Dienstag, 18. September 2012

Two not so grumpy men


Buddy Movies leben meist von schrulligen, exzentrischen und durchgeknallten Protagonisten. Und wenn die Figuren eher normal sind kann man sich aber wenigstens auf einen Antriebsmotor für den Filmspaß verlassen: die Figuren sind sehr gegensätzlich angelegt. Das generiert Konflikte und die eigentlich komischen Momente der Filme.

In "Ziemlich beste Freunde" ist dies ebenfalls so: Philippe (François Cluzet, A Monster in Paris)  ist adlig, reich, gebildet und wird von einer Entourage aus Schergen umsorgt. Eigentlich ist für ihn alles in Butter - wenn er nicht vom Hals abwärts gelähmt wäre. Darum braucht er selbst bei den kleinsten Dingen im Leben Hilfe von Fremden. Das ständige verhätschelt und verwöhnt werden, dass er in Watte gepackt und wie ein rohes Ei behandelt wird, geht Philippe aber gehörig auf den Zeiger.


Da kommt ihm Driss (Omar Sy; Micmacs) gerade recht. Kaltschnäuzig kreuzt der Ex-Knasti wegen einer Stellenanzeige bei Philippe auf, um sich von ihm den Stempel fürs Arbeitsamt geben zu lassen. Seine rotzfreche, humorvolle Art macht Philippe neugierig und er engagiert Driss - zum Entsetzen seines Umfeldes. Driss hat keine Ahnung, wie man einen Behinderten pflegt und eigentlich auch gar keinen Bock jemandem den Arsch nachzutragen, aber er hat kein Dach über dem Kopf und so lässt er sich auf das Experiment ein - ohne zu ahnen, dass es sein Leben für immer verändern wird...

Es kommt sehr selten vor, dass ich mir Filme ansehe, in denen nicht wenigstens der Form halber eine Figur stirbt, um bspw. den Plot in Gang zu bringen. "Ziemlich beste Freunde" von Eric Toledano und Olivier Nakache ist eine dieser wenigen Ausnahmen. Wer aufgrund der Thematik der Pflege eines behinderten Menschen ein schnulziges Rührstück erwartet ist auf dem Holzweg. Ja, es gibt auch gefühlvolle Momente im Film, aber über weite Stücke wird hier die pure Lebenslust zelebriert. Es macht einfach Laune zuzusehen, wie das ungleiche Paar zusammenwächst und den Alltag meistert.

Inszeniert mit viel Witz und Charme liefern Toledano und Nakache eine wundervolle Komödie ab, die die Freundschaft feiert. Dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht ist da vollkommen nebensächlich.
ANSCHAUEN!


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