Mittwoch, 1. Februar 2017

"We may hope that machines will eventually compete with men in all purely intellectual fields." - Alan Turing



Heutzutage sind Informationen für jeden allgegenwärtig. Die einen posten jedes Essen was ihnen vor das Smartphone kommt, die anderen teilen kontinuierlich ihren virtuellen Stalkern mit wo sie gerade mit wem über was auch immer gesprochen haben oder was man in den nächsten 48 Stunden alles gedenkt zu tun.

Facebook, Instagram, Tinder... wie sie nicht alle heissen. Überall geben Menschen ohne groß darüber nachzudenken Informationen über sich preis und nur ein geringer Teil stöhnt auf wenn er dabei an so etwas wie Datenschutz und digitale Privatsphäre denkt. Selbst Enthüllungen wie die von Edward Snowden schlagen nur geringe Wellen im Vergleich zu den Dingen die dabei im Hintergrund wirklich ablaufen.





Man stelle sich jetzt vor, jemand baut eine Maschine, die all diese Daten und dazu noch alle Kameras, Mikrofone und was sonst noch so ans Netz angeschlossen ist auswertet. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche...



Genau das hat man in der Serie Person of Interest getan. Zu Begin der Serien lernt der Zuschauer den Erbauer dieser Maschine, Harold Finch, kennen. Er lebt komplett zurückgezogen, scheint unerschöpfliche Geldquellen zu besitzen und hält sich so gut er kann bedeckt. Die Maschine hat er mit seinem Freund Nathan Ingram zusammen gebaut, um schreckliche Dinge wie den 11. September und andere Verbrechen zu verhindern bevor sie geschehen.

Aufgrund der riesigen Menge an Daten die dazu verwertet werden kategorisiert die Maschine alle Verbrechen gemäß ihrer Programmierung in "relevante" und "irrelevante" Fälle. Die relevanten Fälle werden von den Starfverfolgungsbehörden über ein geheimes Programm namens "Northern Lights" bearbeitet, die irrelevanten werden täglich um Mitternacht gelöscht.

Nachdem Nathan bei einem Anschlag ums Leben kommt taucht Harold in die Versenkung ab. Nathan, der schon länger nicht damit klar kam dass Verbrechen als irrelevant kategorisiert werden, hat in die Maschine eine Backdoor programmiert, über die er jede Nacht die irrelevanten Fälle erhält. Leider kommen diese Fälle nur in Form einer einzigen Nummer (der Sozialversicherungs-Nummer der betroffenen Person) die erst mal nichts darüber aussagt, ob es sich dabei um ein Opfer oder einen Täter handelt.

Um genau das aufzuklären und die Arbeit von Nathan fortzusetzen heuert Harold dazu einen untergetauchten ehemaligen CIA-Agenten, John Reese, an.


Harold Finch (Michael Emerson)

John Reese (John Caviezel)


Das gibt im groben einen Überblick über den generellen Inhalt der Serie ab. Im Laufe der ersten Staffel fühlt es sich (wie bei vielen Serien) für den Zuschauer nach dem Schema "Case-Of-The-Week" an. Allerdings wird auch hier schon im Hintergrund ein Handlungsbogen über Korruption in den Reihen der Polizei aufgebaut, der sich bis in die dritte Staffel zieht.

In der zweiten Staffel braut sich dann eine Bedrohung in Form der mysteriösen Firma "Decima Technologies" zusammen, die versuchen die Kontrolle über die Maschine zu übernehmen. Ab der dritten Staffel wird es dann zunehmend für den Zuschauer bedrohlicher mitanzusehen, was passiert, wenn eine Künstliche Intelligenz mit Zugriff auf de facto alle Daten die man sich vorstellen kann in die falsche Hände geraten würde.

Und ab der vierten Staffel erfüllen sich die Erwartungen aller Fans von Dystopien und Dark-SciFi wenn neben der Maschine plötzlich eine zweite KI das Spielfeld betritt, die nicht an moralische Kodizes oder Programmierungen gefesselt ist...



Das "Spiel" beider Künstlicher Intelligenzen, bei dem die Menschheit ohne es zu merken plötzlich nur noch am Spielfeldrand steht, wirkt vor allem durch die auch real gegenwärtigen Möglichkeiten der Überwachung im Alltag von uns allen nur noch bedrohlicher und sollte dem Zuschauer vor Augen führen, was passiert wenn man Freiheit aufgibt um Sicherheit zu erlangen: man hat am Ende keins von beidem mehr...

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