Mittwoch, 15. Mai 2013

Schnarch vs. Gamer: Colonial Marines

Tief in den Eingeweiden des weltweiten Netzes, genauer gesagt im binären Bundesstaat Jobgates, findet sich am Fuße des Mount Zuse Memorials alljährlich die digitale Prominenz ein, um Gericht zu halten über all die programmierten Verbrechen, die von den Entwicklerstudios auf die User losgelassen wurden. Wie in all den Jahren zuvor hatte das Master-Control-Programm den Vorsitz inne. Zwar hatte man angesichts der Popularität des Angeklagten mit einem vollen Server gerechnet, aber der Andrang war noch stärker als erwartet, sodass nicht alle Anwendungen geladen werden konnten. Geduldig wartete das MCP ab, bis auch die letzten Dateien Platz genommen hatten. Schließlich räusperte es sich laut und vernehmlich in das Mikrofon auf dem Richterpult. Sofort verstummte das Zischeln und das Getuschel im Zuschauerraum. Tausende Augen wandten den Blick erwartungsvoll zum MCP, das zufrieden die Sitzung eröffnete.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Neulich im Brainfuck



Schon wieder ein Third-Person-Shooter und ich soll – wie sollte es auch anders sein - einen US-Soldaten spielen? Kein Interesse!
Doch auf der anderen Seite klingt das Szenario ganz interessant: Dubai ist nach einem Sandsturm größtenteils entvölkert. Die ersten Screenshots ließen bereits die apokalyptische Stimmung erahnen, die mich erwarten würde. Na gut, ausnahmsweise… dann schau ich mir doch mal an, was dieser Third-Person-Shooter so drauf hat. Am Ende musste ich mir selber eingestehen, dass ich „Spec Ops: The Line“ vollkommen unterschätzt hatte und das Spiel zu unrecht am Markt untergegangen ist.

Woran es gelegen hat, vermag ich nicht zu sagen. War es zu wenig Werbung seitens des Publishers, die Übersättigung der Spieler mit Ballergames oder schlicht die Ankündigung, dass „The Line“ eine richtige Handlung haben sollte, die die Shooterfans vom Kauf abgehalten hat? Möglich wäre es. Zum einen kommen die Geschichten, die in Shootern erzählt werden meist auf einer Briefmarke unter und sind dann auch noch schlecht inszeniert.

Dienstag, 18. September 2012

Two not so grumpy men


Buddy Movies leben meist von schrulligen, exzentrischen und durchgeknallten Protagonisten. Und wenn die Figuren eher normal sind kann man sich aber wenigstens auf einen Antriebsmotor für den Filmspaß verlassen: die Figuren sind sehr gegensätzlich angelegt. Das generiert Konflikte und die eigentlich komischen Momente der Filme.

In "Ziemlich beste Freunde" ist dies ebenfalls so: Philippe (François Cluzet, A Monster in Paris)  ist adlig, reich, gebildet und wird von einer Entourage aus Schergen umsorgt. Eigentlich ist für ihn alles in Butter - wenn er nicht vom Hals abwärts gelähmt wäre. Darum braucht er selbst bei den kleinsten Dingen im Leben Hilfe von Fremden. Das ständige verhätschelt und verwöhnt werden, dass er in Watte gepackt und wie ein rohes Ei behandelt wird, geht Philippe aber gehörig auf den Zeiger.

Dienstag, 11. September 2012

Rohrkrepierer und andere Heimsuchungen

Nach langer Zeit gibt es heute mal wieder ein Review-Double-Feature. "Jack und Jill" und "Superbad" fanden ihren Weg in meinen Bluray-Player. Ich weiß: "Superbad" hat schon etwas auf dem Buckel, aber dieser Blog hat schließlich nicht den Anspruch hochaktuell zu sein.


Los geht es dann auch mit "Jack und Jill". Im Grunde müsste ich nur schreiben: "Adam Sandler in einer Doppelrolle als Geschwisterpaar!", und hätte damit im Grunde schon alles geschrieben, das es zu diesem Film zu sagen gibt. Nach "Happy Gilmore" und "Bullet Proof" aus dem Jahr 1996 wurden seine Werke von mal zu mal gurkiger. Meine Erwartungen hatte ich dann schon relativ niedrig angesetzt - besonders nachdem ich die Zusammenfassung des Plots kannte:

Freitag, 7. September 2012

Revenge is a dish best served cold!



Von dieser klingonischen Weisheit hält Barney Geröllheimer mal gar nichts. - Was!? Äh ich meinte natürlich Barney Ross (Sylvester Stallone; Demolition Man, Judge Dredd), den Anführer der Söldnertruppe "the Expendables". Seitdem ein Auftrag gehörig schief ging, nagen nur zwei Fragen an Ross: "Wo finde ich die blöde Sau, die mir in die Eier getreten hat und WIE gestalte ich das Wiedersehen möglichst schmerzhaft?"

Mittwoch, 15. August 2012

Im Weltraum hört dich niemand lachen


Manche Dinge muss man einfach glauben. Warum? Weil sie bei näherer Betrachtung keinen Sinn machen. Das trifft auf die neoliberale Weltanschauung genauso zu wie auf die meisten Geschichten in religiösen Werken. Also wenn Sie noch an die unbefleckte Empfängnis glauben, gebe ich ihnen den guten Rat IMMER einen Vaterschaftstest zu verlangen.
Und da wir gerade bei Narreteien sind: auf so manche Filmhandlung trifft das ebenso zu.

Im Alien-Prequel "Prometheus" (heute mal ohne dämlichen deutschen Untertitel), entdecken Forscher (Noomi Rapace und Logan Marshall-Green) in den verschiedensten Winkeln der Erde Hinweise, die darauf hindeuten, dass unsere Vorfahren von einem bestimmten Sternensystem fasziniert waren. Die gemalten/gekratzen/geformten/geklöppelten Sternhaufen deuteten die Forscher als das Sternensystem Zeta Reticuli, das dann auch sofort mit Unterstützung der Weyland-Yutani-Corporation angesteuert wird. Dort landet man auf dem Mond LV-223 und findet das Grauen.

Donnerstag, 9. August 2012

Gibs mir RETRO, du SAU!


Tarantino und Rodriguez haben mit ihren Grindhouse Filmen eine Welle an Produktionen losgetreten, die sich ebenfalls in dieser Sparte ihren Platz suchen - mal unabhängig davon ob ernst gemeint oder doch eher mit einem neckischen Augenzwinkern.
Stallone könnte das mit "Expendables" fürs Actionkino ebenfalls geschafft haben. Beispielsweise verlässt gerade der thematisch ähnlich gelagerte "Soldiers of Fortune" mein BluRay-Laufwerk. Ebenfalls auf 80er Jahre Action gebürstet, kommt SoF allerdings eher nur wie ein quarkiger Michael Dudikoff daher statt wie ein knackiger Stallone Streifen.