Dienstag, 11. September 2012

Rohrkrepierer und andere Heimsuchungen

Nach langer Zeit gibt es heute mal wieder ein Review-Double-Feature. "Jack und Jill" und "Superbad" fanden ihren Weg in meinen Bluray-Player. Ich weiß: "Superbad" hat schon etwas auf dem Buckel, aber dieser Blog hat schließlich nicht den Anspruch hochaktuell zu sein.


Los geht es dann auch mit "Jack und Jill". Im Grunde müsste ich nur schreiben: "Adam Sandler in einer Doppelrolle als Geschwisterpaar!", und hätte damit im Grunde schon alles geschrieben, das es zu diesem Film zu sagen gibt. Nach "Happy Gilmore" und "Bullet Proof" aus dem Jahr 1996 wurden seine Werke von mal zu mal gurkiger. Meine Erwartungen hatte ich dann schon relativ niedrig angesetzt - besonders nachdem ich die Zusammenfassung des Plots kannte:


Jack und Jill sind Zwillingsgeschwister. Jack ist erfolgreich im Werbebusiness tätig, hat eine Frau und zwei Kinder, während seine Schwester Jill einsam ihr Leben fristet. Das hat auch gute Gründe. Die da wären: quäkige Stimme, nervtötendes Verhalten und sie sieht einfach scheisse aus. Kein Wunder! Schließlich sieht sie aus wie ihr Bruder - mit Brüsten. Aber dafür hat sie ein großes Herz - KOTZBRECH! für dieses absolut vorhersehbare Filmklischee aus der Ideenmottenkiste. 
Jill beschließt eines Tages Jack zu besuchen, doch dem schwant schon schlimmes - und er sollte recht behalten.

Adam Sandler im Doppelpack macht mittlerweile doppelt so viel wenig Spaß, klingt abschreckend und wird somit auch dem Cover gerecht. Schließlich steht da ja schon die Kaufwarnung an den geneigten Filmfan: "Seine Zwillingsschwester kommt zu Besuch... und das wird nicht schön."

Ein Glück hat man mir das Machwerk ausgeliehen und ich hab kein Geld dafür gelassen. "Jack und Jill" ist die in Filmform gepresste Spießerausgabe einer wohldosierten Anarchie - gefiltert, um familientauglich zu sein. Vom einstigen Esprit Sandlers ist kaum noch etwas übrig. Ganz selten mal präsentiert er uns einen durchgeknallten Moment, der wirklich witzig ist, nur um dann wieder durch die nervtötende Schwester gestört zu werden.

Überrascht hat mich lediglich, dass Al Pacino als er selbst auftritt und sich im Film ordentlich selber durch den Kakao zieht. Aber das rettet ein Schiff ohne Rumpf auch nicht mehr vor dem Absaufen. Diesen geistlosen Humorschrotthaufen sollte man noch mit dem Hinweis versehen: Altersfreigabe nur BIS 0 Jahre! - anstatt "ab!"


Nach "J&J" dachte ich mir, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann und nahm mir "Superbad" vor. Mal abgesehen davon, dass "J&J" es mir leicht machte Greg Mottola´s (Paul, Jungfrau (40) männlich sucht...) Komödie zu mögen, macht "Superbad" auch wirklich Spaß. Im Gegensatz zu Sandlers Film ist er abgedreht, weitgehend spontan und rotzfrech. Gut... Jonah Hill ist der Seth Rogen des Films, aber dafür nervt Seth Rogen nicht. - Und das ist... ähm ... irgendwie verstörend.

Aber zur kaum vorhandenen Handlung: Seth (Jonah Hill; the Sitter, 21 Jump Street) Evan (Michael Cera; Scott Pilgrim vs the world, Juno) und Fogell (Christopher Mintz-Plasse; Kick-Ass, Fright Night) sind fast mit der High-School fertig, haben aber immer noch kein Mädel am Start. Das wollen die drei endlich ändern und nehmen den Auftrag an Alk für eine Party zu organisieren. Damit beginnt für die drei ein Roadtrip durch die Nacht, der für die drei Jungs so manch abstruse Überraschung bereit hält...

Das Thema "Loser sucht Frau" ist beleibe nicht neu, wird von Mottola aber durchaus frisch präsentiert. "Superbad" macht Laune und leistet sich keine allzu groben Schnitzer. Für Kurzweil ist gesorgt, eine Revolution des Genres sollte man natürlich nicht erwarten.

Party on!

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