Tief in den Eingeweiden des weltweiten Netzes, genauer gesagt im binären
Bundesstaat Jobgates, findet sich am Fuße des Mount Zuse Memorials
alljährlich die digitale Prominenz ein, um Gericht zu halten über all
die programmierten Verbrechen, die von den Entwicklerstudios auf die
User losgelassen wurden. Wie in all den Jahren zuvor hatte das
Master-Control-Programm den Vorsitz inne. Zwar hatte man angesichts der
Popularität des Angeklagten mit einem vollen Server gerechnet, aber der
Andrang war noch stärker als erwartet, sodass nicht alle Anwendungen
geladen werden konnten. Geduldig wartete das MCP ab, bis auch die
letzten Dateien Platz genommen hatten. Schließlich räusperte es sich
laut und vernehmlich in das Mikrofon auf dem Richterpult. Sofort
verstummte das Zischeln und das Getuschel im Zuschauerraum. Tausende
Augen wandten den Blick erwartungsvoll zum MCP, das zufrieden die
Sitzung eröffnete.
"Sehr verehrte Applikationen, Anwendungen, Updates, Treiber und
Bugfixes, wir haben uns heute hier versammelt, um über das Videospiel 'Aliens: Colonial Marines' von Entwickler Gearbox Software
zu urteilen. Der 2008 zum ersten Mal angekündigte First-Person-Shooter
erregt seit seinem Release die Gemüter und hat sich als eine mittlere
Katastrophe und Mogelpackung herausgestellt. Nichts, nahezu NICHTS an
diesem Programm ist so, wie es zunächst angekündigt wurde.
Doch beginnen wir von vorne: mit der Geschichte. Zeitlich irgendwo zwischen den Filmen "Aliens" und "Alien³"
angesiedelt, gehen die titelgebenden Marines einem Notruf nach, den
Corporal Dwayne Hicks von der Sulaco gesendet hat. Da die Story des
Spiels zum offiziellen Alien-Kanon gezählt wird, sei hier darauf
hingewiesen, dass schon dieses Detail an den Haaren herbeigezogen ist,
denn der Synthet Bishop hatte den Corporal aufgrund seiner Verletzungen
bereits VOR dem Finale des zweiten Films sediert und in einer
Stasekapsel in Tiefschlaf versetzt. Wie, wann und wo soll der Gute denn
den Funkspruch über die fehlgeschlagene Mission auf dem Planeten LV-426
abgesetzt haben? Kenner der Filme wissen nämlich, dass Hicks die
Stasekapsel nur mit den Füßen voran verließ.
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