Freitag, 8. Juni 2012

Time Lag from Outer Space



So wie der Horror Film "Manchmal kommen sie wieder" schon so treffend prophezeit, wird man manche Dinge nicht los: Scheiße am Hacken, New Kids on the Block, die Twilight Filme oder die liebe Verwandtschaft. Nun muss natürlich nicht alles gleich schlecht sein. Obwohl ich mit dem zweiten Teil das Thema für ausgereizt eingestuft hatte, freute ich mich ein bisschen, als der dritte Teil der "Men in Black" Reihe angekündigt wurde.

Zum einen, weil Will Smith in ernsten Rollen einfach grauenhaft ist, und zum anderen, weil ich einfach humorvolle nonsense Alienaction mag. Da man nicht gerade behaupten kann in diesem Genre mit Filmen überschüttet zu werden, ging ich frohgemut ins Kino, um das "Finale" der Trilogie anzuschaun.


Nach vierzehn Jahren im Dienst geht Agent J (Will Smith; I am Legend, Independence Day) das bierernste und verschlossense Gehabe seines Partners K (Tommy Lee Jones; Auf der Flucht, No Country For Old Men) gehörig auf den Zeiger. Natürlich werfen die beiden nicht sofort in die Flinte ins Korn. Jede gute Beziehung lässt sich mit dem passenden Therapeuten wieder kitten. Der gute Doktor ist in diesem Fall ein Außerirdischer mit dem salbungsvollen Namen Boris, die Bestie, der vierzig Jahre zuvor von K gefangen genommen wurde. Aus seinem Gefängnis ausgebrochen hat Boris nur ein Ziel: seinen Fehler von damals wieder gut zu machen, indem er in die Vergangenheit reist, dort den jungen K (Josh Brolin; Jonah Hex, No Country For Old Men) kalt macht und so die Zeitlinie verändert. J will das nicht zu lassen. Um K zu retten reist er Boris hinterher - ins Jahr 1969...

"MiB3" ist doch kein zweites Brokeback Mountain geworden! Wer das nun gedacht hat, soll sich selber eine reinsemmeln! TZ TZ TZ! Die beiden Hauptdarsteller tauschen in etwa so viele Zärtlichkeiten aus, wie Waldorf und Statler.
Dennoch geht es um Freundschaft und - schnüff - welche Opfer man für sie auf sich nimmt.

PFFFFFFFRRRRRTZZZ!!!


So, nachdem sich der Schreibsklave die Tränen der Rührung aus den Äuglein gewischt und den Nasenrotz ins Taschentuch geschleudert hat, in aller Kürze: "MiB3" ist eine würdige Fortsetzung der ersten beiden Teile geworden. Unterhaltsam, nett inszenierte Action, comicartige Optik und allerhand außerirdisches Gekröse. Der Wechsel des Settings in die 60er Jahre tut der Reihe gut und Regisseur Sonnenfeld sorgt dafür, dass die drei Filme trotz der mittlerweile zehn Jahre, die seit dem zweiten Teil vergangen sind, eine optische und akustische Einheit bilden.

Die Story gewinnt keine Innovationspreise und hat wie die meisten Zeitreisegeschichten mit den üblichen Logikfehlern und Plotholes zu kämpfen. Dafür werden diese aber angenehm kaschiert und der Spaß am Geschehen in den Vordergrund gerückt. Auch hätte ich gerne mehr Anspielungen auf das Zeitgeschehen und die Situation der Schwarzen in den USA gesehen. Da wäre mehr und vor allem mehr Biß drin gewesen.

"MiB3" ist wie "MiB" und "MiB2" - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer die Vorgänger mochte und daher ein paar Hühneraugen zu drücken kann, wird auch mit der zweiten Fortsetzung glücklich werden. Alle anderen lassen die Finger davon und saugen sich unser kostenfreies Zeitreisehörspiel "TimeShift".

Wir haben noch Patenschaften für Plotholes frei - sofern Ihr welche finden könnt.


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