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Freitag, 17. Oktober 2008

Wenn die Eisenfaust zweimal zuschlägt

Hellboy 2 - Die Goldene Armee

Ron Perlman aka Hellboy is back! Und das mit großem Getöse, was sein Chef Tom Manning (Jeffrey Tambor) bei der B.P.R.D. (Bureau for Paranormal Research and Defense) überhaupt nicht leiden kann. Ist er doch stets darauf bedacht die Existenz der Behörde geheim zu halten. Daher muss ein neuer Leiter für das Einsatzteam her - und Hellboy disqualifiziert sich durch sein ungehöriges Auftreten von selbst. Ersatz kommt aus Europa, genauer gesagt aus Deutschland. Es handelt sich hierbei um ein Medium das seines Körpers verlustig gegangen ist, nun als ektoplasmische Erscheinung in einem Schutzanzug auftritt und auf den Namen Johann Krauss hört.

Der neue Führer kommt aus Deutschland? Für Hellboy ganz klar: das geht mal auf keinen Fall. Schließlich ist er durch seinen Hass auf die Nazis vorbelastet. Fortan versucht er den Neuen im Team zu torpedieren, was zu allerlei amüsanten Wortgefechten führt. Dabei macht es ihm Johann zu Anfang auch recht einfach, da er kompromisslos und herrschsüchtig auftritt. Tom Manning jedenfalls ist begeistert vom Neuzugang. 

Während man sich bei der B.P.R.D. Luxusproblemen widmet braut sich in der Unterwelt neues Unheil zusammen. Elfenprinz Nuada sucht die Teile einer Krone zusammen, die ihm die Macht über die Goldene Armee gewähren soll und schreckt auch nicht vor Mord am eigenen Vater zurück. Einst hat diese Maschinenarmee die Erde verwüstet. Die Elfen erkannten, dass sich so aber nicht das Problem mit den Menschen lösen ließ. Also schloß der König der Elfen mit den Menschen Frieden und die Krone wurde in mehrere Teile zerbrochen damit diese schreckliche Armee nie wieder entfesselt wird. Nuada allerdings ist es leid im Untergrund zu verweilen, wo er seinen Hass auf die Menschen genährt hat, die im Laufe der Jahrtausende das Wissen um die Existenz dieses alten Volkes verloren haben. Er will die Elfen zu alter Größe zurückführen. Wenn er dafür die Menschheit auslöschen muss, dann sei es so.

Mit dem zweiten Teil der Hellboy Reihe legt Guillermo del Toro noch einmal eine Schippe drauf. Bessere Effekte, mehr Gags, mehr und schönere Masken, mehr Schauplätze, coolere Action und und und. Insgesamt wirkt der neue Film ein ganzes Stück runder im Gesamtkonzept als der Erste, der ebenfalls viel Freude bereitete. Zudem erfahren alle wichtigen Figuren eine deutliche Weiterentwicklung, die vorab schon Lust auf den dritten und abschließenden Film macht, der hoffentlich nicht in allzu weiter Ferne auf uns wartet. Fans von phantastischen Filmen und Comicverfilmungen im Speziellen sollten sich "Hellboy II" nicht entgehen lassen. 


Natürlich kann man auch etwas zu meckern finden. So ist Johann Krauss z.B. wie die meisten Figuren der del Toro Verfilmungen deutlich anders angelegt als im Comic. Dort ist er nämlich der eher empfindsame Typ. Andererseits belegt diesen Posten im Film bereits Abe... und zwei Sensibelchen wäre nun wirklich zu viel. Zum Comic ist auch der zweite Teil eine tolle Ergänzung, aber mit Sicherheit kein Ersatz. Denn so gut wie die Papiervorlage wird der Film dann doch nie werden.

SO muss Popcorn-Kino sein: schnell, laut, aber intelligent gemacht.

9 von 10 Zahnfeen

Freitag, 4. Juli 2008

Necronomicon ex Morits

B.U.A.P. - Die universelle Maschine

Das Team ist nicht mehr komplett. Rogers Tod hat eine Lücke in der Behörde hinterlassen und jeder versucht auf seine Weise mit dem Verlust umzugehen. Während Kate Corrigan in Frankreich nach einem uralten Buch über die Erschaffung von Homunkuli sucht, um so vielleicht Rogers Körper erneuern zu können, setzen sich Captain Daimio, Liz, Abe und Johann Kraus in der Behörde zusammen, um gemeinsam den Tod ihres Freundes zu verarbeiten. Jeder erzählt aus seiner Vergangenheit von sehr persönlichen Begegnungen mit dem Tod. Dabei ahnen sie nicht, dass sich Kate in die Fänge eines skrupellosen Antiquariats begeben hat, der keine alltägliche Transaktion im Sinne hat...

Im letzten Band "Schwarze Flamme" herrschte Action als Handlungselement vor und markierte den vorläufigen (dramatischen) Höhepunkt in der Geschichte der Behörde, nicht zuletzt durch Rogers Opfer. Nun wird das Tempo merklich zurückgefahren und die ebenso für Hellboy typischen Gruselgeschichten halten wieder Einzug. Die größtenteils sehr traurigen Geschichten um Daimios Vergangenheit, einen Wendigo, Liz´ Träume über ihre tote Familie und Johann Kraus Obsession zu dem Geist einer verstorbenen Frau, lassen den Leser immer wieder zweifeln, ob Rogers Schicksal einen glücklicheren Verlauf nehmen wird.

Obwohl eine solch illustre Erzählrunde stets die Gefahr birgt, dass das Tempo vollkommen aus der Story genommen wird und im schlimmsten Fall wirkt als wolle man gezwungen mehr Tiefgang in die Figuren bringen, umschiffen Mignola und Arcudi dieses Riff gekonnt. "Die Universelle Maschine" fügt sich ohne Schrammen und Schönheitsfehler in die Reihe ein und gleicht - daran lässt die permanent vorhandene unterschwellige Bedrohung keinen Zweifel - die Ruhe vor dem Sturm, dem Verweilen im Auge eines Zyklons; nur für einen kurzen Moment bis neues Unheil droht, wenn der "Garten der Seelen" im November endlich erscheint.

Wie immer sorgt der flotte Strich von Guy Davis für wundervolle, phantasievoll gestaltete Welten, unterstützt von Dave Stewarts Kolorierung. Dass auch Mike Mignola auf den letzten Seiten den Pinsel schwingt, Hellboy seinen ersten Gastauftritt der Serie hat und trotz aller Melancholie durch die Einführung der Figur Andrew Devon auch der Humor nicht allzu kurz kommt, lässt "Die universelle Maschine" zu meinem persönlichen Favoriten avancieren.