Dienstag, 31. Oktober 2017

Sexually Transmitted Disease



TNG, DS9, TOS… griffige Akronyme für Star Trek Serien sind nichts ungewöhnliches, eigentlich noch nicht einmal für Serien allgemein. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Discovery dieser Tradition folgt und mit dem unglücklichen Kürzel STD daher kommt. Ich hätte es im Vorfeld bereits als böses Omen deuten sollen. Es hätte mir diverse kopfschüttelinduzierte Schleudertraumata erspart.



Nachdem CBS erfolgreich das Fanprojekt „Axanar“ in Grund und Boden gebombt hatte und der erste Teaser 2016 extrem grottig aussah, waren meine Erwartungen ohnehin niedrig angesetzt. Zumindest in der Produktionsqualität konnte man enorm an Boden wett machen. Ein Umstand, der die Grafikhure in mir meine Skepsis übertönen ließ. Discovery schaut richtig gut aus, was jedoch nicht automatisch bedeutet, dass ich die Designs der Serie mag. Doch dazu später mehr.

Pilot

Hauptfigur der Serie ist Michael Burnham (Sonequa Martin-Green). Im Pilotfilm ist sie der erste Offizier des Föderationsschiffes USS Shenzhou, auf dem Captain Philippa Georgiou (Michelle Yeoh) das Sagen hat. In einem Asteroidenfeld tritt man versehentlich den Klingonen auf die Füße und beginnt so einen Krieg. – Oh, bevor ich es vergesse: mir sind Spoiler in diesem Review schnurz. Man kann die unglaublich dummen Aspekte dieser Serie schlicht nicht benennen ohne Teile des Plots zu offenbaren.

Discovery hat auf der inhaltlichen Seite nämlich mit unglaublich schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Das offensichtlichste: Michael Burnham. Wer kam auf die Idee eine derart selbstgefällige, unsympathische, arrogante und unprofessionelle Figur zu schreiben und glaubt dann, dass sich der Zuschauer mit ihr identifizieren kann, geschweige denn Sympathie für sie empfindet? Warnungen und Fakten werden beiseite gewischt, gute Ratschläge ignoriert, weil sie ja nicht von ihr selber kommen. Sie geht mit dem Kopf durch die Wand und ihr sind Kollateralschäden egal. Als sie dann einen Ausweg aus dem Schlamassel zu kennen glaubt und niemand ihr zuhören will – warum auch? – meutert sie in ihrer selbstgerechten Art und versucht sich so erneut durchzusetzen. Am Ende des Piloten landet sie vor einem X-COM artigen Gericht und landet zu Recht im Bau.

Warum zum Geier muss man mit einem Raumanzug in ein Asteroidenfeld fliegen, wo etwas aktiv die Scanner der Shengzhou blockiert? Da schickt man eine Sonde rein und gut ist. Aber das wäre ja nicht badass genug. Zumal die Strahlung dort angeblich so heftig ist, dass man dort nur 20 Minuten überleben kann. Aha. Zufällig trifft Michael auf einen Klingonen - scheinbar sind die immun gegen die Strahlung - und als sie fliehen will bringt sie ihn versehentlich um. Das gibt den Klingonen auf dem getarnten Schiff fünf Meter weiter den Grund die 24 Häuser des Imperiums mit einer intergalaktischen Photonenpumpe in Nullkommanix herbei zu rufen. In einer typischen „JA! NEIN! OHHHH!“-Nonsense Diskussion beschließt man sich zusammenzuschließen und die pöhsen Menschlein anzugreifen.

Michael Burnham wuchs auf Vulkan als Ziehtochter von Sarek auf. Interessant, dass bislang nie erwähnt wurde, dass Spock mit einer menschlichen Schwester aufgewachsen ist. Jedenfalls hat sie eine besondere Verbindung zu Sarek, der sich, sobald die Klingonen die Scheinwerfer (Maglite, anyone?!) eingeschaltet hatten, über tausende Lichtjahre per telepathischem Kathra-Telefon bei ihr meldete. Sarek erzählte ihr direkt, dass sie nichts sagen müsse, weil jeder in der Galaxis das Signal sehen könnte. Moment mal… Licht reist mit Lichtgeschwindigkeit…. dürfte er nicht erst in ein paar tausend Jahren das Licht sehen können?! Ach es ist zum Mäuse melken mit der inneren Logik dieser Serie. Star Trek ist durchaus dafür bekannt sich die eine oder andere erzählerische Freiheit herauszunehmen. Doch sobald es um Technik ging, bemühte man sich zumindest um ein in sich geschlossenes System und ließ echte wissenschaftliche Erkenntnisse mit einfließen.

Apropos Logik: Dass dann im Finale des Piloten obendrein Captain und erster Offizier aufs feindliche Schiff beamen, zeigt, wie viele andere Szenen, dass die Föderation aus Mitgliedern besteht, die auf Prometheus-Level dumm sind. Selbstverständlich stirbt Captain Georgiou mit einem Messer in der Brust und wird dann von Burnham gerächt. War euer Ziel nicht den Anführer der Klingonen gefangen zu nehmen oder gab es einen sinnigen Grund den Phase fix von lähmen auf töten zu stellen? Sich stumpf zu rächen, torpediert das gesamte Unterfangen und ist höchst unprofessionell. Wie gesagt: Burnham landete zu Recht im Bau.

Die Fanfiction geht weiter

Leider versauert sie dort nicht bis zum Ende ihrer Tage. Michael wird ein halbes Jahr später von Captain Lorca (Jason Isaacs) auf der Discovery eingesetzt, einem neuen Föderationsschiff mit experimentellem Antrieb. Seitdem geben sich die Schreiberlinge Mühe die Figur etwas sympathischer zu machen, aber mit diesen Altlasten gestaltet sich das schwierig. Michael ist quasi verbrannte Erde. Wahrscheinlich wäre es taktisch klüger gewesen mit Folge drei zu starten und die Pilotfolgen nur in Rückblenden zu zeigen. Dann wäre wahrscheinlich auch der dämliche Plot nicht so stark aufgefallen. Man hätte eine gebrochene Figur gehabt, deren tragischer Hintergrund sich nach und nach entfaltet hätte. Man wäre in der Lage gewesen zuerst die bessere Burnham zu sehen und sie zu mögen und dann zu sehen von wo aus sie gestartet ist.

Der experimentelle Antrieb der Discovery ist superkalifragilistikexpialigetisch. Er wird mit speziellen Pilzsporen gespeist, was das Schiff in Nullzeit von einem Ort zum anderen in der Galaxis zappen lässt. In STD ist die Milchstraße nämlich auf Subraumebene mit einem Geflecht aus Pilzen durchzogen. Nachdem ich mit Lachen fertig war, hab ich mich geärgert. Neben Beamen also die zweite Technologie, die so stark ist, dass man sie ständig kaputtschreiben muss, damit das Skript nicht von vornherein unspannend ist. Grds ist der Antrieb noch derber als der Transwarpantrieb der Borg, der in Voyager, was deutlich später spielt, als das Nonplusultra angepriesen wird.

In Battletech gibt es auch eine Variante der Nullzeitreisen, aber man hat wenigstens daran gedacht, die Sache so zu schreiben, damit sich kein Exploit für die Handlung ergibt. Die maximale Reisedistanz beträgt 30 Lichtjahre und danach muss der Antrieb erstmal mehrere Tage aufladen. Man mag es kaum glauben, aber aus solchen Umständen ergeben sich verdammt spannende Bücher, die strategisches Denken miteinbeziehen. 

Die optische Umsetzung des Championantriebs sorgt zudem noch für akutes Augenrollen. In der Untertassensektion befindet sich eine Art Schwungrad, nennen wir es das Plotgyroskop. Jedenfalls dreht es sich dann schnell. Beim Sprung macht die Discovery dann eine Fassrolle und landet am gewünschten Ort. Dabei fällt sie aber immer erst ein paar hundert Meter im All runter. Warum? Was für ein Unfug. Ich warte darauf, dass die mal bei so einem Sprung versehentlich in einen Asteroiden krachen. Aber ich fürchte für so viel Selbstironie haben die Showrunner zu sehr den Stock im Arsch.

Darf ich auch mal Käpt'n sein?

Captain Lorca ist Burnham übrigens nicht unähnlich. Er hat Dreck am Stecken, ist selbstgerecht und arrogant. Er handelt eigenmächtig und schert sich nicht um Konsequenzen. Er könnte fast schon interessant sein, wenn wenigstens durchblitzen würde, warum seine Crew ihm so loyal folgt. Er benimmt sich fast durchgängig wie ein Warlord und immer dann, wenn die Schreiber versuchen ihm eine sympathische Facette abzuringen, drehen sie es wieder um. Als Harry Mudd auf dem Gefangenenschiff der Klingonen ihn auf seine alte Crew anspricht, wird offenbart, dass sein Schiff zerstört wurde. Er hat die Selbstzerstörung eingeleitet und seine Leute lieber umgebracht als sie den Foltererknechten der Klingonen zu überlassen. Dass er selber noch lebt kann nur eines bedeuten: er hat sich feige davongestohlen. In einer anderen Folge konfrontiert ihn Admiral Cornwell damit, dass er psychologisch nicht geeignet für ein Kommando ist, womit sie auch recht hat. Doch statt ihn direkt zu suspendieren und dem ersten Offizier vorübergehend den Captainsessel zu überlassen, gibt sie ihm eine Schonfrist, bis sie von ihrer Mission zurück ist. Da sie gefangen genommen wird, kommt das Lorca ungemein passend und entgegen seines sonstigen Verhaltens rennt er nicht los, um sie zu retten.

Lorca als Captain müsste für den Plot auch kein Problem darstellen, sondern wäre als "Bedrohung" aus den eigenen Reihen eine echte Bereicherung, wenn die restliche Crew Identifikationsmöglichkeiten bieten würde. Leider hat man es mit gefühlskalten, unrealistisch agierenden Figuren zu tun, die keine bis kaum Persönlichkeit besitzen. Ich verstehe viele Kritikpunkte an den letzten drei Kinofilmen, aber eine Sache hat mich über die meisten unlogischen Szenen und Plotholes gerne hinwegsehen lassen: die Figuren hatten Herz. Das komplette Gegenteil herrscht in Discovery. Saru und Tilly gehen da im Vergleich noch, wenngleich letztere mit die schlechtesten Dialoge hat und obendrein noch von der talentbefreiten Mary Wiseman dargestellt wird. Allerdings wird sie im Laufe der Halbstaffel etwas besser. Man merkt, dass sie sich im schauspielerischen Lernprozess befindet. Ob das Beiwohnen dieser Entwicklung einen positiven Aspekt für den Zuschauer darstellt, darf bezweifelt werden.

Es sagt viel über diese Serie aus, dass Harry Mudd nur in einer Handvoll Szenen mitspielt, aber über den am bestausgebauten Charakter der bisherigen Serie verfügt. Er zwielichtig, hintertrieben, humorvoll und er zeigt nachvollziehbare menschliche Emotionen. Kurz: er ist die beste Figur von STD. Eine Serie mit ihm im Fokus? Solange er weiter von Rainn Wilson gespielt wird, wäre das definitiv etwas, das ich mir ansehen würde. 

Da mir die restlichen Figuren dieser Serie ohnehin unsymphatisch sind, wird auch keine Fallhöhe generiert, die es mir ermöglicht mit diesen mitzufiebern. Diese farblosen Abziehbildchen sind derart austauschbar, dass man meinetwegen alle zwei Folgen eine komplett neue Crew zu Gesicht bekommen könnte. Der dominante Exposition Dump in den Dialogen behindert die Interaktion zwischen den Figuren derart, dass fürs Menscheln einfach kaum Platz bleibt. Dass es in einer Serie, insbesondere einer SF Serie, nicht ohne Exposition geht, ist mir klar, doch selten war es so auffällig.

Dork und Cringeworthy

Allgemein gibt sich die Serie dem aktuellen Mainstream entsprechend dark&gritty. Vielleicht sollte man den Machern mal erklären, dass das Licht zu dimmen nicht per Default eine authentische Bedrohungsatmosphäre generiert. Und Schwarzer Alarm? Ernsthaft? Der Alarmsound klingt noch lächerlicher als Boromirs Kriegshorn -MöpMöpMöööp!

Hatte Roddenberry nicht mal von dieser Utopie geträumt? Davon ist hier nicht viel übrig geblieben. Das, was die Serie zeigt, ist bestenfalls deprimierend. Die Menschen scheinen sich kein Stück weiter entwickelt zu haben und sind von Feinden umringt. Neben den Klingonen werden unter anderem noch Teile der Vulkanier Gesellschaft als Gegenspieler aufgebaut, welche Teil der Föderation sind und eigentlich Freunde sein sollten. Sich düster und total Deep zu geben ist derzeit schwer angesagt, aber mal ernsthaft: wäre es in den aktuellen Zeiten nicht besser einen positiven Ausblick auf eine hoffnungsvolle Entwicklung unserer Gesellschaft zu werfen? Eine Gesellschaft, die nachdenkt, bevor sie handelt; sich der Konsequenzen ihrer Entscheidungen bewusst ist und das Wohle Aller im Blick hat - also das komplette Gegenteil zu dem, was die Figuren in dieser Serie anstellen.

Wenn selbst mir als Nicht-Trekkie die Inkonsistenz der gezeigten Technik zur bisherigen Welt von Star Trek ein Dorn im Auge ist, will ich gar nicht wissen wie schlimm es für die echten Fans sein muss. Dass man TOS mit Kirk und Co ausblenden muss, ist nicht weiter schlimm. Diese Serie finde ich höchstens unter historischen Aspekten erwähnenswert. Doch seit den Ende 80ern bis Mitte 2000er hatte CBS es geschafft ein weitgehend in sich schlüssiges Universum aufzubauen. Sogar Enterprise, die Serie über das erste Raumschiff der Erde, hielt sich an die aufgestellten Spielregeln. Dabei wäre zur Produktionszeit gemessen an der aktuell verfügbaren Technologie bereits ein Update des fiktiven Universums möglich gewesen. Dass das nicht grds nicht nötig ist, zeigt der aktuelle Blade Runner, der sich an der Optik des ersten Films orientiert und technologisch ein bisschen altbacken wirkt. Das Gleiche hätte ich mir von den neuen Alien Filmen gewünscht. Der Look der alten Filme, mit ihrer klobigen Technik macht schließlich einen großen Teil des Identität des Franchises aus.

Und in STD? Allen Beteuerungen der Macher zum Trotz: STD hat mit der bisherigen Timeline nichts zu tun, nicht mal mit J.J. Abrams Filmuniversum. Wir haben hier bereits ein Holodeck. Diese wurden laut diverser Wikis erst in Föderationsschiffen ab dem 24. Jahrhundert installiert und TOS spielt im 23. Jahrhundert. Die Kommunikation erfolgt nicht über Bildschirme, sondern über Hologramme, die sogar in den Räumen beim Gesprächspartner herumspazieren und sich an Wände lehnen können. Das ist einfach unnötig und dumm. Welcher Wahnsinnige würde für solche Spielereien Energie und Rechenpower vergeuden? Damit die Schiffe möglichst verletzlich sind, baut man noch mehr Fenster ein. Statt eines Spiegels wird ein Hologramm genutzt. Das ist sooo... seufz! In einer feindlichen Umgebung wie der des Weltalls nutzt man immer die Lösungen, die am einfachsten sind und möglichst wenig Energie benötigen und/oder sich nicht schnell abnutzen. Style over Substance - wem das reicht, bitte schön: hier ist Ihre Traumserie!

Pach pa'h, Pach pe'h!

Bei den fein ziselierten Klingonenleibchen sieht man direkt, dass da echte Krieger drin stecken. Hust! Mal Ernst beiseite: Das hier schimpft sich Klingone und es spricht auch etwas, das halbwegs so klingt, aber das sieht nicht danach aus und benimmt sich auch nicht so. Man hatte sich mit der Enterprise Serie so viel Mühe gegeben eine Erklärung für das veränderte Aussehen der Klingonen von TOS bis TNG zu finden, dass das erneut überarbeitete Design einfach unnötig wirkt. Sie sehen aus wie ein Hybride aus Narn und Drazi mit einer leicht an Alien erinnernde Hinterkopfform. Die Masken sind so massiv, dass die Schauspieler sichtlich Mühe haben, irgendetwas darunter zum Ausdruck zu bringen. Die Kieferprosthetiken verhindern obendrein eine halbwegs deutliche Aussprache. Vielleicht aus diesem Grund spricht man STD auch nur ein abgehackt klingendes Klingonischderivat. Ich sehe mir fast alle Serien im O-Ton mit Subs an, aber hier nervt es dem untertitelten Klingonisch zuzuhören.

Ursprünglich handelte es sich bei den Klingonen um ein Volk, das sich raubeiniger gibt, als es ist. Sobald es um nicht um Krieg und Intrigen geht, ist man auf Vergnügen aus und lässt es ordentlich krachen. Nun haben wir es mit engstirnigen fundamental religiösen Rossettenkneifern zu tun, die auf Basis einer schwachsinnigen Unterhaltung in den Krieg ziehen. Ich habe nach dem Pilotfilm von den Showrunnern nicht mal mehr die Meldung lesen müssen, um von selbst auf den Trichter zu kommen, was mit den Klingonen in STD gemeint ist: das patriarchalisch, religiös verquastete Amerika Donald Trumps. Politische Untertöne gab es in Star Trek schon immer. Teilweise ging man auch mit Tabubrüchen voran, wie dem ersten Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen im US Fernsehen. Der Film "Das unentdeckte Land" träumte von einem Ende des Kalten Krieges. Es mutet wie ein Treppenwitz an, dass die Produktion des Films von den tatsächlichen Ereignissen eingeholt wurde. Im Grunde ist demnach die Thematisierung der aktuellen US Regierung nicht außergewöhnlich. Anti-Trump zu sein ist jedoch weder mutig, noch progressiv - es ist Mainstream. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich lohnt, diese lahme Ente derart plump vom Himmel zu holen. 

Jedenfalls wäre es in meinen Augen besser gewesen eine komplett neue Fraktion zu erfinden, als ein so ikonisches Volk wie die Klingonen derart umzugestalten. Zumal das Design der Raumschiffe noch seltsamer wirkt als das der Föderation. Bei den Jägern musste ich mehr als einmal an Lexx - The Dark Zone denken... und ich wollte nie wieder daran erinnert werden. Danke, CBS. 

Tote Pferde reitet man nicht

Das Halbstaffelfinale ist so gut wie erreicht und immer wieder lese ich in Kommentaren und Reviews, dass Trek Serien stets gebraucht hatten, bis sie anfingen gut zu werden. Ja, das war damals so, als Fernsehserien noch anders produziert wurden und man kaum Auswahl hatte und daher auch eher geneigt war ein Hühnerauge oder zwei zuzudrücken. Inzwischen haben wir es mit einem reichhaltigen Angebot durch alle Genres hinweg zu tun und eine Serie kann es sich nicht leisten zwei Staffeln lang herum zu probieren, was gut funktioniert. Im Grunde darf man nicht mal mehr die erste Staffel vertändeln. Warum also sollte ich STD diesen Freiraum geben? Nur weil Star Trek drauf steht? Zugegeben, aus der One-Woman-Show des Piloten entwickelt es sich ein bisschen mehr Richtung Mannschafts-Cast, Burnham ist nicht mehr so verachtenswert und auch ein, zwei andere Figuren tauen ein wenig auf. Aber langt das?

Nach wie vor fühlt es sich an, dass man sich die Plots der Folgen Woche für Woche kurzfristig ausdenkt und nur einen groben Plan hat, in welche Richtung man gehen will. Die Skripts sind inkonsistent und strotzen nur vor Fehlern, unlogischen Handlungsabläufen und schlechten Dialogen. Der Cast ist maximal mittelprächtig talentiert und lässt die Figuren mehr nebeneinander als miteinander agieren. Die Charaktere handeln dazu noch oft so dumm und unüberlegt, dass man sich wundern muss, wieso die sich noch nicht alle versehentlich umgebracht haben.

Warum sollte ich STD also noch eineinhalb Jahre zum Reifen geben, wenn andere Serien das schneller hinbekommen?

Agents of Shield nimmt sich anfangs ebenfalls etwas Zeit, weiß den Zuschauer jedoch mit Cast und gutem Writing bei der Stange zu halten. Firefly hat von der ersten Folge an erinnerungswürdige Figuren und einen interessanten Weltaufbau. The Expanse verfügt nicht über das Budget von STD, kann dafür aber mit einem spannenden Plot und exzentrischem Figurendesign locken. Wer Hard-SciFi mag, wird um diese Serie ohnehin nicht drum rum kommen. Obendrein werden Themen wie Rassismus hier schonungsloser und erwachsener aufbereitet.

Ich könnte an dieser Stelle mit zig Serien wie Supernatural, Daredevil, Jessica Jones, Babylon5, Eureka, Person of Interest, Penny Dreadful, Bojack Horseman, Game of Thrones, Man in the High Castle ,American Gods und vielen anderen weiter machen. 

Da fällt mir ein, dass ich das eine oder andere nochmal ansehen könnte. Es wäre weniger Zeitverschwendung, als STD noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. 

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