Cam, die ab und an aktiviert wird sorgt für sehr blutige Szenen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen