Donnerstag, 6. November 2008

Quantum of Solace

BA BA BA DAAAAAAAAA
BA BA BAAAAAA
BADAAAAA

James Bond alias Daniel Craig alias die Doppelnull 7 ist zurück. Und das auch noch mit einem richtigen Kracher als Einleitung. Bond hat wie wir am Ende von "Casino Royale" gesehen haben Mr. White angeschossen und gefangen genommen. Nun wird er von dessen Schergen durch die italienische Walachei gejagt und braust mit seinem Aston Martin voraus. Es ist als ob Regisseur Marc Forster allen Zweiflern bereits mit der ersten Einstellung zeigen wollte, dass er, der er für raffiniert inszenierte Dramen bekannt ist (Stay, Drachenläufer, Monsters Ball), auch einen Actioner auf die Beine stellen kann.


Nach den ersten fünf Minuten ist klar: heute bleibt kein Auge trocken. "QoS" setzt die vom Vorgänger initiierten Veränderungen konsequent fort: Bond ist härter, kälter und erbarmungsloser und "realistischer" als je zuvor. Da der MI6 ebenfalls mit Agenten der Organisation, der auch Mr. White angehört, infiltiert ist und Bond auf Rache für seine ermordete Freundin sinnt, gerät er sogar auf die Abschussliste der eigenen Leute. So sind nicht nur die Leute von Quantum hinter ihm her, sondern auch der CIA, die Bolivische Polizei und der MI6.

Das bedeutet unterm Strich: Krach und Zerstörung in Hülle und Fülle. Dabei legt QoS ein bedeutend höheres Tempo vor als sein Vorgänger und umschifft gekonnt jede sich anbahnende Länge. Dafür geht er mit 103 Minuten aber auch deutlich kürzer und erzählt deutlich weniger Geschichte. Etwas mit dem man bei Marc Forster zunächst nicht rechnen würde. Zwar bleiben fast keine Fragen offen und die Fortsetzung wird ebenfalls angedeutet, aber ein bisschen mehr hätte es doch sein können.

Darum hier nicht mehr zur Geschichte als der grobe Hinweis, dass Bond weiter auf der Spur nach den Hintermännern der ominösen Geheimorganisation ist und mehrfach Hilfe aus unerwarteter Richtung erhält.

Schön zu sehen ist, dass sich durch den geschickten Einsatz von Nebenrollen aus dem Vorläufer ein straffes Band geknüpft und die Geschichte erstmals in der Bond-Reihe konsequent fortgesetzt wird. Man darf sich also auf ein Wiedersehen mit M, Mr. Matheson und dem CIA Agenten Felix freuen. Auch die Bond Girls dürfen nicht fehlen. Diesmal mit Gemma Arterton und Olga Kurylenko (Hitman) wunderbar besetzt und man verrät nicht zu viel, dass wieder eine den Löffel abgibt. Schön, dass es noch Plotregeln wie auf der alten Enterprise gibt. Das ist zwar vorhersehbar, tut dem Spaß aber keinen Abbruch. Hauptsache es gab genug Eye Candy.

Marc Forster beehrt uns mit einem temporeichen Actioner, der sich zwar eine Menge Freiheiten nimmt, den Bogen aber nie derart überspannt wie man es von den Bonds der 80er und 90er gewohnt war. Wenn man den Bond-Bonus abzieht könnte man zunächst sagen, dass man es nur mit einem gut gemachten Action Film zu tun hat, der jedoch im Story Part etwas schwächelt. Was "QoS" aus der Masse der Vertreter seines Genres hervorhebt ist Forsters Blick für wunderschöne Bilder. Der Regisseur versteht es geschickt aus den Schauplätzen wie bspw. Bolivien, Italien oder Österreich ein Maximum herauszuholen. Wer "Casino Royale" mochte darf sich mit "Quantum of Solace" wieder an Bonds Spuren heften und sich auf zwei unterhaltsame Stunden freuen.

8 von 10 Doppelnull Agenten

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