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Donnerstag, 21. Juli 2011

Mignola, übernehmen sie!

Wenn es was zu feiern gibt und dazu der große rote Kerl auftaucht, handelt es sich nicht zwingend um Weihnachten und Santa Clause. Diesmal sind es ein Verlag und eine Comicfigur.
CROSSxCULT wird zehn Jahre alt und feiert sein Jubiläum mit der Figur, mit der der Verlag dübetierte: HELLBOY!

In den vergangenen zehn Jahren sind seit Hellboys erstem Auftritt viele weitere Erscheinungen hinzu gekommen. Sin City, Vampire Boy, B.U.A.P., The Goon, The Walking Dead, The Red Star, Umbrella Academy und Hack/Slash sind nur einige Beispiele für das breit gefächerte Portfolio von CC. Neben dem Phantastischen, Horror und Science-Fiction erscheinen bei CC auch Thriller und Krimi-Geschichten wie Torpedo, From Hell, Whiteout oder Sleepers. Seit einigen Jahren veröffentlicht der Verlag neben Graphic-Novels auch Bücher, wie beispielsweise Romane aus dem Star Trek Universum und zur BBC Serie Primeval.

Comics sind in Deutschland nach wie vor ein Nischenprodukt und daher haben es Verlage hierzulande oft schwer. Ein Grund mehr sich über 10 Jahre CROSSxCULT zu freuen: denn nicht nur, dass sie die Comic-Landschaft in unseren Gefilden um viele wundervolle Geschichten bereichert haben, so zeigt das Jubiläum auch, dass der Verlag mittlerweile eine feste Größe im Business geworden ist und ein erfolgreiches Konzept erarbeitet hat, um uns hoffentlich noch lange mit weiteren tollen Geschichten zu erfreuen.

Freitag, 5. Dezember 2008

B.U.A.P. / Band 6

Band 6: Der Garten der Seelen

Das Team hat Roger endlich beigesetzt und würde gerne einige weitere ruhige Wochen verbringen, als Abe Sapien ein Päckchen erhält, das ihn in den indonesischen Dschungel lockt. Zusammen mit Captain Daimio begibt er sich auf den langen Weg, denn jemand scheint von seiner frühreren Existenz als Mensch mit Namen Langdon Everett Caul bescheid zu wissen. Während Abe seiner Vergangenheit auf die Schliche zu kommen versucht, wird Liz im Hauptquartier von apokalyptischen Visionen geplagt und Johann fördert aus den Archiven der Behörde ein dunkles, schmutziges Geheimnis aus der Vergangenheit eines der Mitglieder hervor.

Angenehm fällt auf, dass Mignola und Arcudi mit der neuen Geschichte nach dem ruhigen letzten Band nicht mit aller Gewalt voll durchstarten, sondern wieder parallel mehrere wichtige Ereignisse in Gang setzen, deren Stein also nun erst langsam ins Rollen kommt und in den nächsten Geschichten Höchstgeschwindigkeit erreichen wird. Wie nannte man das doch gleich? Ach ja: Spannungsbogen! Und den beherrschen die beiden sehr gut. Während man gespannt und fasziniert verfolgt wie Abe auf einer Art "Insel des Dr. Moreau" wandelt, ziehen daheim im Hauptquartier dunkle Wolken herauf. Man darf sich also auf die Fortsetzung freuen. Zwar markiert "Garten der Seelen" keinen Höhepunkt Serie, bleibt aber in deren durchweg sehr hohen Qualität.

Zeichnerisch erwartet den Leser nichts großartig Neues. Und das ist auch gut so, denn Guy Davis ist brilliant wie immer. Die Technikdesigns, die an alte Jules Verne Verfilmungen erinnert, machen einfach Laune. Besonders gelungen ist die Koloration der Szenen, die im 19. Jahrhunder spielen. Die Farbpalette imitiert sehr gut den Sepia Stil alter schwarzweiss Fotographien. Für Fans der Reihe ein Pflichtkauf. Alle anderen sollten schleunigst mit Band 1 loslegen.

Freitag, 4. Juli 2008

Necronomicon ex Morits

B.U.A.P. - Die universelle Maschine

Das Team ist nicht mehr komplett. Rogers Tod hat eine Lücke in der Behörde hinterlassen und jeder versucht auf seine Weise mit dem Verlust umzugehen. Während Kate Corrigan in Frankreich nach einem uralten Buch über die Erschaffung von Homunkuli sucht, um so vielleicht Rogers Körper erneuern zu können, setzen sich Captain Daimio, Liz, Abe und Johann Kraus in der Behörde zusammen, um gemeinsam den Tod ihres Freundes zu verarbeiten. Jeder erzählt aus seiner Vergangenheit von sehr persönlichen Begegnungen mit dem Tod. Dabei ahnen sie nicht, dass sich Kate in die Fänge eines skrupellosen Antiquariats begeben hat, der keine alltägliche Transaktion im Sinne hat...

Im letzten Band "Schwarze Flamme" herrschte Action als Handlungselement vor und markierte den vorläufigen (dramatischen) Höhepunkt in der Geschichte der Behörde, nicht zuletzt durch Rogers Opfer. Nun wird das Tempo merklich zurückgefahren und die ebenso für Hellboy typischen Gruselgeschichten halten wieder Einzug. Die größtenteils sehr traurigen Geschichten um Daimios Vergangenheit, einen Wendigo, Liz´ Träume über ihre tote Familie und Johann Kraus Obsession zu dem Geist einer verstorbenen Frau, lassen den Leser immer wieder zweifeln, ob Rogers Schicksal einen glücklicheren Verlauf nehmen wird.

Obwohl eine solch illustre Erzählrunde stets die Gefahr birgt, dass das Tempo vollkommen aus der Story genommen wird und im schlimmsten Fall wirkt als wolle man gezwungen mehr Tiefgang in die Figuren bringen, umschiffen Mignola und Arcudi dieses Riff gekonnt. "Die Universelle Maschine" fügt sich ohne Schrammen und Schönheitsfehler in die Reihe ein und gleicht - daran lässt die permanent vorhandene unterschwellige Bedrohung keinen Zweifel - die Ruhe vor dem Sturm, dem Verweilen im Auge eines Zyklons; nur für einen kurzen Moment bis neues Unheil droht, wenn der "Garten der Seelen" im November endlich erscheint.

Wie immer sorgt der flotte Strich von Guy Davis für wundervolle, phantasievoll gestaltete Welten, unterstützt von Dave Stewarts Kolorierung. Dass auch Mike Mignola auf den letzten Seiten den Pinsel schwingt, Hellboy seinen ersten Gastauftritt der Serie hat und trotz aller Melancholie durch die Einführung der Figur Andrew Devon auch der Humor nicht allzu kurz kommt, lässt "Die universelle Maschine" zu meinem persönlichen Favoriten avancieren.