Mittwoch, 15. Mai 2013

Schnarch vs. Gamer: Colonial Marines

Tief in den Eingeweiden des weltweiten Netzes, genauer gesagt im binären Bundesstaat Jobgates, findet sich am Fuße des Mount Zuse Memorials alljährlich die digitale Prominenz ein, um Gericht zu halten über all die programmierten Verbrechen, die von den Entwicklerstudios auf die User losgelassen wurden. Wie in all den Jahren zuvor hatte das Master-Control-Programm den Vorsitz inne. Zwar hatte man angesichts der Popularität des Angeklagten mit einem vollen Server gerechnet, aber der Andrang war noch stärker als erwartet, sodass nicht alle Anwendungen geladen werden konnten. Geduldig wartete das MCP ab, bis auch die letzten Dateien Platz genommen hatten. Schließlich räusperte es sich laut und vernehmlich in das Mikrofon auf dem Richterpult. Sofort verstummte das Zischeln und das Getuschel im Zuschauerraum. Tausende Augen wandten den Blick erwartungsvoll zum MCP, das zufrieden die Sitzung eröffnete.


"Sehr verehrte Applikationen, Anwendungen, Updates, Treiber und Bugfixes, wir haben uns heute hier versammelt, um über das Videospiel 'Aliens: Colonial Marines' von Entwickler Gearbox Software zu urteilen. Der 2008 zum ersten Mal angekündigte First-Person-Shooter erregt seit seinem Release die Gemüter und hat sich als eine mittlere Katastrophe und Mogelpackung herausgestellt. Nichts, nahezu NICHTS an diesem Programm ist so, wie es zunächst angekündigt wurde.

Doch beginnen wir von vorne: mit der Geschichte. Zeitlich irgendwo zwischen den Filmen "Aliens" und "Alien³" angesiedelt, gehen die titelgebenden Marines einem Notruf nach, den Corporal Dwayne Hicks von der Sulaco gesendet hat. Da die Story des Spiels zum offiziellen Alien-Kanon gezählt wird, sei hier darauf hingewiesen, dass schon dieses Detail an den Haaren herbeigezogen ist, denn der Synthet Bishop hatte den Corporal aufgrund seiner Verletzungen bereits VOR dem Finale des zweiten Films sediert und in einer Stasekapsel in Tiefschlaf versetzt. Wie, wann und wo soll der Gute denn den Funkspruch über die fehlgeschlagene Mission auf dem Planeten LV-426 abgesetzt haben? Kenner der Filme wissen nämlich, dass Hicks die Stasekapsel nur mit den Füßen voran verließ.

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