Donnerstag, 9. August 2012

Gibs mir RETRO, du SAU!


Tarantino und Rodriguez haben mit ihren Grindhouse Filmen eine Welle an Produktionen losgetreten, die sich ebenfalls in dieser Sparte ihren Platz suchen - mal unabhängig davon ob ernst gemeint oder doch eher mit einem neckischen Augenzwinkern.
Stallone könnte das mit "Expendables" fürs Actionkino ebenfalls geschafft haben. Beispielsweise verlässt gerade der thematisch ähnlich gelagerte "Soldiers of Fortune" mein BluRay-Laufwerk. Ebenfalls auf 80er Jahre Action gebürstet, kommt SoF allerdings eher nur wie ein quarkiger Michael Dudikoff daher statt wie ein knackiger Stallone Streifen.


Dabei ist die Storygrundlage gar nicht mal so übel:
Um ihre Inselrebellion zu finanzieren, kommen die Revoluzzer auf eine pfiffige Idee. Gelangweilten Millardären bietet man Abenteuer pur, Krieg zum Anfassen und Mitmorden - gegen entsprechende Vergütung natürlich. Im Gegenzug werden Waffen gestellt und ein geschultes Söldnerteam schützt die reichen Knacker vor dem Feind. Im Idealfall helfen die Geldsäcke dann sogar beim Vertreiben des Feindes.
Wenn man die absurden Eskapaden der High Society betrachtet, ist die Idee bei weitem nicht so abwegig, wie man zunächst denken mag.

Ex-Special-Forces-Oberhammer-MI6-KGB-CIA-BGB-Royal_TS-Elitesoldat Craig (Christian Slater; Der Name der Rose, Alone in the Dark (ja, die Kombi tut weh)) soll die reichen Mannen anführen und verzweifelt daran beinahe. Denn die sind schwerer zu hüten als ein Sack voller Flöhe.

Natürlich hat er es mit allerlei extrovertierten Gestalten zu tun, die mit Scheuklappen durchs Leben laufen und nicht weiter denken können, als bis zum Rand des Tellers, der ihre Weltanschaung repräsentiert. Im Gegensatz zu dem düstereren "Expendables" will "SoF" eher lustig sein, was ich auch begrüße. Bei der Storygrundlage drängt sich ein Vergleich zu Tropic Thunder geradezu auf.  Dummerweise ist der Film nicht überzogen genug geraten, sodass das Drehbuch mit der Action und dem Spaß im Mittelmaß herumdümpelt. Das ist nicht schlecht, aber auch nichts besonderes.

Witzig fand ich die Idee Colm Meany (Star Trek: Next Generation, Deep Space Nine) mal in einer Bösewichtrolle zu sehen. Zwischendurch gibt es auch immer wieder mal was zum Schmunzeln, aber so richtig aus dem Quark kommt SoF leider nicht. Dabei wäre mit den Schauspielern deutlich mehr drin gewesen: Ving Rhames (Mission Impossible, Pulp Fiction), Sean Bean (Game of Thrones, Red Riding), James Cromwell (L.A. Confidential, The Artist) und Dominic Monaghan (HdR äns bis drai) sind nicht gerade Z-Klasse-Schauspieler.

Wer mal wieder Lust auf einen Actioner im alten Stil hat und keine allzu hohen Ansprüche an die Kinokunst stellt, wird nicht enttäuscht sein. Auf lange Sicht wird SoF aber in der Masse der Produktionen untergehen.

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