Samstag, 16. August 2008

Am Ende macht doch jeder seinen Schnitt

Hack/SLASH

Was das horizontale Gewerbe darstellt sollte jedem klar sein. Da gibt es aber noch die Profession des horizontalisierenden Gewerbes. Nein, Menschenschieber aus Osteuropa sind damit nicht gemeint. Die Bezeichnung zielt eher auf Figuren wie Jason Vorhees, Mike Myers, Freddy Krueger, Maniac Cop oder Leatherface ab. Richtig, unsere allseits beliebten Freunde von der Slasher-Fraktion, die zielsicher und engagiert mit Vorliebe Teenys und Twens in eine endgültig horizontale Lage bringen, bevorzugt sechs Fuß tief, mit Erde aufgefüllt, Blümchen oben drauf und Grabstein inklusive.


Cassie Hack hatte einst eine Begegnung mit einem dieser Slasher, der Lunch Lady, und überlebte. Seitdem jagt sie diese Brut mit ihrem entstellten, aber dafür sehr muskulösen Kumpel Vlad. Vlad zückt am liebsten seine Machete, wenn er Cassie auf ihren Streifzügen den Rücken deckt. Dabei könnte Cassie eigentlich ein ganz normales Leben führen, wenn sie nicht sich selber für den totalen Freak halten würde. So durchstöbern Cassie und Vlad die Tageszeitungen nach Hinweisen auf Slasher. Stellt sich der erhoffte Slasher dann nur als profaner Serienmöder heraus, ist Cassie ziemlich enttäuscht. Wo der Unterschied ist? Serienmörder sind gewöhnliche Menschen mit Hang zum Schlitzen, während Slasher aus dem Jenseits zurückgekehrt sind um unerledigte Kehlenschnitte nachzuholen.

Im vorliegenden ersten Band "Der erste Schnitt" wird in vier trefflichen Kurzgeschichten über den Tod von Cassies Ursprüngen, einem mordenden Tierarztpraxisangestellten, von einem Kreuz schwingenden untoten Priester auf einer Sexparty und einer Mordserie auf einer Comiccon berichtet.

Mit das Beste an Hack/SLASH: der Humor. Dankenswerter Weise nimmt sich die Serie nicht allzu ernst, was man an den Opfern auf der Comicmesse sehr gut sehen kann. So gibt es die gemeuchelten Zeichner Steve Niles oder Robert Kirkman tatsächlich. Dabei vergisst Tim Sweeney allerdings nicht seinen Figuren Tiefgang zu verleihen. So beschäftigen sich Vlad und Cassie stets auch mir ihrer Motivation und geben das eine oder andere dunkle Geheimnis aus ihrer Vergangenheit preis.

Hack/SLASH präsentiert sich sehr gut gezeichnet im CrossCult typischen Hardcover und ist wie immer mit schönen Extras in Form von Sketchbook und Hintergrundinfos versehen. Für Fans von Slasherfilmen, sei es ob sie sich ernsthaft darüber gruseln oder sich dabei kaputtlachen, ist Hack/SLASH die erste Wahl unter Comics.

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