Donnerstag, 10. Januar 2008

Little Britain

Little Britain, das sind Matt Lucas und David Williams in einer der skurrilsten Sketch-Shows bis dato.

Little Britain, verpackt in eine Art Pseudo-Doku über die Bewohner der Insel, quasi als Aufklärungsmaterial, damit man als Besucher weiss, was man zu erwarten hat.

Little Britain, das sind Figuren wie

die asoziale Ghetto-Tussi Vicky Pollard, immer mit einem Bein im Knast,

der schwulenfeindliche Schwule Daffyd Thomas, der keinen anderen Hinterlader im Dorf haben will,

die gehässige Diätkursleiterin Marjorie Dawes, die keine Gelegenheit auslässt auf ihren Dicken herumzuhacken,

die Transe Emily Howard, die doch so gern eine Lady sein möchte,

der im freiwilligen Sozialen Jahr stecken gebleibene Lou, der sich mit mütterlichem Masochismus um den behinderten (?) Andy kümmert,

die fette, im Spa lebende und vor den Rechnungen fiehende Bubbles De Vere, die gern in Naturalien zahlen würde,

die erzkonservativen Rentnerinnen Judy und Maggie, die alles unbritische zum Kotzen finden,

der "Happi" süchtige Harvey Pincher, der sogar bei der eigenen Hochzeit nach der mütterlichen Brust verlangt,

und jede Menge mehr.

Auch wenn oft ein Gag über mehrere Folgen in zig Varianten schon fast totgeritten wird, schaffen es Lucas und Williams immer wieder einen draufzusetzen. Die erste Staffel war ja schon gut, aber die zweite bricht noch erbarmungsloser die Regeln des political correctness.

Wer kann sollte sich die Serie im Original anschauen. Aber dank ziemlich mieser Dialekte sollten Untertitel an sein. Im Zweifelsfall tut es auch die ziemlich gute Übersetzung aus der Feder von Oliver Kalkofe und Oliver Welke, die auch alle Rollen sprechen.

Teenage Mutant Ninja Turtles

Cowabunga! The Turtles are back!

Nach den mehr oder weniger peinlichen Real-Umsetzungen der Comics von Kevin Eastman und Peter Laird wagen sich die Weinstein Brüder nun an eine Umsetzung. Und wie es sich für einen Comicstoff gehört diesmal als Computeranimation. Zwar bekomme ich vor lauter animierten Ratten, Mäuschen, Eichhörnchen, Bären, Pinguinen, Insekten und dem anderen Gekröse so langsam aber sicher das Kotzen, aber für die Turtles genehmige ich eine Ausnahme.

Kiss Kiss Bang Bang

Wer auf bleihaltige Komödien steht, sollte sich "Kiss Kiss Bang Bang" nicht entgehen lassen.

Harry (Robert Downey Jr.) ist ein miserabler Kleinganove, der auf einer seiner Diebestouren von der Polizei erwischt wird und über seine Flucht irgendwie ins Filmbuisness gerutscht und in LA gelandet ist. Dort soll ihm der schwule Detektiv Perry (Val Kilmer) Nachhilfestunden geben, damit er sich in seine Rolle hineinfindet. Harry begleitet Perry also eines Nachts und aus einem Observationsauftrag wird Ruck Zuck eine Hetzjagd auf Leben und Tod. Während Harry so gar nicht mehr klar ist, was denn gerade für ein Film läuft, versucht er noch nebenher seine Jugendliebe Harmony abzuschleppen, die ebenfalls in LA verweilt. Wie es sich für einen Trottel gebührt, will so garnichts klappen und Harry kann sich irgendwann nicht mehr vor Leichen retten...

Bei vielen Filmen hat man schon das Gefühl: "Ich weiss was gleich passieren wird." und ist meist enttäuscht wenn es tatsächlich passiert. KISS KISS BANG BANG ist kaltschnäuzig genug dem Zuschauer schon eine halbe Stunde vorher das Ende des Films zu verraten und man weiss als Zuschauer: "ok, so kommts dann halt." Und dann.... kommts auch so. Wer sich nun vorab der Spannung beraubt fühlt sei beruhigt, dass das für den Spass am Film vollkommen unerheblich ist.

Der Erzählstil mit vielen Rückblenden, Flashbacks und kleinen Versatzstücken mag den einen oder anderen irritieren, aber nur so wird der Film mit der recht schmächtigen Handlung spannend serviert (was Shane Black (Lethal Weapon) auch wunderbar gelingt).

Action- und Sprücheanteil stimmt, hier und da n knackigs Mädel - fertig ist die Gute-Laune-Packung für den Abend.

8 von 10 Patronen

Samstag, 15. Dezember 2007

Children of Men

2027 sind fest 19 Jahre vergangen seit der letzte Mensch geboren wurde. Aus nicht geklärten Gründen erlitten alle Frauen auf einmal Fehlgeburten oder wurden erst garnicht mehr schwanger. Als schließlich die Schulen mangels Schüler schliessen müssen und Spielplätze verwaisen, wird den Menschen klar, dass ihre Auslöschung bevorsteht. Wozu sich für eine Zukunft engagieren, wenn man zur letzten Generation gehört und niemand mehr folgen wird? Sodann brechen auf der ganzen Welt die Regierungssystem zusammen, Bürgerkriege brechen aus, kurzum: heilloses Chaos. Nur das British Empire versucht die Ordnung aufrecht zu erhalten indem es sich vom Rest der Welt abschottet. Die, die sehen, dass es den Briten verhältnismäßig gut geht, versuchen auf die Insel zu kommen. Dort werden sie jeodch gnadenlos von der Regierung gejagt, in Ghettos verfrachtet, deportiert oder abgeschoben, sofern nicht bereits eine Kugel das Leben beendet hat.

Doch dann taucht unter den Flüchtlingen eine schwangere Frau auf und wird von Revoluzzern und der Regierung gleichermaßen gejagt. Theodor Faron gerät ebenfalls zwischen die Fronten und versucht die Frau in Sicherheit zu bringen.


Montag, 10. Dezember 2007

Botched - Voll verkackt

Alle Freunde gepflegter Splatterkomödien sollten unbedingt auf Botched ein Auge werfen.

Ja, der deutsche Untertitel ist mal wieder vollkommen daneben und sollte gepflegt ignoriert werden. Doch beim Anschauen wird klar: eines wurde verkackt: die deutsche Synchro. An der Auswahl der Stimmen lag es nicht einmal, aber das Ganze wirkt als hätte man das an einem Nachmittag runternudeln wollen. Schade.

Also auf keinen Fall in der ersten viertelstunde den Film ausmachen. Der wird besser! Versprochen!

Das Schreien der Lämmer

Black Sheep

Während man fast zwei Jahrzehnte doch ziemlich bierernst im Horror und Splattergenre unterwegs war, häufen sich in den letzten beiden Jahren die Horrorkomödien. Und da ich ein Freund ebendieses Genres bin, freut mich das sehr. Verarschungen machen einfach mehr Spaß. Und mit den bisherigen Filmen wurden bereits eine Menge Subgenres bedient.

Freitag, 1. Juni 2007

Prestige

"Ein Zaubertrick besteht aus drei Akten oder Phasen. In der ersten Phase, der Vorstellung, zeigt der Magier dem Publikum ein gewöhnliches Objekt; etwa ein Kartenspiel, ein Tier oder eine Person. Manchmal wird er das Publikum dazu auffordern das Objekt zu inspizieren, damit sie sich von der Echtheit überzeugen können, obwohl es wahrscheinlich anders ist.

In der zweiten Phase geschieht der Effekt. Der Magier nimmt das gewöhnliche Objekt und lässt etwas Aussergewöhnliches damit geschehen. Nun suchen sie nach dem Geheimnis, aber sie werden es nicht finden, denn natürlich ist es so, dass sie nicht wirklich hinsehen. Sie wollen es eigentlich garnicht wissen. Sie wollen sich täuschen lassen.


Doch noch applaudieren sie nicht, denn etwas verschwinden zu lassen ist nicht genug. Man muss es auch zuückbringen. Aus diesem Grund hat jeder Zaubertrick einen dritten Akt, den schwierigsten Teil: das Finale. Man nennt ihn Prestigio."


Mit diesen Worten beginnt eines der besten Dramen der letzten Jahre. Christopher Nolan (Batman Begins; Insomia, Memento) kann somit seine Reihe von Top-Filmen mal wieder erweitern.